Saudi-Arabien könnte Sprungbrett für russische Agrarprodukte nach Afrika werden

Während die saudische Wirtschaft erstmals wieder schwächelt, verhandelt Moskau mit Riad, Saudi-Arabien zu einer Drehscheibe für russische Agrarprodukte zu machen, erklärte ein russischer Beamter.

„Saudi-Arabien ist ein traditioneller Knotenpunkt von Handelsrouten. Es hat eine günstige geografische Lage. Seit dem Altertum handeln die Menschen mit den umliegenden Ländern, auch mit Afrika“, sagte ein Sprecher des russischen Landwirtschaftsministeriums, Sergei Levin, gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti.

„Sie haben die Möglichkeit und den Wunsch, als Handelsplatz für russische Agrarprodukte zu fungieren und diese nicht nur für sich selbst zu nutzen, sondern auch an Nachbarländer zu verkaufen. Dies erfordert den Aufbau einer geeigneten Infrastruktur“, fügte Levin hinzu.

Laut Levin diskutiert das russische Landwirtschaftsministerium ein ähnliches Projekt mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, die bereits ein Handelszentrum aufgebaut haben. „Aber sie liegen geografisch im Golf, und Saudi-Arabien hat Zugang zum Roten Meer und dementsprechend einen schnellen Zugang zu afrikanischen Ländern“, bemerkte Levin.

Russland ist der weltweit größte Produzent und Exporteur von Getreide. Die russische Agrarproduktion wird in diesem Jahr voraussichtlich um drei Prozent von 120,7 Millionen Tonnen im Vorjahr steigen. Dies wird die bislang ertragsreichste Ernte für Russland sein, auch im Vergleich zur Sowjetzeit.

Das Landwirtschaftsministerium prognostiziert für dieses Landwirtschaftsjahr (Juli 2017 - Juni 2018) Getreideexporte von 45 Millionen Tonnen gegenüber 35,5 Millionen Tonnen im Vorjahr.

Saudi-Arabien erhöht Ausgaben angesichts schwächelnder Wirtschaft

Saudi-Arabien kündigte am Dienstag den größten Haushalt in seiner Geschichte mit geplanten Ausgaben von 261 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 an.

Die größte Volkswirtschaft der arabischen Welt und einer der größten Ölproduzenten der Welt wird seit langem vom Rückgang der internationalen Ölpreise gebeutelt.

Es wird erwartet, dass die Staatseinnahmen 209 Milliarden US-Dollar erreichen werden, wobei die Einnahmen aus dem Ölgeschäft mit 63 Prozent den größten Teil davon ausmachen.

Laut eigenen Angaben sinkt das Bruttoinlandsprodukt Saudi-Arabiens 2017 um 0,5 Prozent. Das letzte Mal, als die saudische Wirtschaft schrumpfte, war 2009 um 2,1 Prozent, nachdem die globale Finanzkrise die Ölpreise zum Absturz gebracht hat.

Riad verzeichnete 2017 ebenfalls ein über den Erwartungen liegendes Haushaltsdefizit und prognostizierte aufgrund des Rückgangs der Öleinnahmen im fünften Jahr in Folge ein weiteres Defizit im nächsten Jahr. Der Etatfehlbetrag beläuft sich auf 61 Milliarden US-Dollar.

Saudi-Arabien gibt weiterhin große Mengen an Finanzmittel für den fast dreijährigen Krieg im Jemen aus, darunter für den Erwerb von Waffen, der Verstärkung des Militärs und der Ausbildung von Milizen.

Die Arbeitslosigkeit in Saudi-Arabien stieg in diesem Jahr auf 12,8 Prozent. Um die Belastung durch geplante Subventionskürzungen bei Strom, Treibstoff und Gas im nächsten Jahr zu verringern, bereitet sich die Regierung darauf vor, im Rahmen eines neuen Sozialsystems Bargeldhilfen an einkommensschwache Familien zu verteilen.

Das Königreich bemüht sich verstärkt darum, mehr internationale Investitionen anzuziehen und den Privatsektor anzukurbeln, um in den kommenden Jahren Millionen von Arbeitsplätzen zu schaffen. Die Säuberungsaktion von Kronprinz Muhammed bin Salman, bei der zahlreiche Milliardäre des Landes festgenommen wurden, schreckte zuletzt internationale Investoren ab.



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