Apple: Smarte Lautsprecher als Schwerpunkt eigener Entwicklerkonferenz

Nach Facebook, Microsoft und Google lädt auch Apple zu einer Konferenz für Software-Entwickler. Neben den üblichen neuen Betriebssystemen für iPhone und Mac könnte laut Medienberichten auch der Einstieg ins Geschäft mit smarten Lautsprechern verkündet werden.

San Jose (dpa) - Von Apple wird am Montag zum Start der Entwicklerkonferenz WWDC eine Antwort auf die Vorstöße der Rivalen Google und Amazon bei künstlicher Intelligenz erwartet. Der iPhone-Konzern könnte laut Medienberichten unter anderem einen vernetzten Lautsprecher mit seiner Assistenz-Software Siri präsentieren. Außerdem kann man davon ausgehen, dass wie immer bei den jährlichen Konferenzen (ab 19.00 Uhr MESZ) die nächsten Betriebssysteme für iPhones, iPad-Tablets und Mac-Computer vorgestellt werden.

Bleibt es aber nur dabei, dürften Branchenbeobachter und Investoren enttäuscht sein. Denn sie erhoffen sich von dem Event im kalifornischen San Jose, dass Konzernchef Tim Cook und seinem Team Apples Weg in eine Zukunft mit allgegenwärtiger künstlicher Intelligenz skizzieren, bei der Amazon und Google mit ihrer Strategie bisher mehr Aufmerksamkeit bekommen haben.

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Deutsche Wirtschaft in guter Stimmung - mit einigen Schattenseiten

Gute Stimmung in den Chefetagen, Volkswirte sprechen von sonnigen Aussichten: Deutschlands Wirtschaft ist derzeit sehr stark. Es gibt aber auch Skeptiker - und der Aufschwung kommt nicht überall an.

Nürnberg/Berlin (dpa) - Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung vieler Ökonomen in Top-Form und kann ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Dafür sprächen die Erholung der Weltkonjunktur und die damit besseren Exportchancen für die Industrie. Aber auch Risiken im Zusammenhang mit dem Brexit oder der Politik von US-Präsident Donald Trump hätten sich abgeschwächt, erklärten Volkswirte mehrerer Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Den Arbeitsmarkt stabilisiert das weiter - allerdings haben nicht alle Menschen etwas davon.

«Die Konjunktur läuft immer besser, die Unternehmen werden immer optimistischer», sagte Allianz-Volkswirt Rolf Schneider. «Was sich derzeit bei der Konjunktur zeigt, geht über unsere Erwartungen hinaus.» Ifo-Experte Felix Schröter pflichtete ihm bei: «Wir gehen durchaus von einer aufwärts gerichteten Entwicklung aus.»

DZ-Bank-Ökonom Michael Holstein rechnet für 2017 mit einem Wachstum um 1,7 Prozent vor allem dank wichtiger Exportmärkte: Ob in den USA, Europa oder China - in vielen Ländern sei eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Für Commerzbank-Konjunkturexperte Eckart Tuchtfeld kommt hinzu, dass inzwischen in vielen Chefetagen die Sorge vor einer Abschottung des US-Marktes nur noch eine untergeordnete Rolle spiele.

Vor überzogener Zuversicht warnte indes Stefan Kipar, Volkswirt bei der Landesbank Bayern. «Wir sind viel pessimistischer, als es die Unternehmensstimmung derzeit anzeigt», meinte er mit Blick auf das ungewöhnlich positive Ifo-Geschäftsklima. «Im Moment widersprechen die Daten zu Auftragseingängen und zur Produktion der Euphorie.» Es sei aber möglich, dass sich das in den kommenden Monaten noch ändere.

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US-Unternehmen ziehen europäischer Konkurrenz davon

Apple schlägt sie alle. Keiner der Top-Konzerne in Europa und den USA verdient so viel wie der iPhone-Hersteller. Auch insgesamt stehen viele US-Unternehmen besser da als die europäische Konkurrenz.

Frankfurt/Main (dpa) - Die US-Konkurrenz rennt Europas Top-Konzernen bei Umsatz und Profitabilität davon. Die 300 umsatzstärksten europäischen Unternehmen erwirtschafteten im vergangenen Jahr zusammengerechnet einen Erlös von 6,7 Billionen Euro und einen operativen Gewinn von 576 Milliarden Euro, wie aus der am Freitag veröffentlichen Untersuchung des Beratungsunternehmens EY hervorgeht. Die 300 börsennotierten US-Top-Konzerne kamen auf umgerechnet 8,4 Billionen Euro Umsatz und 970 Milliarden Euro Gewinn. Sie setzten demnach 25 Prozent mehr um und übertrafen die europäische Konkurrenz beim Gewinn um 68 Prozent.

«Die amerikanische Konkurrenz wirtschaftete wesentlich profitabler und konnte den Abstand zu Europa im vergangenen Jahr nochmals vergrößern», erläuterte Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung. Im Durchschnitt blieben bei US-Konzernen 30 Prozent mehr Gewinn hängen als bei ihren europäischen Wettbewerbern.

Unter den zehn umsatzstärksten Unternehmen Europas gibt es der Studie zufolge vier deutsche Konzerne: Die drei Autobauer Volkswagen (1. Platz), Daimler (4.) und BMW (8.) sowie Siemens (10.). Bei den gewinnstärksten Konzernen rangieren Daimler (2. Platz), BMW (5.), die Deutsche Telekom (6.) und Siemens (9.) unter Europas Top-Ten. Nicht berücksichtigt wurden in der Analyse Banken, Versicherungen und ganz klassische Investmentgesellschaften.

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Bitcoin: Angst vor Volatilität bremst Verwendung im Alltag

Von Karolin Rothbart, dpa-AFX

Kryptowährungen faszinieren nicht mehr nur Hobbyprogrammierer und experimentierfreudige Privatanleger. Auch in der etablierten Finanzwelt ist digitales Geld ein großes Thema - ein Bitcoin kostet mehr als 2000 Dollar. Doch alltagstauglich ist digitales Geld nur bedingt.

Frankfurt (dpa) - «Warum nicht gleich in Schweinehälften», schrieb ein Leser ins Kommentarforum von «t3n». Das Online-Magazin mit Sitz in Hannover hatte kurz zuvor mitgeteilt, als erster deutscher Arbeitgeber seine Mitarbeiter zum Teil in Bitcoins auszahlen zu wollen. Keine große Summe, lediglich so viel, dass man es sich einmal im Monat in einem ausgewählten Café oder Burger-Laden gut gehen lassen konnte.

Im Vergleich zum Handel mit Schweinehälften, der schon seit ewigen Zeiten an den Börsen stattfindet, gehört der Bitcoin eher zu den jüngeren Markttrends. 2008 erlebte die Kryptowährung ihre Geburtsstunde, zwei Jahre später soll der erste Handel damit stattgefunden haben. Angeblich hat ein Programmierer damals 10 000 Bitcoins gegen zwei Pizzen getauscht.

Nimmt man den aktuellen Wert, so wären das heute mehr als 20 Millionen Dollar. Denn am Wochenende ist der Bitcoin erstmals über die Marke von 2000 US-Dollar gesprungen, zum Wochenstart waren es dann sogar mehr als 2100 Dollar. Zum Vergleich: Eine Feinunze Gold kostete zuletzt rund 1250 Dollar. Dass hiermit noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, glauben viele. Gleichzeitig gibt es Stimmen, die vor den starken Schwankungen und der Gefahr eines Einbruchs warnen - in Deutschland nicht zuletzt die Bundesbank.

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Fair Trade: Wuppertaler Unternehmen will Marktnische ausfüllen

Von Ulrike Hofsähs, dpa

Die früheren Kolonialwaren sind heute die Klassiker des fairen Handels: Kaffee und Kakao. Das Handelshaus Gepa kauft bei Kleinbauern in den Ländern des Südens. Noch sind fair gehandelte Produkte aber eine Nische in deutschen Supermärkten.

Wuppertal (dpa) - Gustavo aus Mexiko meldete sich am Telefon, der Kaffeebauer wollte 25 Tonnen Kaffee aus einem Bergdorf nach Deutschland verschicken. Doch wie kommt der Kaffee aufs Schiff, und wie werden die komplizierten Exportpapiere ausgefüllt? «Wir haben eine Woche am Telefon gesprochen und Faxe geschickt», erzählt Kleber Cruz Garcia von dem Anruf, der Kaffee-Experte beim Fairhandelshaus Gepa in Wuppertal. Schon bald habe Gustavo, der Beauftragte einer kleinen Kooperative, keine Hilfe mehr gebraucht, sagt Garcia.

«Es geht eben auch darum, unsere Handelspartner aufzubauen», sagt Peter Schaumberger, einer der beiden Gepa-Geschäftsführer. Schon der Name «Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt», kurz Gepa, drückt das aus. Vor über 40 Jahren von Hilfswerken und Jugendorganisationen der evangelischen und katholischen Kirche gegründet, bringt die Gepa faire Produkte aus den Ländern des Südens nach Deutschland: Reis, Honig, Tee, Schokolade, Wein, auch Kleidung, Körbe und Taschen.

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