Deutsche Wirtschaft gesund – global aber Bedenken wegen Protektionismus

Berlin/Brüssel (dpa) - Der Arbeitsmarkt brummt, der schwache Euro stützt die Exporte: Führende Wirtschaftsforschungsinstitute trauen der deutschen Wirtschaft ein etwas stärkeres Wachstum zu als zuletzt angenommen, wie aus der am Mittwoch in Berlin vorgelegten Gemeinschaftsprognose hervorgeht. Rückenwind kommt auch von der anziehenden Weltwirtschaft. Handelsbarrieren könnten die exportorientierte deutsche Konjunktur dagegen empfindlich treffen.

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für dieses Jahr einen Anstieg des deutschen Bruttoinlandsproduktes von 1,5 Prozent, 2018 sollen es dann 1,8 Prozent sein. In ihrem Herbstgutachten waren die Ökonomen von geringeren Zuwächsen von 1,4 Prozent und 1,6 Prozent ausgegangen.

Getragen wird das Wachstum nach Einschätzung der Experten unter anderem von den privaten Konsumausgaben, die voraussichtlich aber weniger stark zulegen. Der Export dürfte hingegen von der Erholung der Weltwirtschaft profitieren. Hinzu kommt der schwache Euro, der Produkte «Made in Germany» auf dem Weltmarkt billiger macht. Das kann die Nachfrage ankurbeln. Die Ökonomen rechnen auch damit, dass die Unternehmen ihre Zurückhaltung aufgeben und mehr in Maschinen und andere Ausrüstungen investieren.

Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft noch um 1,9 Prozent gewachsen - getrieben von der Konsumlaune der Verbraucher, den Ausgaben des Staates unter anderem für die Unterbringung und Versorgung Hunderttausender Flüchtlinge und dem Bauboom. Das etwas schwächere Plus in diesem Jahr führten die Experten auch darauf zurück, dass es 2017 mehr Feiertage gibt.

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Hamburg: AIX präsentiert die Zukunft des Fliegens

Von Andreas Albrecht und Christophe Gateau, dpa

Wie fliegen wir künftig? Visionen gibt es auf der Hamburger Messe AIX, auf der sich alles um die Flugzeugkabine dreht. Ob bequeme Sitzmöbel und die coole Getränkebar wirklich für alle kommen, scheint angesichts des Preiskampfes in der Branche zumindest fraglich.

Hamburg (dpa) - In den 1960er-Jahren war das Highlight für Erste-Klasse-Passagiere noch der frisch aufgeschnittene Schinken und Fassbier direkt am Sitz serviert. Heute muss es schon ein 70 000-Euro-teurer Sessel mit Sitzheizung und Massagefunktion sein. Doch der Kampf um die in diesem Jahr wohl weltweit rund vier Milliarden Passagiere findet natürlich auch in der «Holzklasse» statt. Auf der Hamburger Leitmesse Aircraft Interiors Expo dreht sich alles um das Innenleben, das im Schnitt bei jedem Flugzeug fünf Mal komplett ausgetauscht wird. Der allgemeine Trend ist erkennbar: Die Kabine wird individueller.

Noch ist es Zukunftsmusik: Der Passagier geht an Bord der nicht ausgebuchten Maschine, da hat die freundliche Crew die letzte Sitzreihe im Handumdrehen zusammengeklappt und verschiebt die Sitze davor, um so kurz vor Abflug für mehr Beinfreiheit zu sorgen. Das Konzept könnte den Fluggesellschaften zusätzlich Umsatz bringen, wenn eine Airline beim Einstieg für mehr Zentimeter die Hand offen hält. Die Idee stammt unter anderem vom Flugzeugbauer Airbus, der zudem auf der Messe verkündet, seinen Ladenhüter A380 jetzt mit noch mehr Sitzen attraktiver für die Airlines zu machen. Aber damit nicht auch unattraktiver für die Passagiere, wenn das Flaggschiff bis zu 575 Sitze in vier Klassen zählen könnte?

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Google und YouTube treten Gerüchten über Kundenabwanderung entgegen

In der Krise um Werbung, die bei YouTube neben extremistischen Videos auftauchte, geht Google in die Gegenoffensive. Nur ein «winziger» Anteil der Anzeigen sei betroffen, das Thema werde aber aufgebauscht, weil «jemand es aggressiv auf die erste Seite setzt».

Mountain View (dpa) - Google sieht sich nach dem Eklat um die Platzierung von Werbevideos neben extremistischen Videos unverhältnismäßig an den Pranger gestellt. Nur ein «winziger» Anteil der Anzeigen sei davon betroffen gewesen, sagte Google-Manager Philipp Schindler der Website «Recode». So sei es bei großen Werbekunden um weniger als 0,001 Prozent der ausgespielten Werbeclips gegangen, erklärt der Internet-Konzern. Zugleich stünden diese Fälle aktuell sehr stark im Fokus, sagte Schindler: «Das Problem kommt daher, dass jemand es aggressiv auf die erste Seite setzt.»

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Ostern naht: Fragen und Antworten rund ums Ei

Von Sebastian Fischer, dpa

An Ostern ist es wieder in (fast) aller Munde: das Ei. Braun oder weiß, Cholesterinbombe oder Nährstofflieferant - fast jeder hat seine eigene Meinung dazu. Aber was stimmt?

Berlin (dpa) - Schon Wilhelm Busch hat es erkannt: «Das weiß ein jeder, wer's auch sei, gesund und stärkend ist das Ei.» Im Schnitt isst jeder Deutsche mittlerweile mehr als 230 Eier im Jahr. Gerade im Ostermonat werden zwei oder drei mehr gekauft, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium jährlich mitteilt. Allerdings liegt der Verbrauch in der Vorweihnachtszeit wegen des Backens noch einmal höher. Was es sonst noch zu wissen gibt:

Sind Eier tatsächlich «gesund und stärkend»?

Lange Zeit hatten sie einen schlechten Ruf: Cholesterin, Kalorien, Dioxin - und dann Salmonellen. Doch sie enthalten wichtige Vitamine, Mineralstoffe, Jod, hochwertiges Eiweiß und Lecithin, das die Gedächtnisleistung verbessert und die Nerven stärkt. Wegen des Cholesterins, das ausschließlich im Dotter vorhanden ist, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, nicht mehr als drei Eier pro Woche zu essen. Allerdings hält bei gesunden Menschen der Körper den Cholesterinspiegel unabhängig von der Höhe der Zufuhr konstant.

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Anti-Dumping-Maßnahmen in den USA: Auch deutsche Unternehmen betroffen

Das US-Handelsdefizit liegt bei rund 500 Milliarden Dollar. Präsident Trump wirft anderen Ländern unfaire Praktiken vor - und lässt dies nun konkret untersuchen. Bei Anti-Dumping-Verfahren geht es auch um deutsche Firmen.

Washington/Berlin (dpa) - US-Präsident Donald Trump riskiert einen massiven Handelsstreit mit wichtigen Wirtschaftspartnern wie China und Deutschland. Angesichts des hohen US-Handelsdefizits lässt Trump sämtliche Handelsbeziehungen zu anderen Ländern überprüfen. Die US-Regierung will außerdem Dumping-Vorwürfe untersuchen lassen, etwa gegen mehrere ausländische Stahlproduzenten. Dazu unterzeichnete Trump am Freitag in Washington zwei entsprechende Dekrete.

Trump wirft Deutschland, China und und anderen Ländern bereits seit längerem unfaire Handelspraktiken zu Lasten der USA vor. Untersucht werden sollen nun etwaige Verletzungen von Handelsverträgen. Handelsminister Wilbur Ross sprach von einem «neuen Kapitel» in den Handelsbeziehungen der USA.

Das Handelsdefizit der USA war im vergangenen Jahr noch einmal gestiegen, und zwar auf 481 Milliarden Dollar. Das bedeutet, dass USA deutlich mehr Waren importieren als sie in andere Länder exportieren. Um dies zu finanzieren, bedeutet das zugleich, dass die USA auf einen stetigen Zustrom von Kapital aus dem Ausland angewiesen sind. Die USA nehmen für sich in Anspruch, dass sie im Vergleich zu anderen Ländern geringe Hürden für Einfuhren hätten.

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