Euro immer noch nicht vollständig fälschungssicher

Porträtfenster, Smaragdzahl - an den Sicherheitsmerkmalen der neuen Euro-Banknoten versuchen sich Geldfälscher bislang vergeblich. Doch sie landen auch mit besonders einfachen Blüten erstaunliche Erfolge.

Frankfurt/Main (dpa) - Zumindest Farbe und Größe passen - sonst hat der lila 500er aus Simbabwe wenig mit dem 500-Euro-Schein gemein. Doch Fälscher motzten den Schein, der umgerechnet gerade einmal gut 1,20 Euro wert ist, mit wenigen Federstrichen zur wertvollsten Euro-Banknote auf: Die Kuhbilder auf der Rückseite verschwinden unter der modernen Brücke, die den 500-Euro-Schein ziert, das nachträglich aufgebrachte Euro-Zeichen auf der Vorderseite und die Europaflagge suggerieren zusätzlich Seriosität.

Die Masche hat offensichtlich Erfolg: In der Ukraine bringen Kriminelle im vergangenen Jahr etliche dieser Blüten in Umlauf. Als eine Bankkundin in Berlin das Geld im August 2016 einzahlen will, gibt sie an, es in einer Wechselstube in Kiew erhalten zu haben. «Es ist erstaunlich, dass solche Fälschungen 15 Jahre nach der Einführung des Euro-Bargeldes noch funktionieren», sagt Rainer Elm, Leiter des Nationalen Analysezentrums der Bundesbank.

In einem anderen Fall gingen Fälscher noch plumper vor: Bei der 200-Dinarnote aus Serbien machten sie sich nicht einmal die Mühe, die Motive der entsprechenden Euro-Banknote anzupassen, sondern änderten lediglich den Wert in Euro. Bei einem in bar abgewickelten Geschäft über 35 000 Euro wurden einer deutschen Firma zwei dieser Blüten untergejubelt.

Weiterlesen...

Aus für "schrecklichen Deal": Nach TPP-Aus wittert China seine Chance

Bangkok (dpa) - Auf der anderen Seite des Pazifiks, viele tausend Kilometer entfernt von den USA, von Washington und vom Weißem Haus, gab es am Dienstag ein ziemlich böses Erwachen. Mit dem Beschluss, das Handelsabkommen TPP aufzukündigen, noch bevor es in Kraft ist, stößt Donald Trump viele Partner in Asien und im Pazifikraum vor den Kopf. Nach und nach, abhängig von der Zeitzone, meldeten im Lauf des Morgens von Neuseeland bis Japan fast alle Beteiligten ihr Bedauern an.

Im Unterschied zu den aktuellen Tönen aus Washington wurde allerdings die diplomatische Höflichkeit gewahrt. Die Japaner - Meister in solchen Dingen - äußerten die Hoffnung, den neuen US-Präsidenten doch noch zum Umdenken bewegen zu können. Ministerpräsident Shinzo Abe will persönlich vorstellig werden, um Trump die strategische und wirtschaftliche Bedeutung der Trans-Pazifischen Partnerschaft (TPP) klarzumachen: immerhin ein Wirtschaftsraum mit 800 Millionen Leuten und fast 40 Prozent des Welthandels.

Weiterlesen...

WhatsApp: Kryptograf wittert Hintertür für Sicherheitsdienste

Mountain View (dpa) - Der Kurzmitteilungsdienst WhatsApp hat den Vorwurf zurückgewiesen, eine «Hintertür» für Überwachung durch Behörden in seinem Verschlüsselungs-Verfahren offenzulassen. Zuvor hatte ein deutscher IT-Sicherheitsforscher in der britischen Zeitung «The Guardian» erklärt, WhatsApp könne Krypto-Schlüssel austauschen, ohne dass Nutzer dies merkten und damit Unterhaltungen abfangen. Der zu Facebook gehörende Dienst erklärte, es handele sich dabei um eine notwendige technische Lösung, damit Nutzer zum Beispiel beim Wechsel von Geräten oder Telefonnummern weiterhin miteinander kommunizieren könnten.

«WhatsApp gibt Regierungen keine "Hintertür" zu seinen Systemen und würde gegen jede Forderung jeder Regierung kämpfen, eine Hintertür zu schaffen», erklärte ein WhatsApp-Sprecher am Freitag. «Die Design-Entscheidung, auf die sich der "Guardian"-Artikel bezieht, verhindert, dass Millionen Nachrichten verloren gehen und WhatsApp bietet Benachrichtigungen an, um Nutzer auf potenzielle Sicherheitsrisiken hinzuweisen.»

Tobias Boelter, ein Kryptografie- und Sicherheitsforscher an der University of California in Berkeley, sagte der Zeitung zuvor: «Wenn WhatsApp von einer Regierungsbehörde aufgefordert wird, Nachrichten-Aufzeichnungen offenzulegen, kann es durch den Austausch der Schlüssel Zugang gewähren.» Demnach kann WhatsApp neue Krypto-Schlüssel für Nutzer, die offline sind, erstellen - und noch nicht übermittelte Nachrichten werden danach bei einer Internet-Verbindung übermittelt. Dabei sei für die Nutzer der Austausch der Schlüssel nicht ersichtlich, wenn nicht entsprechende Warnmeldungen aktiviert worden seien. Der WhatsApp-Server könne dabei nachträglich komplette Unterhaltungen abrufen und nicht nur einzelne Nachrichten, erklärte Boelter. WhatsApp nahm zu solchen technischen Details zunächst nicht Stellung.

Weiterlesen...

Zinsen: Wird es einen Trump-Effekt für Sparer geben?

Von Tobias Schmidt, dpa-AFX

Mit der US-Zentralbank ist sich der neue Präsident Donald Trump nicht gerade grün. Dennoch könnte ausgerechnet er es sein, der Notenbanken weltweit den Ausweg aus ihrem bis heute andauernden Krisenmodus weist - und den Sparern damit wieder zu nennenswerten Zinsen verhilft.

Frankfurt/Washington (dpa) - Seit der letzten schweren Finanzkrise 2008/2009 sind die wichtigsten Notenbanken der Welt im Krisenmodus. Sie halten die Zinsen niedrig und fluten die Finanzmärkte mit Geld, um Konjunktur und Inflation anzuheizen - lange Zeit ohne Erfolg.

Aber jetzt könnte der neue US-Präsident Donald Trump den Währungshütern mit einem Konjunkturprogramm unter die Arme greifen und Sparern auch in Deutschland wieder zu höheren Zinsen verhelfen. Ob er sein Versprechen hält, ist jedoch ungewiss. Und nichts fürchten Zentralbanker mehr als Unsicherheit.

Die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, ist dafür bekannt, stets ein Haar in der Suppe zu finden, wenn es um die US-Wirtschaft geht. Ob Börsenturbulenzen, globale Wachstumsschwäche, Brexit-Votum oder die Präsidentschaftswahl: Fast immer sieht sie einen Grund, den Leitzins nahe der Nulllinie zu halten. Seit der Finanzkrise gab es bislang erst zwei kleine Erhöhungen.

Weiterlesen...

DreamHack: ESports-Szene gibt sich Stelldichein in Leipzig

Von Birgit Zimmermann, dpa

Das Festival DreamHack macht Leipzig an diesem Wochenende zum Treffpunkt der Computerspiel-Szene. Die Szene strebt mit Macht aus der Nische.

Leipzig (dpa) - Wenn die 22-jährige Sissor aus Bayern im Videoportal Twitch auftaucht, dann schalten Hunderte oder gar Tausende ihren Stream ein. Sie unterhält sich per Chat ein bisschen mit den Leuten. Vor allem aber spielt sie online «League of Legends». Und das auf einem solchen Niveau, dass sie eine regelrechte Fangemeinde hat.

Sissor gehöre zur nationalen Streaming-Elite, sagt der Sprecher der Leipziger DreamHack, Felix Wisotzki. Auch auf diesem eSports-Festival vom Freitag bis zum Sonntag dieser Woche (13. bis 15. Januar) wird sie dabei sein. eSports ist grob gesagt das professionelle Spielen von Online-Games wie «League of Legends» oder «Dota 2». Sissor, Studentin aus Bayern, ist Teil einer Bewegung, die eSports und Streaming zunehmend auch in Deutschland ins Rampenlicht rückt.

Auch die Fußball-Simulation Fifa wird als Wettbewerb gespielt. Auf der DreamHack wird es ein großes «Counter-Strike»-Turnier geben. Längst haben sich wie im «richtigen» Sport Profi-Ligen etabliert, bei Weltmeisterschaften geht es um Preisgelder in Millionenhöhe.

Auf Kanälen wie Twitch oder YouTube übertragen die Spieler ihre Games - und verdienen damit Geld über Werbung und Sponsoring. Auch Sissor finanziert sich über das Gamen, sagt sie.

Weiterlesen...