Bitcoin: Nachrufe auf die Kryptowährung könnten verfrüht sein

Von Hannes Breustedt, dpa

Monatelang blieb es ruhig um den Bitcoin, doch plötzlich ist das Kryptogeld wieder gefragt. Unter Anhängern steigt die Zuversicht, doch den Kurs treiben nicht zuletzt wettfreudige Chinesen und ein dubioses Pyramidenspiel aus Russland. Die Zweifel bleiben bestehen.

New York (dpa) - Mitten im Bitcoin-Höhenflug trat Jamie Dimon auf die Spaßbremse. «Es wird einfach nicht passieren, ihr verschwendet eure Zeit», polterte der Chef der größten US-Bank JPMorgan Chase vor einer Woche auf dem Branchentreff «Fortune Global Forum» in Richtung der Bitcoin-Anhängerschaft. Die hat gerade nach langer Durststrecke wieder etwas Oberwasser - das umstrittene Cybergeld erhielt zuletzt kräftig Kursauftrieb und stieg auf den höchsten Stand im bisherigen Jahresverlauf. Auf einigen Online-Börsen kratzte der Bitcoin erstmals seit Sommer 2014 wieder an der 500-Dollar-Marke.

Den für klare Ansagen bekannten Oberbanker Dimon beeindruckt das jedoch wenig: «Sobald das Justizministerium sagt, es ist eine illegale Währung [...], ist es aus». Keine Regierung werde eine unkontrollierte Währung lange dulden. «Es ist ganz niedlich momentan, viele Senatoren und Kongressabgeordnete sagen - "ich unterstütze Innovationen aus dem Silicon Valley" - doch es wird keine Währung geben, die Regierungskontrollen umgeht.»

Dimon sprach aus, was viele Skeptiker denken, die an dem Projekt des von Zentral- und Geschäftsbanken unabhängigen Digitalgeldes zweifeln - sobald der Bitcoin einer Regierung zu ungeheuer wird, kann sie ihn verbieten. Diese Ungewissheit gibt es allerdings von Anfang an, sie konnte die Spekulanten bis jetzt noch nie abschrecken. Zudem deutet aktuell weniger denn je auf einen regulatorischen Schicksalsschlag hin. Die EU erkannte den Bitcoin erst vor kurzem als nicht zu besteuernde Währung an, New Yorks Finanzaufsicht vergibt inzwischen Lizenzen an Unternehmen der Branche.

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Deutsche Sparer tasten sich langsam an die Fondsanlage heran

Von Theresa Münch, dpa

Das klassische Festgeld wirft kaum noch Zinsen ab. Zeit zum Umdenken. Doch an Aktien trauen sich die konservativen Deutschen noch immer nicht so recht ran.

Berlin (dpa) - Wenn es ums Geld geht, gehen die Deutschen lieber auf Nummer sicher. In Zeiten anhaltend niedriger Zinsen aber lässt sich mit einer konservativen Strategie nur schwierig Geld scheffeln. Denken sie jetzt um?

«Sparen ist ein Thema, aber das Niedrigzinsumfeld macht es verdammt schwer», räumt Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon ein. Insgesamt ließen sich die Bundesbürger ihre Lust am Sparen zwar nicht nehmen und legten weiter mehr als neun Prozent des verfügbaren Einkommens zurück. Jeder Vierte aber spare überhaupt nicht mehr - weder fürs Alter, noch fürs Auto oder ein eigenes Haus.

Vielen mache Sorgen, dass bewährte Geldanlagen kaum noch etwas zum Aufbau des Vermögens beitragen, sagt Fahrenschon. Doch trotzdem lösen sich die Verbraucher nicht von Sparbuch, Festgeld und Co. Im Gegenteil: Nach Angaben der Bundesbank ist der Anteil der als sicher geltenden Anlagen seit der Krise sogar noch gestiegen. Die Experten führen das in ihrem aktuellen Monatsbericht auf eine «ausgeprägte Risikoaversion» zurück.

Echte Renditejäger sind die Deutschen eben nicht. Hohe Renditen sind ihnen zwar nicht egal, doch sie gehören nur für 27 Prozent zu den wichtigsten Faktoren beim Vermögensaufbau. Viel wichtiger sind Sicherheit und Flexibilität, zeigt die Sparkassen-Umfrage. Für viele muss angelegtes Geld auch spontan verfügbar sein. «Die privaten Haushalte gehen sehr abgeklärt mit den niedrigen Zinsen um», lobt Fahrenschon.

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Werden Seltene Erden zum gigantischen Anlageflop?

Von Hannes Breustedt, dpa

Vor einigen Jahren erklärte der Finanzvertrieb Seltene Erden zum Investment der Stunde - mit Zertifikaten und Fonds sollten Anleger vom Boom profitieren. Doch stattdessen brachen Nachfrage und Aktienkurse ein. Nun ist der letzte US-Förderer insolvent.

New York (dpa) - Was haben Smartphones, Windräder, Hybridautos, Flachbildschirme oder Präzisionswaffen gemeinsam? In ihnen werden Seltene Erden verbaut, eine Gruppe von 17 chemischen Elementen mit besonderen Eigenschaften, die in der Industrie gebraucht werden. In den USA hat Molycorp, der letzte Förderer dieser Rohstoffe, jüngst Insolvenz angemeldet - die größte Wirtschaftsmacht der Welt verabschiedet sich aus einem Geschäftsfeld, das unlängst noch als geostrategisch enorm wichtige Wachstumsnische galt. Doch inzwischen zeigt sich, dass der Markt offenbar massiv überschätzt wurde.

«60 Minutes», eine Doku-Reihe des Senders CBS, ist eines der renommiertesten Investigativ-Formate im US-Fernsehen. Doch die Folge zum Thema Seltene Erden, die sich vor allem Molycorp und seiner Bergbaumine Mountain Pass in Kalifornien widmete, erntete vor kurzem ungewöhnlich viel Kritik. Die Reportage vermittelt den Eindruck, dass China ein Monopol habe und für das Verarbeitende Gewerbe der USA, die Rüstungsindustrie insbesondere, eine große Gefahr darstelle. Peking könne die Abhängigkeit anderer Länder nach Belieben ausnutzen.

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Zinsentwicklung: Möglicherweise letzte Chance für günstige Baukredite

Von Harald Schmidt, dpa

Begleitet von der Minizins-Politik der EZB ist Baugeld seit 2011 immer billiger geworden, seit April geht es nun wieder nach oben. Noch können Häuslebauer ihr Eigenheim aber recht günstig finanzieren.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Zeit der extrem billigen Finanzierung von Wohneigentum scheint vorüber. Lange haben sinkende Bauzinsen den Kauf des Eigenheims trotz anziehender Immobilienpreise sehr attraktiv gemacht. Doch seit dem April ziehen die Zinsen an. Und Experten der Deutschen Bank rechnen nicht damit, dass Hypotheken bald wieder günstiger werden: «Der Tiefpunkt für Bauzinsen könnte aufgrund der nun wieder höheren Renditen für Bundesanleihen im zweiten Quartal erreicht worden sein.»

Kurzfristig dürften die Zinsen zwar um die aktuelle Rate schwanken, erklärt Michiel Goris, Vorstandschef des Baufinanzierers Interhyp. Zugleich prognostizierte er jedoch: «Wenn mittel- bis langfristig die Konjunktur anzieht und die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen nachlässt, sind steigende Zinsen für Immobilienkredite zu erwarten.»

Im historischen Vergleich ist Baugeld aber trotz des jüngsten Anstiegs immer noch sehr günstig: Außer Anfang 2015 kostete es nie weniger, eine Immobilien zu finanzieren. Nach Angaben der FMH-Finanzberatung fällt bei einer Hypothek mit zehn Jahren Laufzeit aktuell ein Effektivzins von 1,78 Prozent an. Das ist zwar mehr als vor drei Monaten (1,37 Prozent), jedoch viel weniger als vor vier Jahren (3,93 Prozent). Der Effektivzins umfasst neben dem eigentlich vereinbarten Zins unter anderem auch Bearbeitungsgebühren.

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Aktien-Aversion deutscher Sparer hält sich hartnäckig

Von Harald Schmidt, dpa

Die Börsen boomen - zumindest, wenn man von den vergangenen Tagen einmal absieht. Sparbücher und Tagesgelder sind nach Abzug der Inflation oft ein Verlustgeschäft. Trotzdem machen die Deutschen einen Bogen um Aktien.

Frankfurt/Main (dpa) - Aktien sind den meisten Sparern in Deutschland unheimlich. Obwohl die Zinsen extrem mickrig sind und die Börsen in den ersten Monaten des Jahres regelrecht boomten, legen die Menschen ihr Geld lieber auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto an. In Aktien steckt hingegen nur eine Minderheit der Deutschen ihr Geld. Und diese Minderheit wird immer kleiner. Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) schlägt Alarm.

Die Aktie friste ein Nischendasein. Daran hätten die Niedrigzinsen, das Kursfeuerwerk an den Börsen und Rekord-Dividenden nichts geändert. „Im Gegenteil“, warnt DAI-Chefin Christine Bortenlänger: „Ein langfristiger Vermögensaufbau wird so verhindert, obwohl dieser für die Sicherung des Lebensstandards im Alter so wichtig ist.“

Seit Jahren beobachtet das DAI die Abkehr der Sparer vom Börsenparkett mit Sorge. Allein 2014 trennten sich rund eine halbe Million Deutsche von Aktien oder Anteilen an Aktienfonds. Seit 2001 kehrten demnach fast 4,4 Millionen Anleger den Börsen den Rücken. Nur noch 8,4 Millionen Menschen in Deutschland - also rund 13 Prozent der Bevölkerung - hatten 2014 Geld in Aktien oder -fonds angelegt.

Doch woran liegt es, dass die allermeisten Deutschen Aktien verschmähen? An den schlechten Erfahrungen etwa aus dem Trauerspiel der „Volksaktie“ Telekom? An Kurseinbrüchen wie nach dem Platzen der Dotcom-Blase, dem 11. September oder der Lehman-Pleite?

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Verbraucher nutzen nach wie vor die Chancen der Börse nicht

Dank Rekordbeschäftigung und steigender Einkommen können die Menschen in Deutschland immer mehr Geld investieren. Doch nur eine Minderheit profitiert auch von Kursgewinnen an den Börsen. Insgesamt ist das private Geldvermögen dennoch so groß wie noch nie.

Frankfurt/Main (dpa) - Ungeachtet der mickrigen Zinsen häufen die Menschen in Deutschland immer größere Geldvermögen an. Allein im Schlussquartal 2014 vermehrten die privaten Haushalte ihr Vermögen in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen gegenüber dem Vorquartal um 69 Milliarden Euro auf den Rekordwert von 5,072 Billionen Euro. Dies teilte die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt mit.

Damit nahm das private Geldvermögen im Gesamtjahr 2014 um 209 Milliarden Euro oder 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Und das, obwohl die Menschen ihr Geld trotz der niedriger Zinsen vor allem in kurzfristige und vermeintlich sichere Bankeinlagen steckten.

Immobilien oder Kunstwerke sind in der Statistik nicht enthalten. Auch wie das Vermögen verteilt ist, geht aus der Studie nicht hervor.

Allein durch Transaktionen stieg das Geldvermögen im Schlussquartal 2014 um 40,5 Milliarden Euro. Dank des robusten Arbeitsmarkts und steigender Einkommen legten viele Menschen mehr auf die hohe Kante.

Zudem bescherte vor allem der Boom an den Börsen privaten Haushalten im Vergleich zum Vorquartal Bewertungsgewinne von 28,5 Milliarden Euro. Davon profitierte jedoch nur eine Minderheit der Privatanleger: Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts hatten 2014 nur noch 8,4 Millionen Menschen in Deutschland - oder rund 13 Prozent der Bevölkerung - Geld in Aktien oder Aktienfonds angelegt.

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