200 Jahre Fahrrad: Die erste Revolution des Individualverkehrs

Von Carsten Hoefer, dpa

Das Fahrrad wird 200 Jahre alt - die erste Fahrt des Freiherrn Karl Drais auf seiner «Laufmaschine» 1817 war ein großer Schritt in der Entwicklung des Individualverkehrs. Erfinder Drais führt im offiziellen Gedenken aber nach wie vor ein Schattendasein.

München (dpa) - Der 12. Juni 1817 ist kein historisches Datum, das sich in das kollektive Gedächtnis eingeprägt hat. Dabei unternahm an dieem Tag vor bald 200 Jahren der badische Freiherr Karl Drais (1785-1851) die erste Ausfahrt mit seiner «Laufmaschine».

Anders als alle anderen damals in Europa üblichen Gefährte kam die Laufmaschine ohne Zugtier aus - und Drais Erfindung war der Startschuss für den modernen Individualverkehr. Der Verband der Zweirad-Industrie erinnert nun mit einer Reihe von Veranstaltungen schon vor dem Jahrestag an die Geschichte des Fahrrads.

Das erste Fahrrad, das Drais auf die Straße brachte, kam dabei noch ohne Kette, Pedale oder luftbefüllte Reifen aus. Moderne Versionen haben mittlerweile als Laufräder für Kleinkinder ein Comeback erlebt.

«Drais hat das Zweirad-Prinzip mit hintereinander angeordneten Rädern erfunden», sagt der Technikhistoriker und emeritierte Physikprofessor Hans-Erhard Lessing, Deutschlands führender Drais-Fachmann. Erst das Fahren hält ein Zweirad im labilen Gleichgewicht - das war bis dahin unbekannt. «Wer nichts tut, fällt runter», sagt Lessing. «Die Balanciererei war für viele Leute unerträglich.»

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Mobile World Congress: Nokia 3310 feiert Comeback

Als hätte es die Smartphone-Revolution nicht gegeben: Das klassische Einfach-Handy Nokia 3310 wird neu aufgelegt. Die bunte Reinkarnation bekam beim Mobile World Congress in Barcelona viel Aufmerksamkeit. Wichtiger für das Geschäft dürften aber neue Nokia-Smartphones sein.

Barcelona (dpa) - Das legendäre Einfach-Handy Nokia 3310 kommt zurück. Der finnische Anbieter HMD Global, der jetzt Geräte unter der Marke Nokia entwickelt und produziert, kündigte die Wiedergeburt des Modells am Sonntag in Barcelona an. Das neue Nokia 3310 bekommt sogar ein ähnliches Design wie der Klassiker aus dem Jahr 2000 - und neben dem Spiel «Snake» auch den typischen Klingelton.

Die Telefone kommen zusätzlich zum gewohnten Grau auch in den verspielten Farben Rot, Gelb und Blau. Vor allem die Batterie-Lautzeit ist man von Smartphones nicht mehr gewohnt: Das neue 3310 22 Stunden Telefonate aushalten - und einen Monat im Standby. Der Verkaufspreis soll weltweit im Schnitt bei 49 Dollar liegen.

HMD Global reitet hier ganz klar ein Nostalgie-Welle, um die angeschlagene Marke Nokia den Nutzern wieder näherzubringen. Einfache Telefone werden immer weiter von den Smartphones verdrängt. Deshalb war die eigentlich wichtigere Ankündigung der Start von drei Smartphone-Modellen mit dem Android-System. Das Einsteigermodell Nokia 3 kostet 139 Euro, das Nokia 5 ist für 189 Euro zu haben, das Nokia 6 schlägt schließlich mit 229 Euro zu Buche. Alle Nokia-Smartphones werden mit «Googles Assistant» vorinstalliert. Die Modelle unterscheiden sich unter anderem in Bildschirm-Größe und Auflösung.

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Fotografie: Sofortbildkamera erlebt zweiten Frühling

Von Andrej Sokolow, dpa

So erstaunlich es klingen mag: Klassische Sofortbild-Fotos sind nicht ausgestorben. Nicht nur Mode-Labels greifen darauf in Werbekampagnen zurück. Es gibt sogar Kamera-Modelle, die alte und neue Technik verschmelzen - allerdings zu einem üppigen Preis.

Berlin (dpa) - Eigentlich schien die Zeit der Sofortbild-Fotografie abgelaufen zu sein. Spätestens mit der Insolvenz des Pioniers Polaroid 2001 - und wenige Jahre später auch der Nachfolgefirma - sah es so aus, dass die Menschen kein Interesse daran mehr haben, schnell einen Foto-Abzug in der Hand zu halten. Fotos, die macht man mit dem Smartphone und kann sie sofort online mit allen teilen, bei Facebook, Twitter oder Instagram. Die einstige Größe des Marktes kommt nie mehr wieder - noch Anfang der 90er Jahre verkaufte allein Polaroid um die vier Millionen Kameras pro Jahr. Doch die Sofortbild-Idee weigert sich standhaft, auszusterben, und sicherte sich zumindest einen Platz in der Nische.

Zum einen sorgte Instagram mit dem Festhalten an dem quadratischen Bildformat und den populären Farbfiltern dafür, dass die Ästhetik des alten Polaroid-Fotos präsent blieb. Zugleich entdeckte unter anderem die Modebranche den Reiz der Schnell-Bilder. Im vergangenen Jahr setzten unter anderem Burberry und Boss sie in ihren Werbekampagnen ein.

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Barcelona: Mobile World Congress im Zeichen ungleicher Marktentwicklung

Von Andrej Sokolow, dpa

Eine Menge neuer Smartphones und ein Blick in die Zukunft: Die Mobilfunk-Industrie versammelt sich in Barcelona zu ihrem wichtigsten Branchentreff. Diesmal wollen sich beim Mobile World Congress auch verblasste große Marken wie Nokia und Blackberry zurückmelden.

Berlin/Barcelona (dpa) - Die Mobilfunk-Branche schwärmt schon jetzt von den künftigen superschnellen 5G-Datennetzen. Einen HD-Film soll man dann in weniger als einer Sekunde herunterladen können, die Reaktionszeiten sollen so kurz sein, dass sich sogar ein Auto per Funk steuern ließe. Die Vision von einer Welt, in der Daten jederzeit ungehindert fließen können, wird auch den anstehenden größten Branchentreff Mobile World Congress in Barcelona (27. Februar bis 2. März) beherrschen. Doch bis diese Zukunft eintrifft, werden noch Jahre vergehen - und die Industrie steckt tief in Alltags-Problemen.

Smartphones sind zwar nach wie vor ein Bestseller: Allein im vergangenen Jahr wurden weltweit 1,5 Milliarden Computer-Handys verkauft. Doch unter den Geräteherstellern sichert sich Apple mit seinem hochprofitablen iPhone fast die gesamten Gewinne der Branche, obwohl der Konzern einen Marktanteil unter 20 Prozent hat. In der Masse der Anbieter von Telefonen mit dem Google-System Android verdient noch Marktführer Samsung gutes Geld - die vielen anderen Hersteller stecken in den roten Zahlen fest oder müssen sich mit schmalen Profiten zufriedengeben.

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Ford investiert Milliarde in selbstfahrende Autos

Schon wieder wird ein Start-up für autonomes Fahren von einem großen Autokonzern aufgeschnappt. Diesmal greift sich Ford eine Firma ehemaliger Google- und Uber-Experten.

Dearborn/Pittsburgh (dpa) - Ford steckt im Wettlauf um die Entwicklung selbstfahrender Autos eine Milliarde Dollar in das Start-up eines ehemaligen Google-Entwicklers. Der zweitgrößte US-Autobauer verteilt die Investition auf die kommenden fünf Jahre und übernimmt dabei auch die Mehrheit an der auf künstliche Intelligenz spezialisierten Firma Argo AI aus Pittsburgh. Ford will wie andere Autobauer autonome Fahrzeuge zum Jahr 2021 auf die Straße bringen.

Ford kündigte am Freitag an, man wolle mit Hilfe von Argo eine neue Softwareplattform für Roboterwagen entwickeln. Diese Technologie könnte dann möglicherweise auch an andere Firmen lizenziert werden.

Gegründet wurde Argo von Brian Salesky, der lange für die Hardware der Google-Roboterwagen zuständig war, und einem der führenden Entwickler von Software für autonomes Fahren bei Uber, Peter Rander. Der Fahrdienst-Vermittler entwickelt eigene Roboterwagen-Technologie und verleibte sich dafür die Fachabteilung der Universität Carnegie Mellon in Pittsburgh ein, bei der Salesky und Rander einst waren.

Während die großen Hersteller das Tempo bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos hochschrauben, winkt Top-Entwicklern, die sich selbstständig machen, ein Geldregen. Der Ford-Rivale General Motors übernahm im vergangenen Jahr für rund 600 Millionen Dollar das Start-up Cruise. Uber blätterte 680 Millionen Dollar für das nur wenige Monate alte Start-up Otto hin, das Technik für selbstfahrende Lastwagen entwickelte. Otto-Mitgründer Anthony Levandowski, ein Pionier von Googles Roboterwagen-Programm, leitet jetzt die Arbeit an selbstfahrenden Autos bei Uber.

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