Native Advertising: Eingebundener Journalismus mit kommerziellem Hintergrund

Von Andreas Heimann, dpa

Native Advertising ist so ein Begriff aus der Werbewelt, mit dem eigentlich nur Experten etwas anfangen können. Gemeint sind Beiträge, die nicht unbedingt als Werbung zu erkennen sind. Das hat Vorteile und auch seine Tücken.

Berlin (dpa) - Online-Werbung kann schnell nerven. Besonders, wenn sie sich über den Text legt und sich nicht gleich schließen lässt. Eine Antwort darauf ist Native Advertising. Dabei poppt kein Banner auf, es handelt sich auch gar nicht um eine klassische Werbung. Optisch und inhaltlich fügt es sich in die journalistische Umgebung ein. Das ist nicht unumstritten.

Übersetzen lässt sich Native Advertising schlecht. «Es ist ein von Anzeigenkunden bezahlter und gekennzeichneter Text-, Video- oder Audiobeitrag, der redaktionell anmutet, sich auf die Interessen des Nutzers bezieht und bei dem Relevanz und Mehrwert im Vordergrund stehen», erklärt Holger Kansky, Referent Multimedia beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV).

Und anders als bei Werbebannern ist Interaktion ein wichtiger Gesichtspunkt: «Die Inhalte sollen in sozialen Medien geliked und geteilt werden», sagt Kansky. «Bei einigen Online-Angeboten wird der virale Uplift mitverkauft.» Das heißt, der Werbekunde soll sich darauf verlassen können, dass der von ihm bezahlte Beitrag seinen Weg durch die sozialen Medien wie Twitter und Facebook nimmt. «Das hat schon eine neue Qualität.»

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Industrie warnt vor Engpässen bei der Rohstoffversorgung

Berlin (dpa) - Die deutsche Industrie sorgt sich um ihre Versorgung mit Rohstoffen. «Die Politik muss das Thema Rohstoffsicherheit wieder auf die politische Agenda setzen», forderte der Präsident des Industrieverbandes BDI, Ulrich Grillo, am Dienstag in Berlin. Wegen der Digitalisierung und der Energiewende steige die Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen wie etwa Seltenen Erden oder Lithium deutlich. «Ausgerechnet für etliche dieser Rohstoffe ist die sichere Versorgung der Industrie in Gefahr», warnte Grillo.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mahnte die Industrie, auch heimische Rohstoffe wie Kies oder Mineralien nicht aus dem Blick zu verlieren - auch «wenn diese nicht so sexy sind wie Seltene Erden». Er verwies auf den riesigen Bedarf an Baustoffen für die Energiewende sowie die Infrastruktur für moderne Zukunftstechnologien.

Der Vize-Kanzler rief die deutsche Wirtschaft auf, sich stärker in Ländern mit hohen Rohstoffvorkommen an der Förderung zu beteiligen. Unternehmen sollten sich nicht zweimal von Ländern einladen lassen, die sich nicht in die Abhängigkeit von China begeben wollten. Zudem überlegten Länder wie Saudi-Arabien, wie sie künftig angesichts des Welt-Klimaabkommens mit Rohstoffen wie Erdöl umgehen. Gabriel sprach sich im Zusammenhang mit der Rohstoffsicherung erneut für weitere Schritte zum Abbau der Spannungen mit Russland aus: «Russland braucht Europa, aber wir brauchen auch Russland.»

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Klimaangst als Marketinginstrument für Versicherer in Entwicklungsländern

Klimawandel und Naturkatastrophen bedrohen oft die Ärmsten der Welt. Die Versicherer arbeiten deshalb an Klimawandel-Versicherungen. Angesichts von Milliarden Unversicherten ein lukratives Geschäft.

Kuala Lumpur (dpa) - Entwicklungsländer sind besonders verwundbar für Naturkatastrophen - und zugleich kann sich dort kaum jemand Versicherungsschutz leisten. Große Versicherer arbeiten deshalb schon seit Jahren an Klimaversicherungen und anderen Lösungen, um beispielsweise Bauern vor den oft existenzbedrohenden Folgen schwerer Unwetter und anderer Naturgefahren zu schützen. Für die Branche selbst ist das durchaus ein interessantes Geschäft, wie Ivo Menzinger vom Rückversicherer Swiss Re der Deutschen Presse-Agentur am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Kuala Lumpur sagte.

Rund vier Milliarden Menschen weltweit haben nach Schätzungen der Swiss Re keinerlei Versicherungsschutz. Das Unternehmen experimentiere deshalb mit bezahlbaren Mikroversicherungen und Klimaversicherungen für Staaten, sagte Menzinger, der die Abteilung «Global Partnerships» bei dem Unternehmen leitet. Mit ein paar Dutzend Ländern und Lokalbehörden seien Verträge schon geschlossen worden.

«Viele Schäden etwa an Infrastruktur und Staatseigentum sind nicht versichert, und die Staaten müssen auch Leuten unter die Arme greifen, die es sich gar nicht leisten können, am Versicherungsmarkt teilzunehmen», sagte Menzinger. «Das heißt: zahlen müssen die Finanzminister sowieso, etwa, indem sie Schulden aufnehmen oder Budgetposten verschieben. Deshalb sagen wir: statt hinterher nachzudenken, wie das Loch zu stopfen ist, spricht viel dafür, einen Teil der Kosten durch Versicherungen vorzufinanzieren.»

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Microsoft will weltgrößtes Karriere-Netzwerk erwerben

Microsoft greift nach dem Karriere-Netzwerk LinkedIn mit 433 Millionen Mitgliedern. Der Windows-Riese will damit auch in der Zukunft eine relevante Größe in Unternehmen bleiben.

Redmond (dpa) - Microsoft will seine Vormachtstellung in Unternehmen mit dem Kauf des Karriere-Netzwerks LinkedIn für mehr als 20 Milliarden Dollar zementieren. Damit kommen 433 Millionen Mitglieder und ihre Daten unter das Dach des Windows-Konzerns. Es ist der teuerste Zukauf für Microsoft und einer der größten Deals in der Tech-Branche.

Der deutlich größere Konkurrent des deutschen Anbieters Xing werde bei der Übernahme insgesamt mit 26,2 Milliarden Dollar (23,3 Mrd Euro) bewertet, teilten die Unternehmen am Montag mit. In dieser Summe seien auch die Geldreserven von LinkedIn eingerechnet. Sie lagen zum Ende des ersten Quartals bei gut drei Milliarden Dollar.

Microsoft bietet 196 Dollar pro Aktie. Das ist ein satter Aufpreis auf den Schlusskurs von 131,08 Dollar von Freitag. Im Vergleich zu Kursen im vergangenen Jahr ist es allerdings noch so etwas wie ein Schnäppchen: Die Aktie hatte zeitweise über 260 Dollar notiert.

Bei LinkedIn können sich Nutzer mit eigenen Profilen in ihrem beruflichen Umfeld vorstellen, nach neuen Jobs Ausschau halten und mit anderen Mitgliedern kommunizieren. Unternehmen nutzen das Portal auch für die Suche nach Mitarbeitern. Im ersten Quartal 2016 kletterte die weltweite Nutzerzahl von 414 auf 433 Millionen. Pro Monat waren 105,5 Millionen von ihnen aktiv.

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Udacity soll Infrastruktur für Online-Bildung auch in Deutschland stärken

Der in Deutschland geborene Sebastian Thrun startete einst das Roboterauto-Projekt bei Google. Jetzt will seine Lernplattform Udacity Wissen aus dem Silicon Valley nach Deutschland bringen - und speziell auch über selbstfahrende Autos.

Berlin (dpa) - Roboterwagen-Pionier Sebastian Thrun will mit seiner Online-Lernplattform Udacity Fachwissen über selbstfahrende Autos an interessierte deutsche Hersteller vermitteln. «Es gibt einen Wahnsinns-Bedarf in der Industrie für Leute mit Wissen über selbstfahrende Autos», sagte der Entwickler der ersten Google-Roboterwagen der dpa zum Deutschland-Start von Udacity am Mittwoch. «Mir geht es darum, den Verkehr sicherer zu machen, das ist für mich wichtiger, als einer speziellen Firma zu helfen.»

In den sechs bis zwölf Monate dauernden Online-Kurse könne man einiges schaffen, betonte Thrun: «Man kann einen relativ guten Programmierer in einem halben Jahr zum Spezialisten im Bereich selbstfahrender Autos ausbilden.» Genauso könne man aber auch einen Nicht-Programmierer zum Programmierer machen oder einen Programmierer zum Entwickler von Smartphone-Apps. Das Interesse an Fachwissen aus dem Silicon Valley sei in Deutschland stark: «Viele der großen Firmen, mit denen wir reden, die zum Teil zehntausende Ingenieure haben, müssen sich in einer neuen Welt mit künstlicher Intelligenz, Big Data, selbstlernenden Maschinen und virtueller Realität zurechtfinden.»

Udacity bietet in Deutschland zum Start am Mittwoch die gleichen Kurse wie in den USA an. Sie wurden zum Teil mit Beteiligung von Schwergewichten wie Google oder Facebook entwickelt, sind auf konkrete Fähigkeiten und Wissensbereiche ausgerichtet und kosten 200 Euro pro Monat. «Wir glauben, dass Wissen aus dem Silicon Valley überall auf der Welt gefragt ist», sagte Thrun. Auch mit deutschen Unternehmen sollen Inhalte für Kurse entwickelt werden. Udacity hat nach eigenen Angaben rund vier Millionen Nutzer weltweit, darunter bereits einige tausend in Deutschland. Als Partner tritt hierzulande der Bertelsmann-Konzern auf.

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