Anti-Dumping-Maßnahmen in den USA: Auch deutsche Unternehmen betroffen

Das US-Handelsdefizit liegt bei rund 500 Milliarden Dollar. Präsident Trump wirft anderen Ländern unfaire Praktiken vor - und lässt dies nun konkret untersuchen. Bei Anti-Dumping-Verfahren geht es auch um deutsche Firmen.

Washington/Berlin (dpa) - US-Präsident Donald Trump riskiert einen massiven Handelsstreit mit wichtigen Wirtschaftspartnern wie China und Deutschland. Angesichts des hohen US-Handelsdefizits lässt Trump sämtliche Handelsbeziehungen zu anderen Ländern überprüfen. Die US-Regierung will außerdem Dumping-Vorwürfe untersuchen lassen, etwa gegen mehrere ausländische Stahlproduzenten. Dazu unterzeichnete Trump am Freitag in Washington zwei entsprechende Dekrete.

Trump wirft Deutschland, China und und anderen Ländern bereits seit längerem unfaire Handelspraktiken zu Lasten der USA vor. Untersucht werden sollen nun etwaige Verletzungen von Handelsverträgen. Handelsminister Wilbur Ross sprach von einem «neuen Kapitel» in den Handelsbeziehungen der USA.

Das Handelsdefizit der USA war im vergangenen Jahr noch einmal gestiegen, und zwar auf 481 Milliarden Dollar. Das bedeutet, dass USA deutlich mehr Waren importieren als sie in andere Länder exportieren. Um dies zu finanzieren, bedeutet das zugleich, dass die USA auf einen stetigen Zustrom von Kapital aus dem Ausland angewiesen sind. Die USA nehmen für sich in Anspruch, dass sie im Vergleich zu anderen Ländern geringe Hürden für Einfuhren hätten.

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Microsoft: Update für 400 Millionen Geräte soll ab 11. April bereitstehen

Windows 10 wird fit für Zukunftstrends wie das Gestalten in 3D oder Mixed Reality. Das rund eineinhalb Jahre alte Betriebssystem wird laut Microsoft weltweit auf 400 Millionen Geräten genutzt.

München (dpa) - Microsoft will sein Betriebssystem Windows 10 mit einem großen Update sicherer und vor allem mit neuen Funktionen attraktiver für Kreative machen. Das «Windows 10 Creators Update» werde ab dem 11. April weltweit verfügbar sein, teilte der Softwarekonzern am Mittwoch mit. Es solle den Anwendern «höchste Sicherheit» sowie neue Funktionen etwa für 3D-Gestaltung bieten. Außerdem öffnet Microsoft das System für die sogenannte Mixed Reality, bei der die reale Umgebung und virtuelle Objekte verbunden werden können.

«Die Nutzer wollen mit ihrem PC heute natürlicher und intuitiver umgehen», sagte Microsoft-Manager Markus Nitschke. In der Hinsicht habe sich in den vergangenen fünf Jahren viel getan. Mit dem neuen Update, das sukzessive und automatisch an alle Nutzer ausgeliefert wird, kommt zum Beispiel eine neue 3D-App für Microsofts Malprogramm Paint. Damit ließen sich dreidimensionale Objekte erstellen, bearbeiten und anschließend auch mit anderen teilen oder drucken, sagte Nitschke. Einen entsprechenden Service biete etwa i.materialise an und bietete den Druck der Exponate in vielen verschiedenen Materialien. Auch in Programme wie Powerpoint sollen sich die Objekte integrieren lassen.

Das Creators Update öffnet Windows 10 auch für «Mixed Reality»-Anwendungen. Microsoft wolle die neue Technologie «demokratisieren» und für alle verfügbar machen, sagte Nitschke. Im Laufe dieses Jahres sollen entsprechende Brillen etwa von Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo ab rund 300 Dollar verfügbar sein. Anders als aktuelle Brillen für Virtual Reality (VR) kann sich der Nutzer damit frei im Raum bewegen, da die reale Umgebung weiterhin erkennbar bleibt.

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Überteuert und veraltet? Der Taschenrechner wird 60

Von Christoph Dernbach, dpa

Der Physiker Jack Kilby stand vor rund 60 Jahren vor einer besonderen Herausforderung. Er suchte für seine bahnbrechende Erfindung des Integrierten Schaltkreises eine Anwendung, die das Potenzial seiner Entdeckung beweisen sollte. Erst Ende März 1967 wurde er fündig.

Dallas/Paderborn (dpa) - Es muss den US-Physiker Jack Kilby vor über 50 Jahren fast in den Wahnsinn getrieben haben, dass sein damaliger Arbeitgeber Texas Instruments den Wert seiner bahnbrechenden Erfindung nicht richtig zur Kenntnis nahm. Im Sommer 1958, während seine Laborkollegen in den Sommerferien weilten, hatte er mit improvisierter Ausrüstung den integrierten Schaltkreis entwickelt, den ersten Mikrochip der Welt. Es sollte noch einmal fast zehn Jahre dauern, bis er mit dem Prototyp eines ersten Taschenrechners eine Perspektive für den Mikrochip aufgezeigen konnte.

Kilby kam auf die Idee, Transistoren, Widerstände und Kondensatoren in einer einzigen Schaltung auf Basis eines Halbleiters zu vereinen. Er montierte 1958 den ersten «Integrierten Schaltkreis» auf einem Glasplättchen mit einem Stück Germanium und mit Drähten dran. 1959 fertigte der Physiker Robert Noyce in der kalifornischen Firma Fairchild ebenfalls einen Mikrochip, er wählte eine Schaltung aus Silizium. Kilby ließ seinen Schaltkreis mit dem Patent 3.138.743 schützen, darum wurde dann vor Gericht gestritten. Erst nach zehn Jahren wurde ein Vergleich erzielt.

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Kuwait: Noch keine Klarheit über Fortdauer der Förderbeschränkungen

Die Autofahrer in Deutschland freuen sich, dass die Spritpreise niedrig bleiben. Die Erdölproduzenten haben große Probleme. Ein Treffen in Kuwait brachte noch keine Einigung über künftiges Vorgehen - aber einen Appell.

Kuwait-Stadt (dpa) - Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo hat die ölproduzierenden Länder trotz Schwierigkeiten aufgefordert, an Förderkürzungen zur Steigerung der Preise festzuhalten. «Wir müssen geduldig sein und unseren starken Willen zeigen, damit unsere Entscheidungen ihren Weg gehen können», sagte Barkindo am Sonntag bei einem Treffen von Vertretern erdölproduzierender Staaten in Kuwait nach Angaben der Opec.

Eine Entscheidung über die Verlängerung der Anfang Januar in Kraft getretenen Förderbeschränkungen über die zweite Jahreshälfte hinaus fiel jedoch nicht. Russland und andere Länder hätten noch nicht endgültig über eine Ausdehnung der Kürzungen für die zweite Jahreshälfte entschieden, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak der Agentur Tass zufolge. Die Situation auf den Märkten müsse noch genauer analysiert werden. Bis zum nächsten Opec-Treffen in Wien sollten aber alle Länder ihre Vorschläge vorlegen.

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New York: Restaurant setzt auf Großmutters Küche

Von Johannes Schmitt-Tegge, dpa

Kräftiger Eintopf, Bratengeruch, der unschlagbare Schoko-Kuchen - die Kochkunst der eigenen Großmutter kann Edel-Restaurants übertrumpfen. Ein New Yorker mit italienischen Wurzeln macht genau das zu seinem Konzept.

New York (dpa) - So ganz im großmütterlichen Alter angekommen ist Habiba Hachemi mit Mitte 50 noch nicht, aber für Joe Scaravella geht sie locker als «Nonna» durch. Für ihn hat das italienische Wort für «Großmutter» oder «Oma» nicht unbedingt mit Enkelkindern und Stammbäumen zu tun, sondern mit Kochkunst und alten Familienrezepten. In seinem New Yorker Restaurant stehen ausschließlich Nonnas am Herd - Frauen, die das Kochen zwar nie professionell gelernt haben, es aber schon viele Jahre und vor allem mit Leidenschaft tun.

«Enoteca Maria» heißt das kleine Restaurant im historischen Bezirk auf Staten Island, in dem nicht in einer, sondern gleich in zwei Küchen mittwochs bis sonntags Nonnas am Werk sind: In der einen bereiten italienische Nonnas - oder Nonne wie Großmütter eigentlich in Italien heißen - Pasta-Klassiker und Spezialitäten wie Kaninchenbraten in Weißwein zu. In der anderen kochen täglich wechselnde Nonnas - aus allen möglichen Ländern. Griechenland und Polen, Argentinien und Venezuela, Tschechien und Weißrussland, selbst Bangladesch und Kasachstan waren schon vertreten. Die Gerichte schlagen die Frauen selbst vor.

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