General Motors: Erfolge auf Heimatmarkt gleichen Verluste in Europa aus

Für den größten US-Autobauer General Motors dauert die Leidenszeit in Europa an. Der Verkauf von Opel und Vauxhall an Peugeot ist zwar schon vereinbart, doch noch belasten die Töchter die Bilanz. Dank der Geschäfte im Heimatmarkt verdient der Konzern trotzdem gut.

Detroit/Rüsselsheim (dpa) - Das Europa-Geschäft des US-Autoriesen General Motors ist vor dem geplanten Verkauf der deutschen Tochter Opel tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Im ersten Quartal wuchs der operative Verlust der Sparte verglichen mit dem Vorjahreswert von 6 Millionen auf 201 Millionen Dollar (184 Mio Euro), wie GM am Freitag mitteilte. Der Konzern begründete dies unter anderem mit dem Verfall des Pfunds nach der Entscheidung der Briten zum EU-Austritt. In Großbritannien ist GM mit der Marke Vauxhall stark vertreten.

Opel-Chef Karl Thomas Neumann verwies angesichts des erneuten Verlusts auch auf hohe Investitionen zur Entwicklung und Einführung neuer Modelle. «Unser Produktportfolio ist deutlich jünger als das unserer relevanten Wettbewerber. Das ist eine große Chance, auch neue Kunden zu gewinnen», erklärte er in Rüsselsheim. Man sei zuversichtlich für den weiteren Verlauf des Jahres.

Nach jüngsten Konzernzahlen haben Opel und Vauxhall mit 315 000 Autos in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund 8000 Einheiten mehr verkauft als ein Jahr zuvor. Das war eine Steigerung um 2,6 Prozent.

GM hat sich mit dem französischen PSA-Konzern grundsätzlich auf einen Verkauf des Europageschäfts geeinigt. Die Franzosen sollen inklusive Vauxhall und der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro zahlen. GM rechnet mit einer Belastung von 4,5 Milliarden Dollar (4,1 Mrd Euro) aus dem Deal. Opel und Vauxhall beschäftigen 38 000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland.

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Intelligente Roboter als Leitthema der Hannover Messe

Von Ralf E. Krüger, dpa

Roboter werden immer intelligenter - und können immer präzisere Vorhersagen zum menschlichen Verhalten machen. Die Hannover Messe verspricht konkrete Antworten auf die Frage, wie sie Unternehmen nutzen können. Die Fertigung wird zunehmend flexibler gestaltet.

Hannover (dpa) - Auf der Suche nach Industrietrends und neuen Geschäftsmodellen kommen rund 6500 Aussteller und wohl 200 000 Besucher von Montag an zur Hannover Messe. Bei der fünftägigen Leistungsschau wollen sie selbst sehen, was es unter dem Schlagwort digitaler Wandel bereits an konkreten Anwendungsbeispielen für die Industrie von morgen («Industrie 4.0») gibt. Denn die Messe gilt zunehmend als Orientierungs-Plattform bei der Frage, welchen konkreten Nutzen die technischen Innovationen für die Betriebe haben. Messe-Schwerpunkte sind unter anderem:

ROBOTER: Roboter sind diesmal DAS Trendthema der Messe. Vor allem die Industriehelfer ermöglichen, in immer neue Dimensionen vorzustoßen. Ob in der Fertigung, der Logistik oder im privaten Haushalt: die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter wird ausgefeilter. Der Hersteller Festo etwa zeigt einen pneumatischen Leichtroboter, der dem menschlichen Arm nachempfunden ist und feinfühlige Bewegungen ausführt. Von Franka Emika kommen dazu sogenannte Roboter-Apps, die das Programmieren dieser mechanischen Helfer mit ihren hochkomplexen Fähigkeiten zur Minuten-Sache machen.

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McDonald's mit neuen Konzepten auf der Überholspur

Die weltgrößte Schnellrestaurantkette ist mit überraschend starken Verkäufen ins neue Geschäftsjahr gestartet. Auch auf dem schwierigen US-Heimatmarkt konnte McDonald's Erfolge verbuchen - Appetit machte den Kunden etwa ein neuer «Big Mac» im XL-Format.

Oak Brook (dpa) - McDonald's hat zum Jahresbeginn deutlich mehr Kunden in seine Schnellrestaurants gelockt als erwartet. Die Verkäufe auf etablierter Ladenfläche - also ohne Neueröffnungen in den letzten 13 Monaten - kletterten weltweit um überraschend starke 4,0 Prozent. Das teilte der US-Konzern am Dienstag mit. Auch beim Gewinn legte der weltgrößte Fast-Food-Anbieter unerwartet stark zu.

In den USA, wo die Messlatte durch die erfolgreiche Einführung des ganztägigen Frühstücks im Vorjahr hoch lag, verbuchte der Burger-Riese ein Absatzplus von 1,7 Prozent. Analysten hatten mit einem spürbaren Rückgang gerechnet. Doch mit verschiedenen Sonderangeboten und neuen Varianten des Klassikers «Big Mac», den es seit Januar etwa auch als XL-Ausgabe gibt, konnte McDonald's punkten.

Zudem stieß das inzwischen auch in Großbritannien und Kanada eingeführte «All-Day Breakfast» - also Frühstücksangebote für den ganzen Tag - weiter auf hohe Beliebtheit. Für McDonald's ist aber vor allem der Erfolg auf dem amerikanischen Heimatmarkt wichtig, denn dort tut sich die Schnellrestaurantkette seit Jahren schwer. Der Marktführer kämpft mit dem Trend zu gesünderer Ernährung und wird sowohl von gehobener Konkurrenz wie Shake Shack als auch von anderen Billiganbietern wie Burger King und Wendy's in die Mangel genommen.

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Exportüberschuss: IWF fordert mehr Staatsdirigismus

Waren «Made in Germany» sind begehrt - deshalb hat Deutschland einen Exportüberschuss. Der Haltung von Finanzminister Schäuble gegen staatliche Eingriffe folgt der IWF nur bedingt. Überschüsse kann man auch investieren, lautet das Credo in Washington.

Washington (dpa) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die deutsche Bundesregierung streiten auf internationaler Bühne weiter über die Höhe deutscher Exportüberschüsse. «Nicht alles ist gerechtfertigt», sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag zur Eröffnung der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zeigte sich dagegen nicht zu staatlichen Eingriffen in die Leistungsbilanz bereit.

«Es gibt weder vernünftige Maßnahmen, die Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss senken, noch brauchen wir aktive wirtschaftspolitische Maßnahmen, um dies zu erreichen», sagte Schäuble. Deutschland war 2016 erneut Exportweltmeister mit einem Rekordüberschuss von 252,9 Milliarden Euro. Der Exportüberschuss erreichte deutlich über acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die EU sieht mehr als sechs Prozent als Problem für die Stabilität an.

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International Games Week: Branche weiter auf Wachstumskurs

Für sieben Tage wird die Hauptstadt zum «Spielplatz». Die International Games Week lockt mit einem breit gefächerten Programm Branchenkenner und Spiele-Fans gleichermaßen nach Berlin.

Berlin (dpa) - Mit der Games Week ist am Montag eine der wichtigsten Veranstaltungen der Computerspiele-Branche in Berlin gestartet. Mit über zehn verschiedenen Events will die Dachmarke sowohl Experten und Branchenkenner, als auch Games-Enthusiasten und Familien ansprechen. Offiziell eröffnet wurde die siebentägige Veranstaltungsreihe am Montagabend auf dem Opening Summit mit Vertretern aus der Branche und der Politik.

«Ich freue mich auf die Woche, in der die Hauptstadt unser Spielplatz wird», sagte Michael Liebe, Leiter der Games Week. Die Veranstalter erwarten vom Montag bis zum 30. April rund 15 000 Besucher. Unter dem Motto «No games, no future» will sich die Branche vor allem auch als wichtiger Wirtschaftsfaktor präsentieren und die wachsende gesellschaftliche Bedeutung von Spielen in den Vordergrund rücken. 

«Computerspiele made in Germany machen Spaß, sind innovativ und außerdem ein wertvolles Wirtschafts- und Kulturgut mit internationaler Strahlkraft», sagte Dirk Wiese (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Nach Angaben des Branchenverbands BIU wurde mit Soft- und Hardware 2016 ein Umsatz von 2,9 Milliarden Euro in Deutschland erwirtschaftet und übertrifft damit zum Beispiel die Kino- und Fernsehbranche.

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IWF zittert vor Trump und will durch Welthandel Afrika aufbauen

Von Michael Donhauser, dpa

Handel bedeutet Wachstum, und Wachstum bedeutet ein besseres Leben - auch für die Hungernden in Afrika: Der IWF glaubt weiterhin an den weltweiten Nutzen von Globalisierung - und hat Angst vor den Protektionisten im Schlepptau von Donald Trump.

Washington (dpa) - Die Bilder sind schwer zu ertragen: Hungernde Kinder, klagende Mütter - und kaum Aussicht auf Besserung. Im Südsudan, Jemen, Teilen von Kenia und Nigeria droht vor allem Kinder der Hungertod, weil eine Dürre die Ernten vernichtet hat und Nachschub nicht schnell genug die Menschen erreicht.

Das Thema beschäftigt auch den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Ursache für die humanitäre Katastrophe ist eine Mixtur aus wirtschaftlichen und politischen Problemen. Und letztere sind in den Entwicklungsländern nicht nur selbst gemacht. Der IWF zeigt mit dem Finger auch auf Donald Trump, den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, der sich zu einer Abschottungspolitik bekennt.

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