Erfindermesse in Genf: Verbrechen an der Körpertemperatur erkennen

von Anne-Sophie Galli, dpa

Ein Gerät, um Verbrechen zu verhindern und eine App, um Schlafwandler zu schützen. In Genf stellen Tüftler Erfindungen vor, die das Leben besser machen sollen.

Genf (dpa) - Es klingt wie aus einem Hollywood-Film: Das kleine graue Gerät soll die kriminelle Energie eines Menschen an seinen Augen und der Körpertemperatur erkennen. Damit könne es Verbrechen verhindern, behauptet Ali Hasan al-Raschid während der 44. Erfindermesse in Genf und demonstriert es gleich mit einem seiner Kollegen. Der stellt sich vor das auf einem Stativ befestigte Gerät und sendet ein Foto der Augen an einen Computer. «Bei ihm ist alles in Ordnung», sagt der Erfinder aus Katar. «Das Gehirn sendet Signale an die Iris und die sind bei Leuten, die ein Verbrechen begangen haben oder es tun werden, anders.»

Der Tüftler aus Katar ist einer von knapp 700 Ausstellern, die an der weltgrößten Messe dieser Art ihre Geistesblitze präsentieren. Viele sind alltagstauglich, andere einfach kurios. Neu, technisch geprüft und marktreif sind sie laut Veranstalter aber alle. Fast die Hälfte der Exponate stammt aus Asien, am meisten davon aus China.

So beispielsweise das erste Kernspintomographie-Gerät für Säuglinge, das ein Team aus 25 Hongkonger Wissenschaftlern entwickelt hat. «Bei Komplikationen werden Babys heutzutage geröntgt oder in Kernspintomographie-Geräte für Erwachsene gesteckt», sagt Teamleiter Simon Yeung. In Industrieländern hätten rund 1,5 Millionen Babys jedes Jahr solche Komplikationen. «Damit kriegen sie für ihren kleinen Körper viel zu viel radioaktive Strahlung oder Hitze und Lärm ab.» Sein Gerät funktioniere mit nur 3,5 Prozent der Wärme des Geräts für Erwachsene, sei viel leiser und sei damit «gesundheitlich unbedenklich».

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Auch Zusammenschlüsse stellen kein Allheilmittel in der Stahlbranche dar

Von Erik Nebel, dpa-AFX, und Uta Knapp, dpa

Bis heute hat sich die Stahlindustrie in Europa nicht von den Folgen der Finanz-Wirtschaftskrise 2008 erholt. Zahlreiche Werke schreiben tiefrote Zahlen. Nun wird heiß über Zusammenschlüsse diskutiert. Ist das die Lösung für die Probleme der Branche?

Essen (dpa) - Die Gerüchte werden konkreter. Thyssenkrupp und der indische Stahlkonzern Tata sprechen nach Informationen der «Rheinischen Post» auf höchster Ebene über einen Zusammenschluss ihrer europäischen Stahlaktivitäten. Beide Unternehmen dementieren das nicht, wollen sich aber auch nicht dazu äußern. Vielmehr betont Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger erneut, dass sein Unternehmen eine aktive Rolle bei der erwarteten Konsolidierung spielen möchte. Ob eine große Fusion den erhofften Befreiungsschlag bringt, ist aber zweifelhaft.

Warum kommt die Branche seit Jahren nicht voran?

Weltweit ist Stahl im Überfluss vorhanden. Das drückt auf die Preise. In Europa kämpft die Branche schon seit der Finanzkrise 2008 und dem Platzen der Immobilienblase in vielen südlichen Ländern mit Überkapazitäten. Denn seitdem werden viele Anlagen gerade in Südeuropa nicht mehr gebraucht.

Wie ist die aktuelle Entwicklung?

Dramatisch verschärft hat sich die Lage, seitdem in China das Wirtschaftswachstum schwächelt. Das Land ist in den vergangenen 15 Jahren zum mit Abstand größten Stahlhersteller der Welt aufgestiegen. Doch braucht es einen großen Teil seiner Produktion nicht mehr und versucht, diesen auf dem Weltmarkt loszuwerden. Europäische Hersteller sehen darin Preisdumping - denn China-Stahl könne in Europa auch wegen der hohen Transportkosten nicht kostendeckend angeboten werden. Zuletzt entspannte sich die Lage ein wenig, nachdem die EU erste Schutzzölle eingeführt hat.

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Schwellenländer wenden sich von Dollar als Leitwährung ab

Von Tobias Schmidt, dpa-AFX

Den Wert der eigenen Währung an den US-Dollar binden: So einfach war Geldpolitik für viele Schwellenländer über Jahrzehnte. Doch damit ist es vorbei. Zu groß ist der Druck des Marktes und Spekulanten machen alles noch schlimmer. Immer mehr Länder ziehen die Notbremse.

Frankfurt/Main (dpa) - Seit Jahrzehnten koppeln viele Schwellenländer ihre heimischen Währungen an den US-Dollar. Doch inzwischen springen immer mehr von ihnen ab, weil die starke US-Währung sie zunehmend unter Druck setzt. Diese Woche hat Ägypten die Notbremse gezogen und seine Währung massiv abgewertet. An den Finanzmärkten wird schon über die nächsten Kandidaten spekuliert. Wichtige Ölexportländer stehen besonders im Visier. Das wichtigste Schwellenland China verspricht unterdessen, den Wert der eigenen Währung zu verteidigen.

Die Notenbank in Kairo hingegen will nicht mehr mit dem starken US-Dollar mithalten und ließ das ägyptische Pfund drastisch abwerten. In kürzester Zeit büßte die Währung zum Dollar etwa 13 Prozent an Wert ein. Zudem kündigte die Notenbank an, den Wechselkurs künftig flexibler zu handhaben. «Unsere Entscheidung wird Ägypten in die Länder mit hocheffektiven und transparenten Wechselkurssystemen einreihen», begründeten die Experten den Schritt. Die Orientierung am Dollar - ein Modell von gestern?

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Hotellerie: Konzentrationstendenzen im Angesicht der Konkurrenz durch Airbnb

Von Hannes Breustedt, dpa

Die US-Schwergewichte Marriott International und Starwood wollen sich zum weltgrößten Hotelkonzern zusammenschließen. Der Weg zur Fusion war holprig, und die Zukunft könnte es auch werden. Es gibt harte Konkurrenz - vor allem ein Start-up mischt die Branche auf.

Stamford/Bethesda (dpa) - Nach turbulenten Wochen mit einem milliardenschweren Wettbieten ist der US-Hotelriese Marriott International am Ziel. Mit dem Jawort der Aktionäre steht der Hochzeit mit Starwood Hotels zur weltweiten Nummer Eins nichts mehr im Wege. Mariott-Chef Arne Sorenson bedankte sich am Freitag für das Vertrauen der Investoren und sprach von einem «Meilenstein».

Die Mega-Fusion, die Mitte 2016 abgeschlossen werden soll, könnte jedoch ein Zeichen mehr sein, dass die Branche nach etlichen Jahren mit brummenden Geschäften bald Abstriche machen muss. Analysten sehen verschiedene Risiken für die Hotel-Industrie, darunter das rasante Wachstum eines Rivalen, der trotz seines Status als Underdog die meisten Betten im Angebot hat: Airbnb.

Mit einem gemeinsamen Börsenwert von etwa 30 Milliarden Dollar (26,2 Mrd Euro), mehr als 5500 Hotels und über einer Million Betten würden Marriott und Starwood ihren schärfsten Wettbewerber Hilton deutlich hinter sich lassen. Gemeinsam bringen es die Unternehmen auf 30 Hotelmarken.

Marriott mit Sitz in Bethesda im US-Staat Maryland machte im vergangenen Jahr etwa 14 Milliarden Dollar Umsatz und bringt diverse Ketten wie Ritz-Carlton, Rennaissance oder Courtyard in die Fusion ein. Starwood aus Stamford, Connecticut, steuert unter anderem Le Meridien, Westin oder Sheraton bei.

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Heavy Metal aus Deutschland setzt weiterhin weltweit Akzente

Von Jenny Tobien, dpa

Im Ausland genießt Heavy Metal aus Deutschland einen hervorragenden Ruf. Aber auch hierzulande läuft der Markt mit der schweren Musik. Warum eigentlich?

Austin (dpa) - Das weltgrößte Heavy-Metal-Festival in Wacken mit Gästen aus aller Herren Länder war binnen eines Tages ausverkauft. Und Bands wie die Scorpions oder Rammstein zählen seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Musik-Exportgütern. In der weltweiten Metal-Szene scheint der Standort Deutschland nach wie vor einen hervorragenden Ruf zu genießen. «Bei Metal gilt immer noch das Qualitätsmerkmal "Made in Germany"», sagt Sängerin Doro Pesch (51), die selbst seit den 1980er Jahren im Geschäft ist. «Deutscher Metal ist quasi der Mercedes Benz.» Die Musik stehe für saubere, mühevolle und wertvolle Arbeit, die Bestand hat.

Die Macher des schleswig-holsteinischen Wacken Open Air haben sich derweil den neusten Coup ausgedacht. Sie laden in der kommenden Woche zur Skifreizeit ins österreichische Skigebiet Nassfeld. Beim «Full Metal Mountain» heißt es für 2000 Fans eine Woche lange schwarze Kutten auf der Piste, Heavy Metal statt DJ Ötzi zum Aprés-Ski und jede Menge Konzerte am Abend. «Viele Fans wollen Urlaub mit ihrer Leidenschaft für Musik verbinden», sagte Wacken-Kommunikationsleiter Nick Hüper. Deshalb hätten sie bereits vor einigen Jahren unter dem Motto «Ahoi Metalheads» ihren Metal-Kreuzfahrten ins Leben gerufen.

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