DSW: Nur 15 Prozent der Deutschen kaufen Aktien

Von Friederike Marx und Jörn Bender, dpa

Große Notenbanken halten Anleger mit ihrer Geldflut bei Laune. Für Turbulenzen an den Börsen sorgt immer wieder die Politik. Das dürfte im kommenden Jahr so weitergehen.

Frankfurt/Main (dpa) - Brexit-Votum, Trump-Sieg und Regierungskrise in Italien: Vor allem die Politik hat Anleger in diesem Jahr in Atem gehalten. Hinzu kamen Sorgen um die globale Konjunktur. Zum Jahresende legte der Dax dennoch einen kräftigen Spurt auf gut 11 481 Punkte hin. Der deutsche Leitindex schaffte damit auf Jahressicht ein Plus von rund 6,9 Prozent. Hält die zuletzt zuversichtliche Stimmung der Anleger trotz aller politischer Stolperfallen auch 2017 an?

Schocks rund um den Globus lösten Anfang des Jahres maue Konjunkturdaten aus China und der Ölpreisverfall aus. Die Angst um die Weltwirtschaft ließen Dax und Co. einbrechen. Bis auf 8752,87 Punkte rauschte das wichtigste deutsche Börsenbarometer im Februar nach unten. Im Juni vernichtete der Kurssturz nach dem unerwarteten Nein der Briten zur Europäischen Union an einem Tag Milliarden an den Börsen rund um den Globus. Die überraschende Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sorgte dagegen nur kurz für einen Kursknick.

Angetrieben werden die weltweiten Aktienkurse vor allem von der Geldschwemme großer Notenbanken. Zwar zog die US-Notenbank die gelpolitischen Zügel in diesem Jahr weiter an. Sie hob den Leitzins leicht um 0,25 Prozentpunkte an und signalisierte weitere Schritte.

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Native Advertising: Eingebundener Journalismus mit kommerziellem Hintergrund

Von Andreas Heimann, dpa

Native Advertising ist so ein Begriff aus der Werbewelt, mit dem eigentlich nur Experten etwas anfangen können. Gemeint sind Beiträge, die nicht unbedingt als Werbung zu erkennen sind. Das hat Vorteile und auch seine Tücken.

Berlin (dpa) - Online-Werbung kann schnell nerven. Besonders, wenn sie sich über den Text legt und sich nicht gleich schließen lässt. Eine Antwort darauf ist Native Advertising. Dabei poppt kein Banner auf, es handelt sich auch gar nicht um eine klassische Werbung. Optisch und inhaltlich fügt es sich in die journalistische Umgebung ein. Das ist nicht unumstritten.

Übersetzen lässt sich Native Advertising schlecht. «Es ist ein von Anzeigenkunden bezahlter und gekennzeichneter Text-, Video- oder Audiobeitrag, der redaktionell anmutet, sich auf die Interessen des Nutzers bezieht und bei dem Relevanz und Mehrwert im Vordergrund stehen», erklärt Holger Kansky, Referent Multimedia beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV).

Und anders als bei Werbebannern ist Interaktion ein wichtiger Gesichtspunkt: «Die Inhalte sollen in sozialen Medien geliked und geteilt werden», sagt Kansky. «Bei einigen Online-Angeboten wird der virale Uplift mitverkauft.» Das heißt, der Werbekunde soll sich darauf verlassen können, dass der von ihm bezahlte Beitrag seinen Weg durch die sozialen Medien wie Twitter und Facebook nimmt. «Das hat schon eine neue Qualität.»

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Yondr entwickelt Handyburka aus Neopren für Konzerte

Von Jenny Tobien, dpa

«Die Handys zum Himmel»: Das ist schon lange Realität auf Konzerten. Statt zu tanzen und die Show wirklich aufzunehmen, starren viele Fans auf ihr Display. Die Künstler sind genervt. Eine abschließbare Smartphone-Tasche soll jetzt Abhilfe schaffen.

Berlin (dpa) - Hochgestreckte Arme, die die Sicht versperren, Fans, die nur auf das leuchtende Display starren und verwackelte Videos, die später doch keiner mehr anschaut. Wer kennt nicht die leidige Situation auf Konzerten, wenn der Besucher in der vorderen Reihe die ganze Show aufzeichnet. Und dann zückt man doch das eigene Handy, um schnell ein Erinnerungsfoto zu machen.

Auf einigen Konzerten ist damit nun Schluss. Denn das kalifornische Startup Yondr hat eine Handyhülle mit einem Sicherheitsschloss entwickelt. Damit kann das Telefon zwar mit ins Konzert genommen, aber nicht genutzt werden. «Wir schaffen handyfreie Zonen - in Konzert, in Schulen - überall wo das sinnvoll sein kann», erklärte Yondr-Gründer Graham Dugoni in einem Artikel der «Washington Post». Leuchten künftig im Zuschauerraum also wieder Feuerzeuge statt Smartphones?

Erste prominente Abnehmer für die Taschen gibt es bereits. Laut US-Medien waren sowohl das Überraschungskonzert von den wiedervereinten Guns N'Roses im April in Los Angeles als auch die Warm-up-Shows von Oscar-Moderator Chris Rock handyfreie Veranstaltungen.

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Industrie warnt vor Engpässen bei der Rohstoffversorgung

Berlin (dpa) - Die deutsche Industrie sorgt sich um ihre Versorgung mit Rohstoffen. «Die Politik muss das Thema Rohstoffsicherheit wieder auf die politische Agenda setzen», forderte der Präsident des Industrieverbandes BDI, Ulrich Grillo, am Dienstag in Berlin. Wegen der Digitalisierung und der Energiewende steige die Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen wie etwa Seltenen Erden oder Lithium deutlich. «Ausgerechnet für etliche dieser Rohstoffe ist die sichere Versorgung der Industrie in Gefahr», warnte Grillo.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mahnte die Industrie, auch heimische Rohstoffe wie Kies oder Mineralien nicht aus dem Blick zu verlieren - auch «wenn diese nicht so sexy sind wie Seltene Erden». Er verwies auf den riesigen Bedarf an Baustoffen für die Energiewende sowie die Infrastruktur für moderne Zukunftstechnologien.

Der Vize-Kanzler rief die deutsche Wirtschaft auf, sich stärker in Ländern mit hohen Rohstoffvorkommen an der Förderung zu beteiligen. Unternehmen sollten sich nicht zweimal von Ländern einladen lassen, die sich nicht in die Abhängigkeit von China begeben wollten. Zudem überlegten Länder wie Saudi-Arabien, wie sie künftig angesichts des Welt-Klimaabkommens mit Rohstoffen wie Erdöl umgehen. Gabriel sprach sich im Zusammenhang mit der Rohstoffsicherung erneut für weitere Schritte zum Abbau der Spannungen mit Russland aus: «Russland braucht Europa, aber wir brauchen auch Russland.»

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YouTube: Musiker gehen auf die Barrikaden

Der Musikbranche geht es erstmals seit Jahren wieder besser. Die neue Geldquelle ist das Streaming, bei dem die Songs direkt aus dem Netz abgespielt werden. Um diese Einnahmen zu sichern, geht die Industrie jetzt massiv YouTube an, wo viele Songs kostenlos zu finden sind.

Brüssel (dpa) - Der Konflikt zwischen der Musikindustrie und Googles Videoplattform YouTube wird schärfer. Über 1000 Musiker - darunter Stars wie Coldplay, Lady Gaga oder Ed Sheeran - haben sich bei der EU-Kommission beschwert, dass Dienste wie YouTube mit ihren breiten Gratis-Angeboten auf unfaire Weise Musik entwerteten. Sie forderten in einem Brief Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf, «jetzt zu handeln», um gleiche Rahmenbedingungen für Künstler und Rechteinhaber zu sichern. Aus Deutschland sind unter anderem Udo Lindenberg, Adel Tawil, Helene Fischer, Marius Müller-Westernhagen, Bosse, Peter Maffay und Roland Kaiser dabei.

Die drei verbliebenen großen Musikkonzerne - Universal Music, Sony Music und Warner Music - sind gerade in Verhandlungen mit YouTube über einen neuen Lizenzdeal.

Die Künstler kritisieren in ihrem Brief speziell die seit den 90er Jahren geltende Regelung, nach der Online-Plattformen urheberrechtlich geschütztes Material, das von Nutzern hochgeladen wurde, erst nach Hinweisen der Rechteinhaber entfernen müssen. Sie sprechen von einer «Wertschöpfungslücke». Vor einigen Tagen ging ein ähnlicher Brief, unterzeichnet unter anderem von Taylor Swift und U2, auch an den US-Kongress.

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