Hamburg: AIX präsentiert die Zukunft des Fliegens

Von Andreas Albrecht und Christophe Gateau, dpa

Wie fliegen wir künftig? Visionen gibt es auf der Hamburger Messe AIX, auf der sich alles um die Flugzeugkabine dreht. Ob bequeme Sitzmöbel und die coole Getränkebar wirklich für alle kommen, scheint angesichts des Preiskampfes in der Branche zumindest fraglich.

Hamburg (dpa) - In den 1960er-Jahren war das Highlight für Erste-Klasse-Passagiere noch der frisch aufgeschnittene Schinken und Fassbier direkt am Sitz serviert. Heute muss es schon ein 70 000-Euro-teurer Sessel mit Sitzheizung und Massagefunktion sein. Doch der Kampf um die in diesem Jahr wohl weltweit rund vier Milliarden Passagiere findet natürlich auch in der «Holzklasse» statt. Auf der Hamburger Leitmesse Aircraft Interiors Expo dreht sich alles um das Innenleben, das im Schnitt bei jedem Flugzeug fünf Mal komplett ausgetauscht wird. Der allgemeine Trend ist erkennbar: Die Kabine wird individueller.

Noch ist es Zukunftsmusik: Der Passagier geht an Bord der nicht ausgebuchten Maschine, da hat die freundliche Crew die letzte Sitzreihe im Handumdrehen zusammengeklappt und verschiebt die Sitze davor, um so kurz vor Abflug für mehr Beinfreiheit zu sorgen. Das Konzept könnte den Fluggesellschaften zusätzlich Umsatz bringen, wenn eine Airline beim Einstieg für mehr Zentimeter die Hand offen hält. Die Idee stammt unter anderem vom Flugzeugbauer Airbus, der zudem auf der Messe verkündet, seinen Ladenhüter A380 jetzt mit noch mehr Sitzen attraktiver für die Airlines zu machen. Aber damit nicht auch unattraktiver für die Passagiere, wenn das Flaggschiff bis zu 575 Sitze in vier Klassen zählen könnte?

Weiterlesen...

Microsoft: Update für 400 Millionen Geräte soll ab 11. April bereitstehen

Windows 10 wird fit für Zukunftstrends wie das Gestalten in 3D oder Mixed Reality. Das rund eineinhalb Jahre alte Betriebssystem wird laut Microsoft weltweit auf 400 Millionen Geräten genutzt.

München (dpa) - Microsoft will sein Betriebssystem Windows 10 mit einem großen Update sicherer und vor allem mit neuen Funktionen attraktiver für Kreative machen. Das «Windows 10 Creators Update» werde ab dem 11. April weltweit verfügbar sein, teilte der Softwarekonzern am Mittwoch mit. Es solle den Anwendern «höchste Sicherheit» sowie neue Funktionen etwa für 3D-Gestaltung bieten. Außerdem öffnet Microsoft das System für die sogenannte Mixed Reality, bei der die reale Umgebung und virtuelle Objekte verbunden werden können.

«Die Nutzer wollen mit ihrem PC heute natürlicher und intuitiver umgehen», sagte Microsoft-Manager Markus Nitschke. In der Hinsicht habe sich in den vergangenen fünf Jahren viel getan. Mit dem neuen Update, das sukzessive und automatisch an alle Nutzer ausgeliefert wird, kommt zum Beispiel eine neue 3D-App für Microsofts Malprogramm Paint. Damit ließen sich dreidimensionale Objekte erstellen, bearbeiten und anschließend auch mit anderen teilen oder drucken, sagte Nitschke. Einen entsprechenden Service biete etwa i.materialise an und bietete den Druck der Exponate in vielen verschiedenen Materialien. Auch in Programme wie Powerpoint sollen sich die Objekte integrieren lassen.

Das Creators Update öffnet Windows 10 auch für «Mixed Reality»-Anwendungen. Microsoft wolle die neue Technologie «demokratisieren» und für alle verfügbar machen, sagte Nitschke. Im Laufe dieses Jahres sollen entsprechende Brillen etwa von Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo ab rund 300 Dollar verfügbar sein. Anders als aktuelle Brillen für Virtual Reality (VR) kann sich der Nutzer damit frei im Raum bewegen, da die reale Umgebung weiterhin erkennbar bleibt.

Weiterlesen...

Überteuert und veraltet? Der Taschenrechner wird 60

Von Christoph Dernbach, dpa

Der Physiker Jack Kilby stand vor rund 60 Jahren vor einer besonderen Herausforderung. Er suchte für seine bahnbrechende Erfindung des Integrierten Schaltkreises eine Anwendung, die das Potenzial seiner Entdeckung beweisen sollte. Erst Ende März 1967 wurde er fündig.

Dallas/Paderborn (dpa) - Es muss den US-Physiker Jack Kilby vor über 50 Jahren fast in den Wahnsinn getrieben haben, dass sein damaliger Arbeitgeber Texas Instruments den Wert seiner bahnbrechenden Erfindung nicht richtig zur Kenntnis nahm. Im Sommer 1958, während seine Laborkollegen in den Sommerferien weilten, hatte er mit improvisierter Ausrüstung den integrierten Schaltkreis entwickelt, den ersten Mikrochip der Welt. Es sollte noch einmal fast zehn Jahre dauern, bis er mit dem Prototyp eines ersten Taschenrechners eine Perspektive für den Mikrochip aufgezeigen konnte.

Kilby kam auf die Idee, Transistoren, Widerstände und Kondensatoren in einer einzigen Schaltung auf Basis eines Halbleiters zu vereinen. Er montierte 1958 den ersten «Integrierten Schaltkreis» auf einem Glasplättchen mit einem Stück Germanium und mit Drähten dran. 1959 fertigte der Physiker Robert Noyce in der kalifornischen Firma Fairchild ebenfalls einen Mikrochip, er wählte eine Schaltung aus Silizium. Kilby ließ seinen Schaltkreis mit dem Patent 3.138.743 schützen, darum wurde dann vor Gericht gestritten. Erst nach zehn Jahren wurde ein Vergleich erzielt.

Weiterlesen...

Kuwait: Noch keine Klarheit über Fortdauer der Förderbeschränkungen

Die Autofahrer in Deutschland freuen sich, dass die Spritpreise niedrig bleiben. Die Erdölproduzenten haben große Probleme. Ein Treffen in Kuwait brachte noch keine Einigung über künftiges Vorgehen - aber einen Appell.

Kuwait-Stadt (dpa) - Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo hat die ölproduzierenden Länder trotz Schwierigkeiten aufgefordert, an Förderkürzungen zur Steigerung der Preise festzuhalten. «Wir müssen geduldig sein und unseren starken Willen zeigen, damit unsere Entscheidungen ihren Weg gehen können», sagte Barkindo am Sonntag bei einem Treffen von Vertretern erdölproduzierender Staaten in Kuwait nach Angaben der Opec.

Eine Entscheidung über die Verlängerung der Anfang Januar in Kraft getretenen Förderbeschränkungen über die zweite Jahreshälfte hinaus fiel jedoch nicht. Russland und andere Länder hätten noch nicht endgültig über eine Ausdehnung der Kürzungen für die zweite Jahreshälfte entschieden, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak der Agentur Tass zufolge. Die Situation auf den Märkten müsse noch genauer analysiert werden. Bis zum nächsten Opec-Treffen in Wien sollten aber alle Länder ihre Vorschläge vorlegen.

Weiterlesen...

G20: Trumps Handschrift in Handelspolitik deutlich erkennbar

Donald Trump will keinen Sieg, sondern «fairen» Handel. Im Kreis der Top-Wirtschaftsmächte aber setzt sich die US-Regierung vorerst durch - und verhindert ein sonst sicheres G20-Zeichen gegen Protektionismus.

Baden-Baden (dpa) - Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) steuern auf einen schweren Handels- und Währungskonflikt zu. Die USA haben nach heftigem Widerstand eine Einigung der G20-Staaten auf eine gemeinsame Linie in der Handelspolitik vorerst verhindert. Die Finanzminister und Notenbankchefs konnten sich am Samstag bei ihrem Treffen in Baden-Baden auf kein klares Bekenntnis zu freiem Handel und gegen Protektionismus verständigen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Nachmittag aus Verhandlungskreisen.

Gastgeber Deutschland konnte damit trotz zweitägiger, teils nächtelanger Verhandlungen nur einen Minimal-Konsens erreichen. Womöglich wird nun bis zum G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs Anfang Juli in Hamburg ein neuer Anlauf für eine Einigung genommen. Danach übergibt Deutschland nach etwas mehr als einem halben Jahr den G20-Vorsitz an Argentinien.

Üblicherweise bekennt sich die G20-Gruppe in ihren gemeinsamen Abschlusserklärungen zum Freihandel und erteilt wirtschaftlicher Abschottung und Protektionismus eine Absage. Der seit knapp zwei Monaten amtierende US-Präsident Donald Trump jedoch hatte mehrfach betont, er werde in seiner Handels- und Steuerpolitik amerikanische Interessen über alles stellen. Mit dieser «America-First»-Politik wollten die USA den G20-Konsens aufbrechen.

Weiterlesen...