Nach Gross-Abgang strafen Märkte Pimco ab

Starinvestor Bill Gross kehrt seinem Lebenswerk - der Fondsgesellschaft Pimco - den Rücken und wechselt von der Allianz-Tochter zum Konkurrenten. Die Märkte reagieren heftig.

Denver (dpa) - Paukenschlag: Investorenlegende Bill Gross verlässt überraschend die von ihm gegründete Allianz-Tochter Pimco. Der wegen seiner jahrelangen Erfolge an den Anleihemärkten als „Bondkönig“ bekannte Gross geht zum Vermögensverwalter Janus Capital, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Die Trennung von Pimco verlief wohl alles andere als einvernehmlich. In Finanzkreisen heißt es, Gross sei mit der Flucht zu Janus seiner Kündigung zuvorgekommen. Die Finanzmärkte reagierten heftig auf die Personalie. Die Janus-Aktie hob ab, das Allianz-Papier rutschte kräftig ins Minus.

Mit dem Abgang spitzt sich die Lage bei Pimco weiter zu. Nach dem überraschenden Abgang von Gross' Kronprinzen Mohamed El-Erian zu Jahresbeginn kämpfte das Unternehmen zuletzt mit Spekulationen um eine Führungskrise und mit massiven Mittelabzügen. Nach 16 Monaten mit Abflüssen ist das Volumen des Flaggschifffonds „Pimco Total Return“ um etwa 70 Milliarden auf zuletzt 222 Milliarden Dollar geschrumpft. Diese Woche wurde auch noch bekannt, dass die US-Börsenaufsicht wegen des Verdachts auf geschönte Bilanzen ermittelt.

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Alibaba: Shareholder Value ist Nebensache

Alibabas Mega-Aktiendebut in New York nimmt konkrete Formen an. Firmenchef Jack Ma hat Pläne von historischem Ausmaß. Doch Investoren macht er gleich zu Beginn eine deutliche Ansage - ihre Interessen sollen nicht an erster Stelle stehen.

New York (dpa) - Groß, größer - Alibaba. Der chinesische Onlinehändler wird an der New Yorker Börse Geschichte mit einem Aktiendebut in noch nie dagewesenem Ausmaß schreiben. 21,1 Milliarden Dollar (16,3 Mrd Euro) will die Firma zum Start einsammeln, wie aus den am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Unterlagen hervorgeht, die Alibaba bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Zunächst sollen 320 Millionen Aktien in einer Preisspanne zwischen 60 und 66 Dollar angeboten werden.

Das ist allerdings nur der Anfang: Durch Zusatzrechte, die Alibaba Investmentbanken eingeräumt hat, könnten sogar bis zu 24,3 Milliarden Dollar erlöst werden. Das Unternehmen von Jack Ma - dem reichsten Chinesen, der in seinem Heimatland wie ein Rockstar gefeiert wird - überflügelt alle bisherigen Börsengänge weltweit und steigt schlagartig zu einem der größten Titel am US-Aktienmarkt auf. Die US-Internet-Riesen Amazon und Ebay können sich warm anziehen.

Alibaba-Chef Ma - Spitzname „das Krokodil vom Jangtse“ - sagt Investoren aber gleich, was sie bei ihm erwartet. „Die Kunden kommen zuerst, die Mitarbeiter als zweite und dann die Aktionäre“, heißt es in einem Brief, der mit dem Börsenprospekt veröffentlicht wurde. Vom in der US-Aktienkultur gängigen Prinzip des „Shareholder Value“, das der Steigerung des Marktwerts im Interesse der Börsianer Priorität einräumt, scheint der Alibaba-Gründer also nicht viel zu halten.

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Arbeitnehmern fehlen Mittel für Idealportfolio

Der Teufel macht immer auf den größten Haufen, glaubt der Volksmund. Es häufen sich die ökonomischen Studien, die diese These stützen. Ändern wollen sie die beschriebenen Ungleichgewichte aber nicht.

Frankfurt/Main (dpa) - Große Vermögen wachsen schneller als kleine Ersparnisse. Während sich Durchschnittssparer mit Mini-Zinsen und Arbeitnehmer mit kleinen Gehaltserhöhungen durchschlagen müssen, machen die Reichen der Welt vor allem mit Hilfe lohnender Aktiengeschäfte weiter kräftig Kasse. Die weit geöffneten Geldschleusen der Notenbanken halten den Markt am Laufen.

Auf fast unvorstellbare 52,6 Billionen US-Dollar ist im vergangenen Jahr das Vermögen der inzwischen rund 13,7 Millionen Dollar-Millionäre auf der Welt angewachsen, wie der 18. Weltwohlstandsbericht der Beratungsgesellschaft Capgemini ausweist. Vom mageren Wachstum der Weltwirtschaft um 2,2 Prozent haben sich die Topvermögenden längst abgekoppelt, wenn sie einen Rekordwertzuwachs von fast 14 Prozent für sich verbuchen.

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Twitter verliert gegenüber Facebook an Boden

Vor einem halben Jahr war Twitter der Börsenstar. Doch die Aktie ist im Sinkflug. Anleger sind beunruhigt, weil der Kurznachrichtendienst weniger neue Nutzer anzieht als erhofft. Zudem verliert Twitter anhaltend Geld.

San Francisco (dpa) - Die Twitter-Aktie ist nach einem enttäuschenden Nutzerwachstum auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang vor einem halben Jahr gefallen. Der Kurs brach am Dienstag nachbörslich um mehr als 11 Prozent ein, auf unter 38 Dollar. Twitter kam zuletzt auf 255 Millionen Nutzer im Monat. „Es gibt nur wenige Unternehmen, die diese Reichweite haben“, sagte Firmenchef Dick Costolo in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Doch verglichen mit anderen Netzwerken zieht Twitter weniger neue Nutzer an.

Das Internetunternehmen war im November erfolgreich an die Börse gegangen. Der damalige Ausgabekurs lag bei 26 Dollar und kletterte sofort nach dem Handelsstart. Die Aktie hatte am zweiten Weihnachtstag mit gut 73 Dollar ihren Höchststand erreicht. Seitdem ging es wieder abwärts wegen Sorgen um die Nutzerentwicklung.

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Lebensversicherer können Zinsversprechen kaum noch erwirtschaften

Lebensversicherer müssen Milliarden anlegen - doch die aktuellen Zinsen geben nicht viel her. Die Folge: Viele Kunden bekommen weniger heraus als erhofft. Die Branche erfindet neue Produkte, die Bundesregierung will schärfe Kontrollen, Versicherte sind verunsichert.

Frankfurt/Main/Berlin (dpa) - Die hohen Zinsversprechen der Vergangenheit lasten schwer auf den Lebensversicherern. Garantiezinsen von 4 Prozent aus den 90er-Jahren lassen sich an den Kapitalmärkten kaum noch erwirtschaften, seit die Europäische Zentralbank im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise die Märkte mit billigem Geld flutet.

Das bekommen die Verbraucher bitter zu spüren: Die Unternehmen kappen die Gewinnbeteiligung, der Garantiezins für Neuverträge sinkt. Die Branche sucht nach Wegen aus dem Zinsdilemma. In dieser Lage kommt die Bundesregierung mit neuen Plänen, die sowohl bei Versicherten als auch den Versicherungen große Unruhe auslösen. Die Koalition will den Versicherern zwar einerseits helfen, damit sie besser mit den Folgen der niedrigen Zinsen zurechtkommen. Zugleich ist von schärferer Kontrolle die Rede.

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Ausverkauf von US-Staatsanleihen in China

China hält mehr US-Staatsanleihen als jedes andere Land. Doch nun hat es seinen Bestand stark abgebaut. Lässt der größte ausländische Gläubiger die USA im Regen stehen?

Peking (dpa) - China verkauft US-Staatsanleihen - zuletzt in großem Stil. Bricht den USA ihr wichtigster ausländischer Kreditgeber weg? Aufgeregte Analysten warnen vor „ungeahnten Folgen“ einer möglichen „Verkaufswelle“ oder sehen gar eine „neue Bankenkrise“ in den USA am Horizont. Denn mit der Notenbank Fed zieht sich auch der größte Finanzierer von US-Staatsschulden langsam aus dem Markt zurück. Wer soll die Staatsanleihen in Zukunft kaufen?

Seit zwei Jahren hat China nicht mehr so viele Staatsanleihen abgestoßen wie im Dezember. Um 47,8 Milliarden Dollar schrumpfte der Anleihebestand zum Jahresende, wie US-Statistiken zeigen. Was haben die jüngsten Verkäufe zu bedeuten? Springt China als größter Gläubiger ab?

Keineswegs, meinen Experten. „All das verzweifelte Händeringen um den chinesischen Besitz an amerikanischen Schatzanleihen liegt völlig daneben“, sagt der frühere Professor an der Tsinghua Universität in Peking und heutige Chefstratege der US-Anlagenverwaltung Silvercrest, Patrick Chovanec der Nachrichtenagentur dpa. „Diese Veränderungen sind langfristig gesehen echt ohne Bedeutung.“

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