Neue Arbeitswelt dank digitalen Wandels

von Christine Schultze/dpa

Arbeiten zu jeder Tageszeit und von fast überall aus - die digitale Revolution hat viele Gesichter. Damit Unternehmen und Beschäftigte profitieren, müssen die Interessen gut austariert werden.

München/Stuttgart (dpa) - Die Digitalisierung hat die Arbeitswelt längst voll erfasst. Schon jetzt macht die Arbeit an Tablet, Notebook oder Smartphone viele Beschäftigte im Büro, unterwegs oder im Home-Office zu Dauergästen im Internet. Auch in der Produktenwicklung und bei vielen Produktionsprozessen geht nichts mehr ohne Software und Vernetzung. Der Wandel birgt klare Chancen - aber auch Risiken. Während die Einen von neuen Geschäftsideen für Firmen und einer freieren Zeiteinteilung für die Mitarbeiter schwärmen, warnen andere vor einem Rationalisierungsschub und fordern Spielregeln für die neue Arbeitswelt.

Vor allem die ständige Erreichbarkeit durch E-Mails und Mobiltelefonie bietet seit Jahren Diskussionsstoff. Einige Unternehmen bauen aber mittlerweile Dämme gegen die Kommunikationsflut. Sie bieten an, beispielsweise dienstliche E-Mails, die Mitarbeiter während ihrer Urlaubszeiten bekommen, zu löschen, wie der Autobauer Daimler. Beim Versicherungskonzern Allianz appelliert eine Kampagne auch an die Eigenverantwortung der Beschäftigten: Auf Plakaten, die im Firmengebäude aushängen, ist ein Mann mit Laptop zu sehen, daneben seine kleine Tochter, die wohl lieber mit ihm spielen würde. „Wie Sie Ihr Wochenende gestalten, entscheiden Sie selbst“, heißt es auf den Plakaten.

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Flugsicherung: Im Einsatz für einen katastrophenfreien Luftraum

Über den Wolken ist die Freiheit keineswegs grenzenlos. Etwas Ordnung in das chaotisch anmutende Geschehen bringt das aeronautische Informationszentrum der Deutschen Flugsicherung.

Frankfurt/Main (dpa) - Einfach Losfliegen geht gar nicht. Bevor in Deutschland ein Flugzeug abhebt, muss sich der Pilot umfangreiche Informationen über Wetter und Luftraum besorgen. Doch nur ein kleiner Teil der Flüge durch den deutschen Luftraum wird eng von den Lotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) überwacht. Auch für den kurzen Trip zu einem nahe gelegenen Flugplatz hält das bundeseigene Unternehmen für die Flieger kostenfrei wichtige Informationen bereit. Meistgenutzter Kanal ist das Internet, die Planer sind allerdings auch über Fax oder Telefon erreichbar.

Luftraumkarten und Aktenordner haben nahezu ausgedient im „Aeronautical Information Service Centre“ (AIS-C), untergebracht in einem unscheinbaren Bürogebäude in Frankfurt-Rödelheim. Mit Hilfe des Computers planen hier rund 60 Experten im Schichtdienst Flüge, sammeln und verbreiten die international standardisierten Störungsmeldungen (Notices to Airmen) oder koordinieren Landegenehmigungen der größeren Flughäfen. Noch vor zehn Jahren war das Team mehr als doppelt so groß und auf 18 Standorte in der gesamten Republik verteilt.

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Finanzen: Honorarberater führen weiter Nischendasein

Von André Stahl, dpa

Unabhängige Geldanlage-Berater, die gegen Honorar arbeiten statt Provisionen zu kassieren, sind eine Rarität. Das Nischendasein wollte die Politik per Gesetz beenden. Eine erste Bilanz fällt ernüchternd aus.

Berlin (dpa) - Die Idee ist simpel und das Ziel klar: Verbraucher sollen bei Geldanlagen stärker auf unabhängige Berater setzen können, die - losgelöst von Produkt- und Provisionsinteressen - mit Kunden ein Honorar vereinbaren. Eine Alternative zum verbreiteten Provisionsmodell, bei dem Vermittler vom Verkauf von Finanzanlagen profitieren und nicht immer die passenden Produkte veräußern.

Um einer fairen Finanzberatung gegen ein fest vereinbartes Entgelt zum Durchbruch zu verhelfen, wurde das Honoraranlageberatungsgesetz auf den Weg gebracht. Es trat zum 1. August 2014 in Kraft - die erhoffte Trendwende aber blieb bisher aus. Die Zulassungszahlen jedenfalls sind mehr als bescheiden. Bei der Finanzaufsicht Bafin sind gerade einmal 14 Honorar-Anlageberater registriert, beim Vermittlerregister des DIHK waren Ende September nur 45 Honorar-Finanzanlageberater gemeldet.

Zum Vergleich: Bis 30. September 2014 waren nach Erhebungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) gut 241 000 Versicherungsvermittler registriert, mehr als 41 217 Berater hatten eine Erlaubnis als Finanzanlagenvermittler nach der Gewerbeordnung. Die Honorarberatung fristet also weiter ein Nischendasein. Und das bei zweigeteilter Aufsicht: Einmal nach dem Kreditwesengesetz durch die Bafin und nach der Gewerbeordnung durch Gewerbeämter.

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Deutsche Start-Ups stellen massiv Mitarbeiter ein

Die Kultur der Start-ups wird in Deutschland viel beschworen, doch an vielen Stellen fehlt den jungen Unternehmen noch die Unterstützung. Dabei geben sie wichtige und messbare Impulse für das Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum, wie eine neue Studie ergab.

Berlin (dpa) - Deutsche Start-ups wollen in den kommenden zwölf Monaten im Schnitt zehn neue Mitarbeiter einstellen. Das entspreche einem Mitarbeiterzuwachs von 50 Prozent, teilte der Bundesverband Deutsche Start-ups am Donnerstag in Berlin mit. Gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft KPMG hatte der Verband unter 900 Gründerinnen und Gründern den Stand der Start-up-Szene erfragt. Der am Donnerstag vorgestellte Start-up-Monitor mache eines klar, sagte Florian Nöll, Vorstandsvorsitzender des Verbands: „Start-ups spielen für Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft eine zunehmend wichtige Rolle.“

Die am Donnerstag vorgestellte Studie zu jungen Unternehmen enthält auch erstmals regionale Auswertungen. Demnach sind die meisten Start-ups in Berlin ansässig (39 Prozent). Danach folgen die Region Rhein-Ruhr und München mit jeweils 8 Prozent sowie Hamburg mit 7 Prozent. Im Schnitt hat demnach knapp die Hälfte der Start-ups im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von mehr als 250 000 Euro erzielt. Berlin beherbergt davon die umsatzstärksten Firmen, die auf einen Jahresumsatz von über 10 Millionen Euro kommen.

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Franchising – trotz Problemen bei „Burger King“ eine Option

Von Antonia Lange und Christine Schultze, dpa

Gleiches Logo, gleiches Angebot und vor allem gleiche Qualität: Beim sogenannten Franchisesystem wird ein Unternehmenskonzept auf mehrere Filialen mit eigenen Betreibern übertragen. Das hat allerdings nicht nur Vorteile - wie Burger King derzeit zu spüren bekommt.

Stuttgart/München (dpa) - Man nehme ein erfolgreiches Unternehmen und drücke die Kopier-Taste: Nach diesem Prinzip funktioniert das sogenannte Franchisesystem, bei dem der Gründer anderen gegen Gebühren ein vorhandenes Konzept zur Verfügung stellt. Was einer Marke eine schnelle Expansion bei vergleichsweise niedrigen Investitionen ermöglicht, hat aber auch Schattenseiten - etwa wenn ein großer Franchise-Partner Probleme macht wie aktuell bei Burger King.

„Burger King hat durch das Verhalten des Franchise-Partners einen Imageschaden erlitten. Die Frage ist, wie lange das in den Köpfen der Leute hängen bleibt“, sagt Felix Peckert. Der frühere Leiter des Deutschen Franchise-Verbands (DFV) berät Franchise-Geber beim Aufbau eines solchen Systems. Nach seinen Angaben gibt es derzeit in Deutschland etwa 1000 solcher Formate.

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DIHK-Umfrage: Ausbildung leidet unter „Generation Doof“ und Demografie

Demografie und mangelnde Ausbildungsreife verlangen den Unternehmen, die Lehrstellen besetzen möchten, immer mehr Engagement und Kreativität ab. Das zeigt die aktuelle Ausbildungsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Im Rahmen der Online-Umfrage hatten sich rund 13 000 Unternehmen zu ihren Ausbildungsplänen, -erfahrungen und -motiven geäußert. Die Ergebnisse stellten DIHK-Präsident Eric Schweitzer und der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks heute in Berlin vor.

Die Zahl der Schulabgänger habe in diesem Jahr um 53 000 unter dem Vorjahresstand gelegen, skizzierte Schweitzer das Dilemma. „2025 werden wir nochmals 120 000 weniger Schulabgänger haben als noch 2014.“ Gleichzeitig sei der Run auf die Hochschulen ungebrochen: „2013 haben rund 507 000 junge Menschen ein Studium begonnen, rund ein Drittel mehr als noch zehn Jahre zuvor.“

In Folge seien 2013 allein im IHK-Bereich 80 000 Lehrstellen unbesetzt geblieben. 29 Prozent der Unternehmen aus Industrie und Handel sei es nicht gelungen, ihre angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen, berichtete der DIHK-Präsident – „ein deutlicher Anstieg um 7 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich“. Das Problem habe mittlerweile auch die bei den Bewerbern besonders beliebten größeren Betriebe erreicht.

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