Euro immer noch nicht vollständig fälschungssicher

Porträtfenster, Smaragdzahl - an den Sicherheitsmerkmalen der neuen Euro-Banknoten versuchen sich Geldfälscher bislang vergeblich. Doch sie landen auch mit besonders einfachen Blüten erstaunliche Erfolge.

Frankfurt/Main (dpa) - Zumindest Farbe und Größe passen - sonst hat der lila 500er aus Simbabwe wenig mit dem 500-Euro-Schein gemein. Doch Fälscher motzten den Schein, der umgerechnet gerade einmal gut 1,20 Euro wert ist, mit wenigen Federstrichen zur wertvollsten Euro-Banknote auf: Die Kuhbilder auf der Rückseite verschwinden unter der modernen Brücke, die den 500-Euro-Schein ziert, das nachträglich aufgebrachte Euro-Zeichen auf der Vorderseite und die Europaflagge suggerieren zusätzlich Seriosität.

Die Masche hat offensichtlich Erfolg: In der Ukraine bringen Kriminelle im vergangenen Jahr etliche dieser Blüten in Umlauf. Als eine Bankkundin in Berlin das Geld im August 2016 einzahlen will, gibt sie an, es in einer Wechselstube in Kiew erhalten zu haben. «Es ist erstaunlich, dass solche Fälschungen 15 Jahre nach der Einführung des Euro-Bargeldes noch funktionieren», sagt Rainer Elm, Leiter des Nationalen Analysezentrums der Bundesbank.

In einem anderen Fall gingen Fälscher noch plumper vor: Bei der 200-Dinarnote aus Serbien machten sie sich nicht einmal die Mühe, die Motive der entsprechenden Euro-Banknote anzupassen, sondern änderten lediglich den Wert in Euro. Bei einem in bar abgewickelten Geschäft über 35 000 Euro wurden einer deutschen Firma zwei dieser Blüten untergejubelt.

Weiterlesen...

Landwirtschaft: Gemischte Gefühle zu Beginn des Jahres

Von den dpa-Korrespondenten

Dürre in Kenia, Billigimporte in Lateinamerika, verseuchte Ackerflächen in China. Landwirte rund um den Globus haben im vergangenen Jahr zahlreichen Problemen getrotzt. Mancherorts könnte es 2017 schlimmer werden - doch es gibt Lichtblicke.

Peking/Mexiko-Stadt (dpa) - Geflügel und Wild, Hülsenfrüchte und Obst. Zwischen den Jahren kommt vielerorts mehr und besseres Essen auf den Tisch als üblich. Doch wie geht es eigentlich denen, die maßgeblich dafür sorgen, dass bei anderen etwas auf dem Teller landet - den Bauern? Eine wirtschaftlich-kulinarische Rundreise um die Welt.

LATEINAMERIKA:

Mexikos Kleinbauern treibt die Sorge vor zunehmendem Freihandel um. Angesichts bestehender und geplanter Freihandelsabkommen fürchten sie einen ruinösen Preiskampf bei Agrarprodukten. Bereits mit dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta haben die mexikanischen Kleinproduzenten schlechte Erfahrungen gemacht, jetzt soll auch noch die Transpazifische Partnerschaft (TPP) kommen und die EU will künftig ihre Überproduktion in Lateinamerika losschlagen.

«Die Kleinbauern können mit den subventionierten Importen preislich nicht konkurrieren», sagt Víctor Suárez, geschäftsführender Direktor des mexikanischen Kleinbauernverbands Anec. «Vom Freihandel profitieren nur die Großbetriebe.» In Mexiko arbeiten insgesamt 5,5 Millionen Menschen in der Landwirtschaft. Die Branche trägt vier Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Weiterlesen...

DSW: Nur 15 Prozent der Deutschen kaufen Aktien

Von Friederike Marx und Jörn Bender, dpa

Große Notenbanken halten Anleger mit ihrer Geldflut bei Laune. Für Turbulenzen an den Börsen sorgt immer wieder die Politik. Das dürfte im kommenden Jahr so weitergehen.

Frankfurt/Main (dpa) - Brexit-Votum, Trump-Sieg und Regierungskrise in Italien: Vor allem die Politik hat Anleger in diesem Jahr in Atem gehalten. Hinzu kamen Sorgen um die globale Konjunktur. Zum Jahresende legte der Dax dennoch einen kräftigen Spurt auf gut 11 481 Punkte hin. Der deutsche Leitindex schaffte damit auf Jahressicht ein Plus von rund 6,9 Prozent. Hält die zuletzt zuversichtliche Stimmung der Anleger trotz aller politischer Stolperfallen auch 2017 an?

Schocks rund um den Globus lösten Anfang des Jahres maue Konjunkturdaten aus China und der Ölpreisverfall aus. Die Angst um die Weltwirtschaft ließen Dax und Co. einbrechen. Bis auf 8752,87 Punkte rauschte das wichtigste deutsche Börsenbarometer im Februar nach unten. Im Juni vernichtete der Kurssturz nach dem unerwarteten Nein der Briten zur Europäischen Union an einem Tag Milliarden an den Börsen rund um den Globus. Die überraschende Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sorgte dagegen nur kurz für einen Kursknick.

Angetrieben werden die weltweiten Aktienkurse vor allem von der Geldschwemme großer Notenbanken. Zwar zog die US-Notenbank die gelpolitischen Zügel in diesem Jahr weiter an. Sie hob den Leitzins leicht um 0,25 Prozentpunkte an und signalisierte weitere Schritte.

Weiterlesen...

Zehn Jahre iPhone: Ein Meilenstein der mobilen Kommunikation

Von Christoph Dernbach, dpa

Vor zehn Jahren stellte Apple das erste iPhone vor. Damals konnte sich kaum jemand vorstellen, dass Marktführer wie Nokia von der Bühne verschwinden würden. Das iPhone fasziniert noch immer die Massen, auch wenn Kritiker inzwischen Innovationen von Apple vermissen.

San Francisco (dpa) - Als Apple-Chef Steve Jobs am 9. Januar 2007 auf die Bühne der Macworld-Konferenz trat, rechneten die Besucher bereits mit der Premiere eines Smartphones von Apple. Doch zwischenzeitlich sorgte Jobs für Verwirrung im Publikum: «Heute stellen wir Ihnen drei revolutionäre Produkte vor: Das erste ist ein Breitbild-iPod mit Touchscreen. Das zweite ist ein umwälzendes Handy. Und das dritte ist ein neues Internet-Kommunikationsgerät, das einen echten Durchbruch bedeutet.» Sollten hier tatsächlich drei neue Apple-Geräte angekündigt werden?

Jobs wiederholte diese Aufzählung so oft, bis dem letzten Besucher im Moscone Center in San Francisco dämmerte, was er meinte: «Das sind nicht drei separate Geräte, sondern nur ein einziges. Wir nennen es iPhone.» Apple erfinde das Telefon neu, sagte Jobs. Wie sich herausstellte, erfand Apple viel mehr - einen Weg, wie man einen vollwertigen Computer bequem unterwegs nutzbar machen kann.

Weiterlesen...

Flüchtlinge: Wie hat die Wirtschaft tatsächlich reagiert?

Von Annika Grah, dpa

Im vergangenen Herbst legten zahlreiche Großkonzerne Programme für Flüchtlinge auf. Doch wie viele geflüchtete Menschen inzwischen tatsächlich Arbeit gefunden haben, lässt sich nur schwer beziffern.

Esslingen (dpa) - Für Mohsen A. ist ein Kindheitstraum wahr geworden. «Schon als Kind haben mir die Bilder von Mercedes gefallen. Die sehen immer noch gut aus.» Seit vergangenem Jahr macht der 22-jährige Afghane eine Ausbildung zum Mechatroniker bei dem Autohersteller. 2010 war Mohsen ohne seine Familie nach Deutschland gekommen. «Nicht freiwillig», mehr sagt er nicht über seine Vergangenheit. Der Zufall brachte ihn nach Esslingen. Nach dem Hauptschulabschluss absolvierte er eine Berufsfachschule und bewarb sich für verschiedene Ausbildungsplätze. Aus mehreren Zusagen wählte er den Stuttgarter Autokonzern Daimler. Teil eines der vom Konzern aufgelegten Flüchtlingsprogramme war der 22-jährige Afghane nicht: «Für mich gab es keine Sonderbehandlung», sagt er.

Genau eine solche «Sonderbehandlung» lassen mehrere Großkonzerne aber seit vergangenem Jahr angedeihen. Bei Daimler absolvierten im ersten Halbjahr 2016 etwa 300 Menschen ein solches Praktikum inklusive Deutschkurs. Bei Siemens wurden im März mehr als 60 Plätze für eine sechsmonatige Ausbildungsvorbereitung zur Verfügung gestellt. 15 von ihnen werden auch eine Ausbildung bekommen, der Rest wird bei ihren Bewerbungen in anderen Unternehmen unterstützt. Dazu kommen in diesem Jahr bis zu rund 100 Praktikumsplätze.

Weiterlesen...