Intelligente Roboter als Leitthema der Hannover Messe

Von Ralf E. Krüger, dpa

Roboter werden immer intelligenter - und können immer präzisere Vorhersagen zum menschlichen Verhalten machen. Die Hannover Messe verspricht konkrete Antworten auf die Frage, wie sie Unternehmen nutzen können. Die Fertigung wird zunehmend flexibler gestaltet.

Hannover (dpa) - Auf der Suche nach Industrietrends und neuen Geschäftsmodellen kommen rund 6500 Aussteller und wohl 200 000 Besucher von Montag an zur Hannover Messe. Bei der fünftägigen Leistungsschau wollen sie selbst sehen, was es unter dem Schlagwort digitaler Wandel bereits an konkreten Anwendungsbeispielen für die Industrie von morgen («Industrie 4.0») gibt. Denn die Messe gilt zunehmend als Orientierungs-Plattform bei der Frage, welchen konkreten Nutzen die technischen Innovationen für die Betriebe haben. Messe-Schwerpunkte sind unter anderem:

ROBOTER: Roboter sind diesmal DAS Trendthema der Messe. Vor allem die Industriehelfer ermöglichen, in immer neue Dimensionen vorzustoßen. Ob in der Fertigung, der Logistik oder im privaten Haushalt: die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter wird ausgefeilter. Der Hersteller Festo etwa zeigt einen pneumatischen Leichtroboter, der dem menschlichen Arm nachempfunden ist und feinfühlige Bewegungen ausführt. Von Franka Emika kommen dazu sogenannte Roboter-Apps, die das Programmieren dieser mechanischen Helfer mit ihren hochkomplexen Fähigkeiten zur Minuten-Sache machen.

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Exportüberschuss: IWF fordert mehr Staatsdirigismus

Waren «Made in Germany» sind begehrt - deshalb hat Deutschland einen Exportüberschuss. Der Haltung von Finanzminister Schäuble gegen staatliche Eingriffe folgt der IWF nur bedingt. Überschüsse kann man auch investieren, lautet das Credo in Washington.

Washington (dpa) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die deutsche Bundesregierung streiten auf internationaler Bühne weiter über die Höhe deutscher Exportüberschüsse. «Nicht alles ist gerechtfertigt», sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag zur Eröffnung der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zeigte sich dagegen nicht zu staatlichen Eingriffen in die Leistungsbilanz bereit.

«Es gibt weder vernünftige Maßnahmen, die Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss senken, noch brauchen wir aktive wirtschaftspolitische Maßnahmen, um dies zu erreichen», sagte Schäuble. Deutschland war 2016 erneut Exportweltmeister mit einem Rekordüberschuss von 252,9 Milliarden Euro. Der Exportüberschuss erreichte deutlich über acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die EU sieht mehr als sechs Prozent als Problem für die Stabilität an.

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Reiselust: Mittelmeer bleibt voran – Fernreisen werden aber beliebter

Kiel (dpa) - Mehr Flugverbindungen und günstigere Preise treiben die Nachfrage nach Fernreisen an. Im vergangenen Jahr machten die Bundesbürger 5,3 Millionen Urlaubsreisen in Länder außerhalb Europas und des Mittelmeerraumes. Das waren 23 Prozent mehr als 2010, wie aus der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) hervorgeht. «Immer mehr Menschen können sich den Traum von exotischen Ländern erfüllen. Es gibt mehr Flugverbindungen und Fernreisen sind erschwinglicher geworden», sagte Martin Lohmann, Geschäftsführer des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) der Deutschen Presse-Agentur. Der Marktanteil liege mittlerweile bei knapp 8 Prozent (2010: 6,5 Prozent).

Am beliebtesten war zuletzt Süd-Ostasien vor Nordamerika. Das leicht gesunkene Interesse an Zielen auf der anderen Seite des Atlantiks führte Lohmann in erster Linie auf den stärkeren Doller zurück, der Trips in die USA verteuert. Dass Urlauber aus Deutschland wegen der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten auf Reisen in die Vereinigten Staaten verzichteten, könne er nicht feststellen.

Zwar sind Fernreisen im Vergleich zu einem Urlaub am Mittelmeer oder in Deutschland im Schnitt immer noch teurer. Allerdings sind die Ausgaben für ferne Ziele seit 2010 den Angaben zufolge langsamer gestiegen (plus 15 Prozent) als für Urlaubsreisen insgesamt (plus 20 Prozent). Der Abstand wird also kleiner.

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IWF zittert vor Trump und will durch Welthandel Afrika aufbauen

Von Michael Donhauser, dpa

Handel bedeutet Wachstum, und Wachstum bedeutet ein besseres Leben - auch für die Hungernden in Afrika: Der IWF glaubt weiterhin an den weltweiten Nutzen von Globalisierung - und hat Angst vor den Protektionisten im Schlepptau von Donald Trump.

Washington (dpa) - Die Bilder sind schwer zu ertragen: Hungernde Kinder, klagende Mütter - und kaum Aussicht auf Besserung. Im Südsudan, Jemen, Teilen von Kenia und Nigeria droht vor allem Kinder der Hungertod, weil eine Dürre die Ernten vernichtet hat und Nachschub nicht schnell genug die Menschen erreicht.

Das Thema beschäftigt auch den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Ursache für die humanitäre Katastrophe ist eine Mixtur aus wirtschaftlichen und politischen Problemen. Und letztere sind in den Entwicklungsländern nicht nur selbst gemacht. Der IWF zeigt mit dem Finger auch auf Donald Trump, den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, der sich zu einer Abschottungspolitik bekennt.

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Adidas will Serienfertigung im 3D-Druck einleiten

Die Pilotphase ist abgeschlossen, die ersten 500 Paar Sportschuhe sind bereits produziert - demnächst soll die Speedfactory von Adidas in Ansbach die Serienproduktion aufnehmen. Das Ziel ist klar umrissen: Schneller auf Trends und Kundenwünsche reagieren können.

Herzogenaurach (dpa) - Der Sportartikelhersteller Adidas will voraussichtlich im Herbst mit der Serienfertigung von Sportschuhen aus dem 3D-Drucker beginnen. Die Sportschuhe sollen zunächst in der Speedfactory in Ansbach, später auch in einer entsprechenden Fabrik in Atlanta/USA produziert werden, teilte Adidas am Freitag mit. Mittelfristig sollen in jeder der flexibel produzierenden Fabriken jährlich rund 500 000 Paar Sportschuhe hergestellt werden.

Das Dax-Konzern will damit flexibler auf Trends reagieren und mit neuen Produkten rascher auf den Markt kommen, erläuterte eine Adidas-Sprecherin. Bisher dauere es von der Entwicklung eines Schuhs bis zum Verkauf der ersten paar Schuhe rund 18 Monate; dieser Zeitraum soll in den Speedfactorys deutlich verkürzt werden. Die Fabrik in Atlanta befinde sich bereits im Bau. In Ansbach solle die Produktion im Lauf des Sommers langsam hochgefahren werden.

In den Speedfactorys soll künftig auch ein neuartiges Herstellungsverfahren integriert werden, das erstmals bei einem neuen Schuhmodell, dem «Futurecraft 3D», angewandt wird. Das Modell werde sich im Wesentlichen durch seine innovative Herstellung der Zwischensohle von anderen Sportschuhen unterscheiden. Im Herbst sollen davon zunächst 5000 Paar in die Läden kommen, kündigte die Adidas-Sprecherin an. Schon nächstes Jahr sollen es 100 000 sein.

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