Google: Computer-Uhren mit neuen Schwerpunkten

Google ließ sich nahezu drei Jahre Zeit mit der zweiten Version seines Betriebssystems für Computer-Uhren. Android Wear 2.0 setzt nun den Fokus stärker auf Fitness-Anwendungen und Kommunikation.

Mountain View (dpa) - Google macht einen neuen Anlauf im Smartwatch-Geschäft mit einem aufgefrischten Betriebssystem. Android 2.0 sei stärker auf Fitness und Kommunikation ausgerichtet und lasse sich leichter anpassen, sagte der zuständige Produktmanager Davis Singleton der Deutschen Presse-Agentur. «Wir haben uns sehr genau angesehen, welche Funktionen die Leute wirklich nutzen und die Software entsprechend angepasst.» Direkt in die Wear-Software eingebunden wird der Google Assistant, der Anfragen von Nutzern mit Unterstützung künstlicher Intelligenz beantworten kann.

Als ein erstes Referenzmodell für die neue Software wurde am Mittwoch zudem eine gemeinsam mit Google entwickelte LG-Uhr vorgestellt. Sie hat im Gegensatz zur marktführenden Apple Watch ein rundes statt viereckiges Display und kann in der Sport-Version direkt ins Mobilfunknetz gehen. Zugleich hat sie ähnlich dem Apple-Bedienkonzept einen Drehknopf zum Bewegen der Bildschirm-Anzeige.

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Casual Connect in Berlin: Virtuelle Realität steht im Fokus

In Berlin trifft sich die professionelle Spiele-Branche zur Konferenz «Casual Connect». Virtuelle Realität ist dabei eines der großen Topthemen. Die Entwickler in den Studios haben bereits eine intensive Lernphase hinter sich. Doch weitere Herausforderungen stehen an.

Berlin (dpa) - Für die Spielebranche war 2016 das Jahr der virtuellen Realität (VR). Doch welches Potenzial eröffnet die Technologie und wie hebt man es? Bis 2020 werde es rund 220 Millionen Nutzer von VR geben, sagte Stephanie Llamas, Chefin der Marktforschung Superdata. Das sei das 2,4-Fache der Nutzer aus dem Jahr 2016. Eine Herausforderung sei es aber weiterhin, dass man Virtuelle Realität nicht erklären könne. «Man muss es selbst erfahren», sagte Llamas am Dienstag auf dem Fachkongress Casual Connect in Berlin.

Laut Llamas senken vor allem Spiele für mobile Headsets wie Samsungs Gear VR die Einstiegs-Barrieren in die neue Technologie. Der Umgang mit den Geräten müsse aber auch gelernt werden. Um die Nutzer zu überzeugen, bedürfe es qualitativ hochwertiger Inhalte. Doch deren Entwicklung sei teuer - und spiele oftmals in der frühen Phase dieser Technologie nicht genügend wieder ein. Viele potenzielle Nutzer müssten erst überzeugt werden, bevor sie bereit sind, Geld auszugeben.

Die Entwickler für entsprechende Inhalte haben bereits eine intensive Lernphase zurückgelegt. Zahlreiche ursprüngliche Annahmen hätten sich inzwischen als falsch erwiesen, sagte David Votypka Kreativ-Direktor von Ubisoft. So hieß es anfänglich, dass VR-Erlebnisse möglichst kurz sein müssten, damit sich der Nutzer nicht unwohl fühlt. Heute gebe es große Nachfrage nach ausgedehnten VR-Erlebnissen, hinderlich bei langen Sessions sei allenfalls das Tragen des verkabelten Headsets. Und dass VR-Games anti-sozial seien, habe Ubisoft mit Titeln wie «Star Trek Bridge Crew» und «Werewolves Within» bereits widerlegt, in denen es um gemeinschaftliche Spielerlebnisse geht.

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Verbraucherpreise in Deutschland wieder im Steigen begriffen

Von Friederike Marx und Jörn Bender, dpa

Lange dümpelte die Inflation nahe der Nulllinie. Sprit und Heizöl wurden immer billiger. Doch inzwischen ziehen die Verbraucherpreise wieder an - so auch im Januar wieder. Was sind die Gründe und wie gefährlich ist die Entwicklung?

Frankfurt/Main (dpa) - Nach einem überraschend kräftigen Sprung der Inflation im Dezember sind die Verbraucherpreise in Deutschland im Januar noch etwas kräftiger gestiegen. Ökonomen sehen dennoch keinen Grund zur Sorge.

Wie haben sich die Verbraucherpreise zuletzt entwickelt?

Die Zeiten extrem niedriger Teuerungsraten nahe der Nullmarke scheinen vorerst vorbei zu sein. Mit 1,9 Prozent gab es im Januar 2017 nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes den kräftigsten Sprung seit Juli 2013. Schon im Dezember hatte die Inflation mit 1,7 Prozent deutlich angezogen.

Warum zieht die Inflation wieder an?

Vor allem die Preisentwicklung bei Energie dämpfte lange Zeit den Anstieg der Teuerung. Seit Mitte 2014 wurde Rohöl vor allem infolge der weltweiten Überproduktion deutlich günstiger. Ende vergangenen Jahres drehte der Trend. Der Ölpreis, der im Dezember 2015 noch bei 38 Dollar je Barrel (159 Liter) lag, stieg kräftig auf mehr als 50 Dollar. Das Ölkartell Opec und andere Förderstaaten hatten sich geeinigt, die Produktion zu verringern, um den Preis für das «schwarze Gold» nach oben zu treiben.

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Rohstoffmärkte: Aserbaidschan will Wirtschaft diversifizieren

Aus großen Gasfeldern im Kaspischen Meer pumpt der aserbaidschanische Staatskonzern Socar Unmengen Gas, das dann durch Pipelines nach Westen geschickt wird. Doch außer Rohstoffen hat das Land im Südkaukasus bisher nicht viel zu bieten. Das soll sich ändern.

Davos/Baku (dpa) - Das rohstoffreiche Aserbaidschan will unabhängiger von Öl und Gas werden - zunächst aber bleibt die Ex-Sowjetrepublik in hohem Maße auf die Einnahmen aus dem Energiegeschäft angewiesen. «Wir steuern etwa 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bei, und der Beitrag wächst weiter», sagte der Vizechef des staatlichen Energiekonzerns Socar, Elshad Nassirov, der Deutschen Presse-Agentur. Das liege auch an erhöhten Socar-Anteilen am riesigen Gasfeld Shah Deniz im Kaspischen Meer und anderen Fördergebieten. Der Verfall der Ölpreise habe das autoritär regierte Land deshalb natürlich getroffen.

Allerdings suche die Regierung des Südkaukasus-Staates nach Alternativen und versuche, die Wirtschaft stärker zu diversifizieren. Dies sei auch eine Chance für Socar, sagte Nassirov am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. «Wir werden einige Produktionsgebiete ausbauen und versuchen, geschlossene Kreisläufe zu schaffen - etwa mit der Produktion von Dünger oder der Öl- und Gasaufbereitung.»

Der Staatskonzern will zudem nach zwei schweren Unfällen die Sicherheit auf seinen Öl- und Gasplattformen verstärken. «Leider waren wir bisher weder finanziell noch technisch in der Lage, alles zu entfernen, das kein Recht hat zu existieren», sagte Nassirov mit Blick auf Produktionsanlagen, die teilweise noch aus der Sowjetzeit stammen. «Aber nun renovieren wir den Großteil der Offshore-Anlagen, die Ölarbeiter werden in Fragen der Sicherheit sowie der Rettung aus dem Wasser trainiert.»

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Bankhaus Metzler: Leben mit dem Niedrigzins

Die EZB hat das Zinstief in Europa zementiert. Das dürfte sich so rasch nicht ändern. Schwere Zeiten für Sparer - aber es gibt noch Auswege, meint das Bankhaus Metzler.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Frankfurter Bankier Emmerich Müller rechnet absehbar nicht mit einer Zinswende in Europa. «Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Realzinsen noch lange negativ sein werden», sagte der für das operative Geschäft zuständige Partner des 1674 gegründeten Bankhauses Metzler der Deutschen Presse-Agentur. «Wir haben es mit einer Lastenverteilung zu Lasten der Sparer und Investoren zu tun.»

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist seit der jüngsten Finanzkrise 2007/2008 im Krisenmodus - und legt sich bisher nicht darauf fest, ab wann sie ihre extrem weit geöffneten Geldschleusen wieder schließen wird. Viele Volkswirte interpretierten die jüngste Entscheidung der Notenbank, ab April nur noch 60 Milliarden statt 80 Milliarden Euro in Staatsanleihen und andere Wertpapiere zu stecken, aber zumindest als erstes Signal für eine langsame Rückkehr zur Normalität.

Müller meint jedoch: «Es ist verfrüht, auf einen Ausstieg der EZB aus ihrer ultralockeren Geldpolitik zu setzen. Dafür liegen noch zu viele politische Unsicherheiten vor uns.» Der neue US-Präsident Donald Trump lässt noch viele Fragen offen, der Zeitplan für den britischen EU-Austritt (Brexit) könnte ins Wanken geraten, nachdem die Regierung in London nun vorab die Zustimmung des Parlamentes einholen muss.

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