Höhenflug der Weltbörsen: Droht ein böses Erwachen?

Frankfurt/Main (dpa) - An den Börsen rund um den Globus herrscht Partystimmung: Die ultralockere Geldpolitik der großen Notenbanken treibt Dax & Co. seit Jahresbeginn von einem Rekord zum nächsten. Wasser in den Wein goss zuletzt allerdings der bekannte US-Investor Carl Icahn: Er zeigte sich angesichts des erreichten Kursniveaus vorsichtig. Droht demnächst ein Kurssturz oder gar ein Börsencrash?

Die Zahlen sind eindrucksvoll: Rund 1500 Punkte gewann der Dax seit Jahresanfang hinzu, erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte knackte der deutsche Leitindex die Marke von 9000 Punkten. An der Wall Street nahm der Dow Jones die Hürde von 16 000 Zählern.

Viele Beobachter sind zuversichtlich, dass die gute Stimmung anhält, solange die Geldschwemme der Notenbanken weitergeht. „Die Situation dürfte sich erst ändern, wenn die US-Notenbank den Hebel umlegt und mit dem schrittweisen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik beginnt“, sagt Fidel Helmer, Leiter des Wertpapierhandels der Privatbank Hauck & Aufhäuser.

Ein Ende des Billiggeldes in den USA und Europa zeichnet sich derzeit allerdings nicht ab. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, bekräftigte nach der jüngsten Zinssenkung das Billiggeld-Versprechen der Notenbank: Der EZB-Rat gehe davon aus, dass die Zinsen im Euroraum für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau oder darunter liegen werden.

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Weihnachten im Alten Rom: Das Kinderspielzeug war ähnlich

Köln (dpa) - Weihnachten kannten die Römer zwar noch nicht, aber man beschenkte sich zu Neujahr. Auch die Kinder bekamen dann neues Spielzeug. Vieles davon unterscheidet sich kaum von dem, was heute unterm Tannenbaum steht. So ist im Römisch-Germanischen Museum in Köln eine Ziehfigur auf Rädern ausgestellt, die gleichsam die Janosch-Ente vorwegnimmt.

Besonders beliebt bei den Kindern der Antike waren Tierfiguren aus Ton. Die meisten stellten Nutztiere dar, die die Kinder jeden Tag sahen: Pferde, Hühner, Ziegen oder Schafe. Viele Spielzeuge waren aus Holz - und haben sich deshalb nur im Wüstenklima Nordafrikas erhalten. In Köln ist das Service einer Puppenküche ausgegraben worden, die Küche selbst war wohl aus Holz und vermoderte. „Das Geschirr könnte heute noch in der Puppenküche stehen“, sagt Friederike Naumann-Steckner, die stellvertretende Direktorin des Museums. Wenn ein römisches Mädchen mit 12 bis 14 Jahren erwachsen wurde, opferte es seine Puppe symbolisch den Hausgöttern.

Die ganz Kleinen hatten Rasseln. Außerdem gab es Pfeifen, die bis heute funktionieren. Überhaupt kann man alles noch benutzen - die Qualität des damaligen Spielzeugs war offenbar hoch. „Das ist deutlich stabiler als heutiges Plastik“, meint Naumann-Steckner. Unklar ist, ob die Kinder auch Brettspiele machten oder ob diese nur von Soldaten zum Zeitvertreib gespielt wurden.


Fest steht dagegen, dass die Kinder zur Römerzeit viel mehr draußen gespielt haben, denn ein eigenes Zimmer dürften die wenigsten gehabt haben. Wohnraum war noch knapper und teurer als heute. Im Römisch-Germanischen Museum steht die - stark beschädigte - Skulptur eines Kindes, das ein anderes Huckepack trägt. Nüsse werfen war ein anderes beliebtes Spiel im Freien. Ballspiele dürften dagegen noch nicht so populär gewesen sein, weil die damaligen Bälle noch nicht hüpfen konnten, sie hatten eher die Konsistenz von Stoffbällen.

So ziemlich alles, was Kinder heute gerne essen, kannten die Römer noch nicht: Es gab keine Schokolade, keinen Zucker, keinen Ketchup, keine Bonbons, kein Popcorn, keine Pommes frites. Aber es gab Kuchen, der mit Honig gesüßt wurde. Ein beliebter Snack wurde so zubereitet: Man erhitzte Honig in der Pfanne, gab Sesam und klein gehackte Nüsse dazu und drehte dann Kügelchen daraus. „Das kann man heute noch gut nachmachen“, meint Naumann-Steckner. „Wichtig ist, dass der Honig wirklich einen Moment kocht.“

Das Leben der meisten römischen Kinder sei härter und unsicherer als heute gewesen, sagt die Expertin. „Es gab für die Kinder kein Hartz IV.“ Ein Vater konnte seine Kinder sogar als Sklaven verkaufen, wenn er glaubte, sonst nicht über die Runden zu kommen. Der Preis richtete sich danach, was die Kinder schon leisten konnten. Auf Bauernhöfen mussten die Kinder so früh wie möglich mithelfen, sie hüteten zum Beispiel die Gänse. Zum Spielen blieb da vielleicht gar nicht so viel Zeit.

Anders sah es in reichen Familien aus. „Bei den Mädchen gab es mit Sicherheit Helikopter-Mütter“, sagt Naumann-Steckner. Solche Kinder wuchsen sehr behütet auf und lebten im Luxus: Als der Sohn des Politikers Herodes Atticus Schwierigkeiten beim Lesen lernen hatte, ließ sein Vater ihm zum Üben Buchstaben aus Elfenbein schnitzen.

Irische Bankanleihen kehren an die Märkte zurück

Dublin/London (dpa) - Erstmals seit dem Platzen der Immobilienblase 2009 haben irische Banken am Mittwoch wieder Anleihen an die Finanzmärkte gebracht. Das teilte das Finanzministerium in Dublin am Abend nach Börsenschluss mit. Die Bankengruppe Allied Irish Banks platzierte erfolgreich eine Anleihe über 500 Millionen Euro. Die Bausparkasse Permanent TSB brachte ein hypothekenbesichertes Papier in gleicher Höhe an den Markt. Beide Anleihen waren nach Angaben des Ministeriums deutlich überzeichnet.

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Eurokrise macht Lufthansa zur Frusthansa

Frankfurt/Main (dpa) - Das Sommergeschäft ist bei der Lufthansa nicht so gut gelaufen wie erhofft. „Wir hatten einen ordentlichen Sommer. Aber wir hatten gehofft, dass sich die Luftfracht stärker belebt. Das ist ausgeblieben“, sagte Unternehmenschef Christoph Franz der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Seit Jahren belasteten Überkapazitäten das Frachtgeschäft. Dies führe zu hohem Preisdruck. Zudem litten Importe aus Asien nach Europa wegen der schwachen europäischen Konjunktur. 

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