Vision 2030: Wirtschaftlicher Umbau soll Saudi-Arabien bedeutungsvoll erhalten

Riad (dpa) - Mit dem wohl größten Wirtschaftsumbau der Geschichte will sich Saudi-Arabien in den nächsten Jahren unabhängiger vom Öl machen. Umgerechnet soll der staatliche Investitionsfond der «Vision 2030», über den die Ökonomie des Landes auf neue Standbeine gestellt werden soll, auf mehr als 1500 Milliarden Euro anwachsen.

Bei dem vor einem Jahr vorgestellten Projekt stehen unter anderem der Ausbau Erneuerbarer Energien, die Modernisierung der Industrieproduktion und Investitionen im IT-Bereich im Mittelpunkt. Auch im Tourismus sieht die Wüstenmonarchie Potenzial für neue Einnahmequellen. Experten zufolge wäre es schon ein großer Erfolg, wenn nur ein Teil der hochgesteckten Ziele erreicht würde.

Die saudische Wirtschaft leidet nicht zuletzt unter einer ineffizienten Bürokratie und einem aufgeblähten Staatsapparat. Vor allem jungen Saudis klagen über schlechte Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Zu schaffen macht dem Königreich der niedrige Ölpreis, da das Land fast vollständig von den Einnahmen abhängig ist.

Mit der Realisierung der «Vision 2030» soll auch eine vorsichtige Öffnung der ultrakonservativen saudischen Gesellschaft verbunden sein. Zuletzt übernahm eine Reihe von Frauen, die in dem Land nicht einmal Auto fahren dürfen, Chefposten bei Banken. Auch im Unterhaltungsbereich gibt es Bewegung: Die Zahl der Konzerte nimmt zu, vor Kurzem fand in der liberaleren Hafenstadt Dschidda die erste Comicmesse in der Geschichte des Landes statt.

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Fair Trade: Wuppertaler Unternehmen will Marktnische ausfüllen

Von Ulrike Hofsähs, dpa

Die früheren Kolonialwaren sind heute die Klassiker des fairen Handels: Kaffee und Kakao. Das Handelshaus Gepa kauft bei Kleinbauern in den Ländern des Südens. Noch sind fair gehandelte Produkte aber eine Nische in deutschen Supermärkten.

Wuppertal (dpa) - Gustavo aus Mexiko meldete sich am Telefon, der Kaffeebauer wollte 25 Tonnen Kaffee aus einem Bergdorf nach Deutschland verschicken. Doch wie kommt der Kaffee aufs Schiff, und wie werden die komplizierten Exportpapiere ausgefüllt? «Wir haben eine Woche am Telefon gesprochen und Faxe geschickt», erzählt Kleber Cruz Garcia von dem Anruf, der Kaffee-Experte beim Fairhandelshaus Gepa in Wuppertal. Schon bald habe Gustavo, der Beauftragte einer kleinen Kooperative, keine Hilfe mehr gebraucht, sagt Garcia.

«Es geht eben auch darum, unsere Handelspartner aufzubauen», sagt Peter Schaumberger, einer der beiden Gepa-Geschäftsführer. Schon der Name «Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt», kurz Gepa, drückt das aus. Vor über 40 Jahren von Hilfswerken und Jugendorganisationen der evangelischen und katholischen Kirche gegründet, bringt die Gepa faire Produkte aus den Ländern des Südens nach Deutschland: Reis, Honig, Tee, Schokolade, Wein, auch Kleidung, Körbe und Taschen.

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Neue Seidenstraße: China will Milliarden in Infrastruktur von morgen investieren

China hat die Welt für seine Initiative einer «Neuen Seidenstraße» nach Peking eingeladen. Milliarden sollen in Straßen, Häfen und Zugstrecken investiert werden. Der Gipfel beginnt aber mit Streit.

Peking (dpa) - Kurz vor dem Gipfel für die Entwicklung einer «Neuen Seidenstraße» in Peking herrschte am Samstag noch Uneinigkeit über eine gemeinsame Erklärung zum Handel. Vertreter aus mehr als 100 Ländern, darunter rund 30 Staats- und Regierungschefs, sind zu dem Treffen am Sonntag und Montag in die chinesische Hauptstadt gereist.

Die Teilnehmer wollen über die chinesische Initiative für den Bau von Wirtschaftskorridoren entlang der antiken Handelsrouten beraten, die Asien, Afrika und Europa über Land und See besser verbinden sollen. Für die Infrastrukturpläne stellt China Zig-Milliarden US-Dollar bereit.

Unter den Teilnehmern sind Russlands Präsident Wladimir Putin und auch die Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aus der Türkei und Rodrigo Duterte aus den Philippinen. Ferner sind die Regierungschefs Paolo Gentiloni aus Italien oder Mariano Rajoy aus Spanien vertreten. Auch die USA und Nordkorea haben Delegationen geschickt. Aus Deutschland ist Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) angereist. Sie will ihre Gespräche auch dafür nutzen, um sich für einen «offenen und freien Handel, der dann bitte auch beidseitig ist», stark zu machen.

Die Ministerin berichtete, in den Verhandlungen über eine der Abschlusserklärungen gehe es auch um solche Themen. «Da sind wir uns auch noch nicht ganz einig.» Als Zeichen dafür, dass die chinesischen Gastgeber sehr großen Wert auf die deutsche Teilnahme an dem Treffen legen, wird Zypries am Sonntag unter anderen von Präsident Xi Jinping und am Montag von Ministerpräsident Li Keqiang empfangen. Auch sind Gespräche mit dem Handelsminister und dem Chef der mächtigen Entwicklungs- und Reformkommission geplant.

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G7: Lediglich Minimalkonsens unter Finanzministern und Notenbanken

Die USA bleiben stur. Wie schon im Kreis der größten Industrie- und Schwellenländer verhindert Washington auch im westlichen G7-Bündnis ein Votum für den Freihandel. Den Streit entschärfen sollen nun die Staats- und Regierungschefs - spätestens beim G20-Gipfel Anfang Juli.

Bari (dpa) - Die Top-Wirtschaftsmächte streiten weiter über eine gemeinsame Handelspolitik. Die USA blockierten auch beim Treffen der G7-Gruppe der führenden westlichen Industrieländer ein klares Bekenntnis zu freiem Handel und gegen Marktabschottung. Die G7-Finanzminister und -Notenbankchefs verständigten sich am Samstag in Bari nur auf einen Minimalkonsens. In der G7-Abschlusserklärung hieß es äußerst knapp: «Wir arbeiten daran, den Beitrag des Handels für unsere Volkswirtschaften zu stärken.»

Das ist dieselbe unverbindliche Formulierung wie schon beim Treffen der Finanzminister der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer vor zwei Monaten in Baden-Baden. G7-Gastgeber Italien wollte das Thema Handel eigentlich ganz von der Tagesordnung des Finanzminister-Treffens streichen. Entschärft werden soll der Konflikt nun auf Ebene der Staats- und Regierungschefs - beim G7-Gipfel in zwei Wochen auf Sizilien oder beim G20-Gipfel im Juli in Hamburg unter Gastgeber Deutschland. 

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach nach den zweitägigen G7-Beratungen dennoch von einem «intensiven Austausch». «Ich bin ganz zuversichtlich, dass die Entwicklung weiter geht», sagte Schäuble. Er gehe davon, dass sich die USA auch in diese Richtung entwickelten. US-Finanzminister Steve Mnuchin habe gesagt, die USA seien natürlich für freien Handel. Sie hätten gerade ein Abkommen mit China abgeschlossen.

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Microsoft: Spezielles Betriebssystem Windows 10 S soll Schulen erobern

Microsoft will im Bildungssektor durchstarten. Das aufwendige Einrichten und Warten von Computern an Schulen soll mit «Windows 10 S» der Vergangenheit angehören. Die Light-Variante des Betriebssystems ist auch ein Frontalangriff gegen Google.

New York (dpa) - Microsoft hat am Dienstag in New York eine neue Light-Version seines Windows-Betriebssystems speziell für den Bildungsbereich vorgestellt. Zugleich präsentierte der Softwarekonzern mit dem «Surface Laptop» ein neues Notebook aus eigener Entwicklung für den Einsatz in Schulen mit einer Akkulaufzeit von bis zu 14,5 Stunden. 

Bei Windows 10 S habe sich Microsoft von den Bedürfnissen der Lehrer und Schüler inspirieren lassen, sagte der bei Microsoft weltweit für den Bildungsbereich zuständige Manager Anthony Salcito. Die neue Version «Windows 10 S» sei an das schulische Umfeld angepasst. Dort sei kein reichhaltiger Funktionsumfang erforderlich, sondern die Geräte müssten flexibel einsatzfähig und leicht zu verwalten sein, sagte Salcito. 

Mit Hilfe einer Set-Up-Anwendung sollen IT-Administratoren an den Schulen PCs zum Beispiel in weniger als 30 Sekunden einrichten können. Alle Anwendungen für Windows 10 S wie ein vollwertiges Office 365 stehen ähnlich wie bei Googles Chromebook im App Store von Windows zur Verfügung. Auch vielgenutzte Programme anderer Hersteller aus allen wichtigen Anwendungsbereichen sollen zur Verfügung stehen.

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