Rohstoffmärkte: Aserbaidschan will Wirtschaft diversifizieren

Aus großen Gasfeldern im Kaspischen Meer pumpt der aserbaidschanische Staatskonzern Socar Unmengen Gas, das dann durch Pipelines nach Westen geschickt wird. Doch außer Rohstoffen hat das Land im Südkaukasus bisher nicht viel zu bieten. Das soll sich ändern.

Davos/Baku (dpa) - Das rohstoffreiche Aserbaidschan will unabhängiger von Öl und Gas werden - zunächst aber bleibt die Ex-Sowjetrepublik in hohem Maße auf die Einnahmen aus dem Energiegeschäft angewiesen. «Wir steuern etwa 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bei, und der Beitrag wächst weiter», sagte der Vizechef des staatlichen Energiekonzerns Socar, Elshad Nassirov, der Deutschen Presse-Agentur. Das liege auch an erhöhten Socar-Anteilen am riesigen Gasfeld Shah Deniz im Kaspischen Meer und anderen Fördergebieten. Der Verfall der Ölpreise habe das autoritär regierte Land deshalb natürlich getroffen.

Allerdings suche die Regierung des Südkaukasus-Staates nach Alternativen und versuche, die Wirtschaft stärker zu diversifizieren. Dies sei auch eine Chance für Socar, sagte Nassirov am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. «Wir werden einige Produktionsgebiete ausbauen und versuchen, geschlossene Kreisläufe zu schaffen - etwa mit der Produktion von Dünger oder der Öl- und Gasaufbereitung.»

Der Staatskonzern will zudem nach zwei schweren Unfällen die Sicherheit auf seinen Öl- und Gasplattformen verstärken. «Leider waren wir bisher weder finanziell noch technisch in der Lage, alles zu entfernen, das kein Recht hat zu existieren», sagte Nassirov mit Blick auf Produktionsanlagen, die teilweise noch aus der Sowjetzeit stammen. «Aber nun renovieren wir den Großteil der Offshore-Anlagen, die Ölarbeiter werden in Fragen der Sicherheit sowie der Rettung aus dem Wasser trainiert.»

Weiterlesen...

Verbraucherpreise in Deutschland wieder im Steigen begriffen

Von Friederike Marx und Jörn Bender, dpa

Lange dümpelte die Inflation nahe der Nulllinie. Sprit und Heizöl wurden immer billiger. Doch inzwischen ziehen die Verbraucherpreise wieder an - so auch im Januar wieder. Was sind die Gründe und wie gefährlich ist die Entwicklung?

Frankfurt/Main (dpa) - Nach einem überraschend kräftigen Sprung der Inflation im Dezember sind die Verbraucherpreise in Deutschland im Januar noch etwas kräftiger gestiegen. Ökonomen sehen dennoch keinen Grund zur Sorge.

Wie haben sich die Verbraucherpreise zuletzt entwickelt?

Die Zeiten extrem niedriger Teuerungsraten nahe der Nullmarke scheinen vorerst vorbei zu sein. Mit 1,9 Prozent gab es im Januar 2017 nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes den kräftigsten Sprung seit Juli 2013. Schon im Dezember hatte die Inflation mit 1,7 Prozent deutlich angezogen.

Warum zieht die Inflation wieder an?

Vor allem die Preisentwicklung bei Energie dämpfte lange Zeit den Anstieg der Teuerung. Seit Mitte 2014 wurde Rohöl vor allem infolge der weltweiten Überproduktion deutlich günstiger. Ende vergangenen Jahres drehte der Trend. Der Ölpreis, der im Dezember 2015 noch bei 38 Dollar je Barrel (159 Liter) lag, stieg kräftig auf mehr als 50 Dollar. Das Ölkartell Opec und andere Förderstaaten hatten sich geeinigt, die Produktion zu verringern, um den Preis für das «schwarze Gold» nach oben zu treiben.

Weiterlesen...

Zehn Jahre iPhone: Ein Meilenstein der mobilen Kommunikation

Von Christoph Dernbach, dpa

Vor zehn Jahren stellte Apple das erste iPhone vor. Damals konnte sich kaum jemand vorstellen, dass Marktführer wie Nokia von der Bühne verschwinden würden. Das iPhone fasziniert noch immer die Massen, auch wenn Kritiker inzwischen Innovationen von Apple vermissen.

San Francisco (dpa) - Als Apple-Chef Steve Jobs am 9. Januar 2007 auf die Bühne der Macworld-Konferenz trat, rechneten die Besucher bereits mit der Premiere eines Smartphones von Apple. Doch zwischenzeitlich sorgte Jobs für Verwirrung im Publikum: «Heute stellen wir Ihnen drei revolutionäre Produkte vor: Das erste ist ein Breitbild-iPod mit Touchscreen. Das zweite ist ein umwälzendes Handy. Und das dritte ist ein neues Internet-Kommunikationsgerät, das einen echten Durchbruch bedeutet.» Sollten hier tatsächlich drei neue Apple-Geräte angekündigt werden?

Jobs wiederholte diese Aufzählung so oft, bis dem letzten Besucher im Moscone Center in San Francisco dämmerte, was er meinte: «Das sind nicht drei separate Geräte, sondern nur ein einziges. Wir nennen es iPhone.» Apple erfinde das Telefon neu, sagte Jobs. Wie sich herausstellte, erfand Apple viel mehr - einen Weg, wie man einen vollwertigen Computer bequem unterwegs nutzbar machen kann.

Weiterlesen...

Landwirtschaft: Gemischte Gefühle zu Beginn des Jahres

Von den dpa-Korrespondenten

Dürre in Kenia, Billigimporte in Lateinamerika, verseuchte Ackerflächen in China. Landwirte rund um den Globus haben im vergangenen Jahr zahlreichen Problemen getrotzt. Mancherorts könnte es 2017 schlimmer werden - doch es gibt Lichtblicke.

Peking/Mexiko-Stadt (dpa) - Geflügel und Wild, Hülsenfrüchte und Obst. Zwischen den Jahren kommt vielerorts mehr und besseres Essen auf den Tisch als üblich. Doch wie geht es eigentlich denen, die maßgeblich dafür sorgen, dass bei anderen etwas auf dem Teller landet - den Bauern? Eine wirtschaftlich-kulinarische Rundreise um die Welt.

LATEINAMERIKA:

Mexikos Kleinbauern treibt die Sorge vor zunehmendem Freihandel um. Angesichts bestehender und geplanter Freihandelsabkommen fürchten sie einen ruinösen Preiskampf bei Agrarprodukten. Bereits mit dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta haben die mexikanischen Kleinproduzenten schlechte Erfahrungen gemacht, jetzt soll auch noch die Transpazifische Partnerschaft (TPP) kommen und die EU will künftig ihre Überproduktion in Lateinamerika losschlagen.

«Die Kleinbauern können mit den subventionierten Importen preislich nicht konkurrieren», sagt Víctor Suárez, geschäftsführender Direktor des mexikanischen Kleinbauernverbands Anec. «Vom Freihandel profitieren nur die Großbetriebe.» In Mexiko arbeiten insgesamt 5,5 Millionen Menschen in der Landwirtschaft. Die Branche trägt vier Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Weiterlesen...

DSW: Nur 15 Prozent der Deutschen kaufen Aktien

Von Friederike Marx und Jörn Bender, dpa

Große Notenbanken halten Anleger mit ihrer Geldflut bei Laune. Für Turbulenzen an den Börsen sorgt immer wieder die Politik. Das dürfte im kommenden Jahr so weitergehen.

Frankfurt/Main (dpa) - Brexit-Votum, Trump-Sieg und Regierungskrise in Italien: Vor allem die Politik hat Anleger in diesem Jahr in Atem gehalten. Hinzu kamen Sorgen um die globale Konjunktur. Zum Jahresende legte der Dax dennoch einen kräftigen Spurt auf gut 11 481 Punkte hin. Der deutsche Leitindex schaffte damit auf Jahressicht ein Plus von rund 6,9 Prozent. Hält die zuletzt zuversichtliche Stimmung der Anleger trotz aller politischer Stolperfallen auch 2017 an?

Schocks rund um den Globus lösten Anfang des Jahres maue Konjunkturdaten aus China und der Ölpreisverfall aus. Die Angst um die Weltwirtschaft ließen Dax und Co. einbrechen. Bis auf 8752,87 Punkte rauschte das wichtigste deutsche Börsenbarometer im Februar nach unten. Im Juni vernichtete der Kurssturz nach dem unerwarteten Nein der Briten zur Europäischen Union an einem Tag Milliarden an den Börsen rund um den Globus. Die überraschende Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sorgte dagegen nur kurz für einen Kursknick.

Angetrieben werden die weltweiten Aktienkurse vor allem von der Geldschwemme großer Notenbanken. Zwar zog die US-Notenbank die gelpolitischen Zügel in diesem Jahr weiter an. Sie hob den Leitzins leicht um 0,25 Prozentpunkte an und signalisierte weitere Schritte.

Weiterlesen...