ICANN übergibt USA Vorschlag für Neuregelung

Marrakesch (dpa) - Der Plan, die Aufsicht der US-Regierung über die Internet-Verwaltung ICANN zu beenden, nimmt konkrete Formen an. Die ICANN stellte nach langer Entwicklung schließlich den Vorschlag für neue Regelung vor. Dabei sollen in einer komplexen Struktur die Interessenvertretungen von Nutzern, Unternehmen und Regierungen austariert werden. Der Vorschlag wurde am Donnerstag der US-Regierung übergeben.

Er sehe gute Chancen, dass das neue System stehen könne, bis Ende September der aktuelle Vertrag mit dem US-Handelsministerium ausläuft, sagte Thomas Rickert vom deutschen Internet-Verband eco der Deutschen Presse-Agentur.

Die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) verwaltet unter anderem das System der Domain-Endungen wie .com und steht seit Gründung 1998 unter Aufsicht des US-Handelsministeriums. Die US-Regierung kündigte im März 2014 an, die Aufsichtsfunktion zum Ablauf des damaligen Vertrags im September 2015 aufzugeben. Der ICANN gelang es jedoch nicht, rechtzeitig eine Nachfolgelösung auf die Beine zu stellen und die US-Aufsicht wurde im ein Jahr verlängert.

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Trotz Krisen und Terror: Bundesbürger wollen wieder verreisen

Die Reisebranche kann trotz des schwachen Starts in die Sommersaison etwas Hoffnung schöpfen: Die Mehrheit der Bundesbürger hat feste Urlaubspläne. Ob sie für die schönsten Wochen des Jahres mehr ausgeben werden, muss sich allerdings noch zeigen.

Berlin (dpa) - Trotz Anschlägen in beliebten Urlaubsregionen wollen viele Bundesbürger nicht aufs Reisen verzichten. Für dieses Jahr haben 59 Prozent feste Pläne, weitere 11 Prozent wollen wahrscheinlich verreisen. Das ist das Ergebnis der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), die am Mittwoch auf der Reisemesse ITB in Berlin vorgestellt wurde. Nur 12 Prozent wollen demnach sicher nicht verreisen. Anfang 2015 sagten dies 11 Prozent.

Im vergangenen Jahr ließen sich die Bundesbürger ihren Urlaub der Studie zufolge 87 Milliarden Euro kosten. Die Ausgaben stagnierten damit in etwa auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Dabei gaben die Deutschen 2015 etwas weniger Geld für Urlaubsreisen von mindestens fünf Tagen Dauer aus: Die Summe sank von mehr als 67 Milliarden Euro in 2014 auf 65,9 Milliarden Euro. Im Schnitt wurden pro Person und Reise 954 Euro gezahlt. Die Ausgaben für Kurzreisen legten dagegen von knapp 20 Milliarden auf 21,1 Milliarden Euro zu.

Insgesamt machten vergangenes Jahr 53,4 Millionen Urlauber 69,1 Millionen Reisen von fünf oder mehr Tagen. Hinzu kamen 77,1 Millionen Kurztrips von 31,7 Millionen Reisenden.

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Mobilfunkanbieter will Werbeblocker für Smartphones und Tablets entwickeln

London (dpa) - Der Mobilfunkanbieter Three will in seinem Netz künftig Werbung aus dem mobilen Internet für Smartphones und Tablets herausfiltern. Die Mobilfunkmarke des Mischkonzerns Hutchison aus Hong Kong, die in Europa in Großbritannien und Italien vertreten ist, schloss dazu eine Partnerschaft mit dem israelischen Anbieter Shine, wie Three UK am Freitag in London mitteilte. Three wolle damit «ausufernde und irrelevante mobile Werbung» für die Kunden ausfiltern, hieß es.

Kunden sollten nicht den Datentransfer für übertragene Werbung zahlen müssen - vielmehr sollten die Werbenden diese Kosten tragen, erklärte Three. Werbeblocker auf Netzebene sind umstritten: Kritiker werfen bei solchen Plänen einen Verstoß gegen das Prinzip der Netzneutralität vor, also der Gleichbehandlung aller Daten im Internet.

Netzanbieter könnten auf diese Weise bestimmten Datenverkehr ausbremsen und nur gegen Beteiligung an Erlösen oder gegen direkte Bezahlung in der bestmöglichen Geschwindigkeit durchleiten, lautet der Vorwurf. Shine ist ein israelischer Anbieter einer Technologie, die Werbung nicht erst auf dem Smartphone oder Tablet ausfiltert, sondern auf Ebene des Telekommunikationsnetzes. Dieser Weg sei effizienter als spezifische Apps auf den Geräten selbst, teilte Three mit. Mit der Methode könnten Mobilfunk-Anbieter auch Druck auf Internet-Unternehmen ausüben. Sie werfen ihnen oft vor, Geschäfte in dem von ihnen teuer ausgebauten Netz zu machen, ohne sie an den Einnahmen teilhaben zu lassen.

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Goldpreis setzt zu neuem Höhenflug an

London/Frankfurt (dpa) - Der Goldpreis hat seine Erholung der vergangenen Wochen fortgesetzt und am Freitag den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht. Im Vormittagshandel sprang der Preis für das Edelmetall erneut deutlich nach oben. Die Feinunze (etwa 31 Gramm) kostete an der Börse in London in der Spitze 1274,91 US-Dollar. Damit ist Gold so wertvoll wie zuletzt im Februar 2015.

Seit dem Jahresbeginn konnte der Goldpreis um 19 Prozent zulegen. Zuletzt habe er Auftrieb durch die Kursschwäche des US-Dollar erhalten, der im Handel mit dem Euro auf ein Wochentief gefallen war, erklärten Rohstoffexperten der Commerzbank. Gold wird in Dollar gehandelt - ein Wertverlust der US-Währung macht das Edelmetall außerhalb des Dollarraums günstiger und stärkt so die Nachfrage.

Zudem spielt die Geldpolitik der Notenbanken eine Rolle. «Die Rally bei Aktien geht im Wesentlichen auf die Erwartung noch extremerer geldpolitischer Lockerungen zurück. Da überrascht es nicht, dass auch Gold in einem solchen Umfeld zunehmend gefragt ist», sagte Jordan Eliseo vom Handelsunternehmen Australian Bullion in Sydney.

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Insekten-Burger: Kulinarische Revolution startet in Osnabrück

Von Elmar Stephan, dpa

Burger sind hierzulande beliebtes Fastfood. In anderen Ländern lassen sich die Menschen Insekten schmecken. Ein junges Start-up aus Osnabrück will beides kombinieren: Käferlarven im Brötchen.

Osnabrück (dpa) - Ein Burger aus gemahlenem Buffalowurm - der Larve des Getreideschimmelkäfers. «Schmeckt wie Falafel», sagt Jungunternehmer Max Krämer. Der 30-Jährige und sein 28 Jahre alter Kollege Baris Özel wollen mit ihrer Osnabrücker Firma «Bugfoundation» in den kommenden Jahren Burger auf Insektenbasis europaweit etablieren - die «Bux Burger».

Der Burger sieht ganz normal aus: Eine Brötchenhälfte oben und unten, Salat, und in der Mitte ein Klops. Aber statt aus Rindfleisch ist der Belag aus pflanzlichen Bestandteilen - und eben aus Insekten. Bei einem Thailand-Aufenthalt vor einigen Jahren habe er zum ersten Mal Insekten gegessen, erzählt Krämer. «Ich habe in meiner Bachelor-Arbeit darüber geschrieben und bin dabei auf sehr viele Vorurteile über Insekten als Nahrungsmittel gestoßen.»

In Afrika, Asien, Australien - auf all diesen Kontinenten gehören Insekten zur täglichen Nahrung von zwei Milliarden Menschen, wie die Welternährungsagentur der Vereinten Nationen (FAO) feststellte. Im Westen sind gegrillte, frittierte oder gedünstete Grillen, Maden, Würmer oder Ameisen bislang eher ein Partygag.

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