Air Berlin: Was potenzielle Sanierungspartner erwartet

Von Theresa Münch und Burkhard Fraune, dpa

Koffer-Chaos, frustrierte Crews: Die Dauerkrise bei Air Berlin ist jetzt auch für Kunden sichtbar. Die Zahlen werden immer schlechter. Doch für mögliche Partner hat Berlin auch was zu bieten.

Berlin (dpa) - Selbst das rote Schokoherz kann Air-Berlin-Passagiere derzeit nicht mehr besänftigen. Sie stehen wartend am leeren Gepäckband am Drehkreuz Berlin-Tegel und tippen ihren Frust in die Handys. «Unfähig», «marode», «chaotisch» - so was verbreiteten Kunden in den vergangenen Wochen in den sozialen Netzwerken. Flugbegleiter sehen die Airline am «absoluten Tiefpunkt».

Wütende Passagiere, wütendes Personal: Deshalb drückt der neue Vorstandschef Thomas Winkelmann beim Unternehmensumbau aufs Tempo. «Da muss noch ein Brikett draufgelegt werden», sagt der Mann aus dem Ruhrgebiet. Doch dafür braucht er die Hilfe eines Partners.

Wie schlecht geht es Air Berlin?

Seit 2008 schreibt die zweitgrößte deutsche Airline Verluste - mit einer Ausnahme 2012, als das Vielfliegerprogramm verkauft wurde. So schlecht wie im vergangenen Jahr war es aber nie: Rund 782 Millionen Euro Verlust, ein Schuldenberg von knapp 1,2 Milliarden Euro, und das neue Jahr begann nicht besser. Man schreite durch ein Tal, heißt es in der Zentrale nahe dem Flughafen Tegel.

Weiterlesen...

General Motors: Erfolge auf Heimatmarkt gleichen Verluste in Europa aus

Für den größten US-Autobauer General Motors dauert die Leidenszeit in Europa an. Der Verkauf von Opel und Vauxhall an Peugeot ist zwar schon vereinbart, doch noch belasten die Töchter die Bilanz. Dank der Geschäfte im Heimatmarkt verdient der Konzern trotzdem gut.

Detroit/Rüsselsheim (dpa) - Das Europa-Geschäft des US-Autoriesen General Motors ist vor dem geplanten Verkauf der deutschen Tochter Opel tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Im ersten Quartal wuchs der operative Verlust der Sparte verglichen mit dem Vorjahreswert von 6 Millionen auf 201 Millionen Dollar (184 Mio Euro), wie GM am Freitag mitteilte. Der Konzern begründete dies unter anderem mit dem Verfall des Pfunds nach der Entscheidung der Briten zum EU-Austritt. In Großbritannien ist GM mit der Marke Vauxhall stark vertreten.

Opel-Chef Karl Thomas Neumann verwies angesichts des erneuten Verlusts auch auf hohe Investitionen zur Entwicklung und Einführung neuer Modelle. «Unser Produktportfolio ist deutlich jünger als das unserer relevanten Wettbewerber. Das ist eine große Chance, auch neue Kunden zu gewinnen», erklärte er in Rüsselsheim. Man sei zuversichtlich für den weiteren Verlauf des Jahres.

Nach jüngsten Konzernzahlen haben Opel und Vauxhall mit 315 000 Autos in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund 8000 Einheiten mehr verkauft als ein Jahr zuvor. Das war eine Steigerung um 2,6 Prozent.

GM hat sich mit dem französischen PSA-Konzern grundsätzlich auf einen Verkauf des Europageschäfts geeinigt. Die Franzosen sollen inklusive Vauxhall und der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro zahlen. GM rechnet mit einer Belastung von 4,5 Milliarden Dollar (4,1 Mrd Euro) aus dem Deal. Opel und Vauxhall beschäftigen 38 000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland.

Weiterlesen...

Intelligente Roboter als Leitthema der Hannover Messe

Von Ralf E. Krüger, dpa

Roboter werden immer intelligenter - und können immer präzisere Vorhersagen zum menschlichen Verhalten machen. Die Hannover Messe verspricht konkrete Antworten auf die Frage, wie sie Unternehmen nutzen können. Die Fertigung wird zunehmend flexibler gestaltet.

Hannover (dpa) - Auf der Suche nach Industrietrends und neuen Geschäftsmodellen kommen rund 6500 Aussteller und wohl 200 000 Besucher von Montag an zur Hannover Messe. Bei der fünftägigen Leistungsschau wollen sie selbst sehen, was es unter dem Schlagwort digitaler Wandel bereits an konkreten Anwendungsbeispielen für die Industrie von morgen («Industrie 4.0») gibt. Denn die Messe gilt zunehmend als Orientierungs-Plattform bei der Frage, welchen konkreten Nutzen die technischen Innovationen für die Betriebe haben. Messe-Schwerpunkte sind unter anderem:

ROBOTER: Roboter sind diesmal DAS Trendthema der Messe. Vor allem die Industriehelfer ermöglichen, in immer neue Dimensionen vorzustoßen. Ob in der Fertigung, der Logistik oder im privaten Haushalt: die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter wird ausgefeilter. Der Hersteller Festo etwa zeigt einen pneumatischen Leichtroboter, der dem menschlichen Arm nachempfunden ist und feinfühlige Bewegungen ausführt. Von Franka Emika kommen dazu sogenannte Roboter-Apps, die das Programmieren dieser mechanischen Helfer mit ihren hochkomplexen Fähigkeiten zur Minuten-Sache machen.

Weiterlesen...

International Games Week: Branche weiter auf Wachstumskurs

Für sieben Tage wird die Hauptstadt zum «Spielplatz». Die International Games Week lockt mit einem breit gefächerten Programm Branchenkenner und Spiele-Fans gleichermaßen nach Berlin.

Berlin (dpa) - Mit der Games Week ist am Montag eine der wichtigsten Veranstaltungen der Computerspiele-Branche in Berlin gestartet. Mit über zehn verschiedenen Events will die Dachmarke sowohl Experten und Branchenkenner, als auch Games-Enthusiasten und Familien ansprechen. Offiziell eröffnet wurde die siebentägige Veranstaltungsreihe am Montagabend auf dem Opening Summit mit Vertretern aus der Branche und der Politik.

«Ich freue mich auf die Woche, in der die Hauptstadt unser Spielplatz wird», sagte Michael Liebe, Leiter der Games Week. Die Veranstalter erwarten vom Montag bis zum 30. April rund 15 000 Besucher. Unter dem Motto «No games, no future» will sich die Branche vor allem auch als wichtiger Wirtschaftsfaktor präsentieren und die wachsende gesellschaftliche Bedeutung von Spielen in den Vordergrund rücken. 

«Computerspiele made in Germany machen Spaß, sind innovativ und außerdem ein wertvolles Wirtschafts- und Kulturgut mit internationaler Strahlkraft», sagte Dirk Wiese (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Nach Angaben des Branchenverbands BIU wurde mit Soft- und Hardware 2016 ein Umsatz von 2,9 Milliarden Euro in Deutschland erwirtschaftet und übertrifft damit zum Beispiel die Kino- und Fernsehbranche.

Weiterlesen...

Exportüberschuss: IWF fordert mehr Staatsdirigismus

Waren «Made in Germany» sind begehrt - deshalb hat Deutschland einen Exportüberschuss. Der Haltung von Finanzminister Schäuble gegen staatliche Eingriffe folgt der IWF nur bedingt. Überschüsse kann man auch investieren, lautet das Credo in Washington.

Washington (dpa) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die deutsche Bundesregierung streiten auf internationaler Bühne weiter über die Höhe deutscher Exportüberschüsse. «Nicht alles ist gerechtfertigt», sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag zur Eröffnung der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zeigte sich dagegen nicht zu staatlichen Eingriffen in die Leistungsbilanz bereit.

«Es gibt weder vernünftige Maßnahmen, die Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss senken, noch brauchen wir aktive wirtschaftspolitische Maßnahmen, um dies zu erreichen», sagte Schäuble. Deutschland war 2016 erneut Exportweltmeister mit einem Rekordüberschuss von 252,9 Milliarden Euro. Der Exportüberschuss erreichte deutlich über acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die EU sieht mehr als sechs Prozent als Problem für die Stabilität an.

Weiterlesen...