Facebook will künftig auch Nichtmitgliedern personalisierte Werbung anbieten

Facebook will sich ein noch größeres Stück vom Online-Werbekuchen sichern: Das weltgrößte Online-Netzwerk will Anzeigen nicht für nur seine Mitglieder vermarkten. Damit einher gehen neue Möglichkeiten, das zu blockieren.

Menlo Park (dpa) - Facebook will künftig auch Internet-Nutzern, die nicht Mitglieder des Online-Netzwerks sind, personalisierte Werbung anzeigen. Dafür werden wie in der Online-Branche üblich sogenannte Cookies im Web-Browser abgelegt, die Anzeigen an das Surf-Verhalten anpassen. Die Funktion kann blockiert werden, wie Facebook in einem Blogeintrag am späten Donnerstag (Ortszeit) erklärte.

Der Schritt verschärft die Rivalität unter anderem mit Google und den Online-Werbemarkt. Denn jetzt wird Facebook stärker zum Kanal für die Auslieferung von Online-Werbung über die rund 1,65 Milliarden eigenen Mitglieder hinaus. Noch ist Google weit voraus: Bei Facebook wuchsen die Anzeigen-Erlöse im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 57 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Bei Google legten sie um 16 Prozent auf 18 Milliarden Dollar zu.

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Glanz und Elend der Containerschifffahrt

Von Eckart Gienke, dpa

Die Erfindung des Containers hat die Welt stärker verändert als die meisten politischen Ideen und sie in ein globales Dorf verwandelt. Diese Globalisierung kennt Gewinner und Verlierer. Sie schafft Wohlstand, aber auch Ungleichheit und verbraucht viele Ressourcen.

Hamburg (dpa) - Globalisierung ist nicht neu. Schon in frühen Epochen der Menschheit gab es Handel über weite Distanzen. Mit der Erfindung des Containers aber sanken die Transportkosten auf fast Null und die gehandelten Gütermengen erreichten riesige Dimensionen. Es ist nicht mehr wichtig, die Güter in der Nähe der Rohstoffvorkommen oder der Absatzmärkte zu produzieren. Dazu kommt noch die Digitalisierung der vergangenen Jahrzehnte, die Informationen ohne Verzögerung global verfügbar gemacht hat. Wer profitiert von der Globalisierung und wer zählt zu den Verlierern?

Gewinner:

- Die Schifffahrt und das Transportwesen

Der Welthandel nahm einen enormen Aufschwung, nachdem sich der Container durchgesetzt hatte. Dazu brauchten die Reeder immer mehr und größere Schiffe - Südkorea und Japan bauten sie. Später kam auch China dazu. Diese drei Länder sind heute mit großem Abstand die bedeutendsten Schiffbauländer der Welt.

Weltweit sind fast 41 760 größere Handelsschiffe registriert, davon mehr als 5000 Containerschiffe. Sie transportieren jährlich rund 129 Millionen Standardcontainer (TEU) rund um die Welt. Mit den Transportleistungen vergrößerten sich die Häfen, vor allem in Asien. Unter den Top Ten der Weltrangliste ist kein europäischer und nur ein US-amerikanischer Hafen (Los Angeles).

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Spracherkennung als Schwerpunkt-Strategie für Google

Google schlägt eine neue Strategie für seine Zukunft ein: Statt wie gewohnt Suchanfragen einzutippen, sollen sich Nutzer mit Software und Geräten des Konzerns unterhalten können. Damit verschärft Google die Rivalität mit Apple, Microsoft und Amazon um die vernetzte Zukunft.

Mountain View (dpa) - Google setzt massiv auf Spracherkennung, um sich tiefer im Alltag zu verankern. Der Internet-Konzern stellte am Mittwoch einen vernetzten Lautsprecher mit einem integrierten Sprachassistenten vor. Das Gerät mit dem Namen Google Home kann nicht nur auf Sprachbefehl Musik abspielen, sondern auch auf die Google-Suche zugreifen sowie Aufgaben in verbundenen Geräten und Diensten erfüllen. Man kann zum Beispiel ein Taxi bestellen oder alle möglichen Fragen stellen. Dafür muss das Gerät ständig zuhören, um die Befehle nicht zu verpassen. Mit dem Lautsprecher konkurriert Google direkt mit einem ähnlichen Konzept von Amazon.

Auch insgesamt will Google seine Nutzer verstärkt über den neuen Sprachassistenten erreichen. Mit dem «Google Assistant» solle man sich einfach unterhalten können, erklärte Konzernchef Sundar Pichai auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im kalifornischen Mountain View. Damit wolle Google nützlicher werden. «Wir haben ein Jahrzehnt investiert, um die weltbeste Spracherkennungs-Technologie zu entwickeln», sagte Pichai. Das war ein Seitenhieb gegen Konkurrenz wie Apples persönliche Assistentin Siri, Microsofts Cortana oder Amazons Technologie Alexa.

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Google Home soll zum virtuellen Alltagsassistenten werden

Von Andrej Sokolow und Christoph Dernbach, dpa

Die Entwicklerkonferenz Google I/O 2016 zeigt: Die amerikanischen Technologieriesen haben sich auf eine Zukunft mit künstlicher Intelligenz festgelegt. Die neue Welt funktioniert aber nur, wenn der Mensch sein Leben für die Maschinen öffnet.

Mountain View (dpa) - Das Verhältnis von Mensch und Technik steht vor dem nächsten Umbruch: Gerade erst brachten Smartphones das Internet und die Leistung eines Supercomputers direkt an die Fingerspitzen, jetzt ist künstliche Intelligenz auf dem Weg, allgegenwärtig zu werden.

Google will der Vorreiter dieser Revolution sein. Das machte die diesjährige Entwicklerkonferenz Google I/O unmissverständlich klar. Üblicherweise stand dort die nächste Version des Smartphone-Systems Android im Mittelpunkt, vielleicht noch ein markantes Überraschungs-Produkt wie die - letztlich gescheiterte - Datenbrille Google Glass. Diesmal gab es vor allem eine Vision: Google als Helfer im Alltag, immer zur Stelle, immer die richtige Antwort parat.

Auf dem sonnendurchfluteten Festival-Gelände neben seinem Hauptquartier demonstrierte Google, wie sich die ersten Bausteine für diese neue Welt zusammensetzen. Der smarte «Assistant» versteht menschliche Sprache und erfüllt Aufträge, der vernetzte Lautsprecher «Google Home» ist sein Vorposten im Haushalt. Im Messenger Allo schlägt die künstliche Intelligenz die passende Antwort vor, im Hintergrund liefert ein von Google eigens für selbstlernende Maschinen entwickelter Chip die Rechenleistung. Und nur wenige Schritte weiter fahren Googles Roboter-Wagen auf den Straßen von Mountain View, gesteuert von Software, die ihre Umgebung versteht.

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Waldbrände in Kanada machen Griff zu Ölreserven erforderlich

Von Hannes Breustedt, dpa

Das Ausmaß der Zerstörung durch die Waldbrände in Kanada kann bislang kaum abgeschätzt werden - noch immer sind die Feuer nicht gebändigt. Wie hart trifft das Flammeninferno die Ölindustrie?

New York (dpa) - Die gewaltigen Waldbrände in Kanada haben den Ölmarkt bislang relativ wenig beeindruckt. Doch Experten warnen vor einem andauernden Risiko, das durchaus noch stärkere Auswirkungen haben könnte. Kanada, insbesondere die von den Bränden betroffene Region Alberta, ist für die USA ein wichtiger Öllieferant. Welche Folgen haben die Förderausfälle und was bedeuten sie für den Ölpreis?

«Trotz tobender Waldbrände ist es bislang nicht zu einer Preis-Rally gekommen», sagt Expertin Amrita Sen vom Analysehaus Energy Aspects. Normalerweise sorgt weniger Angebot für steigende Preise am Ölmarkt. Doch dort herrscht Ausnahmezustand, weil ein Kampf um Marktanteile zwischen dem Opec-Kartell mit Saudi-Arabien an der Spitze und den US-Förderern zu einer massiven Überversorgung geführt hat.

Wegen der Waldbrände fällt laut Energy Aspects vorübergehend die Produktion von 2,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) Rohöl pro Tag aus. Die großen Energiekonzerne Suncor und Imperial hätten ihren Betrieb über das Wochenende komplett eingestellt, dazu kämen Pipeline-Schließungen anderer Förderer wie Enbridge - als Sicherheitsvorkehrung. Damit ist der überwiegende Teil der Lieferungen an die USA betroffen.

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