Schwellenländer wenden sich von Dollar als Leitwährung ab

Von Tobias Schmidt, dpa-AFX

Den Wert der eigenen Währung an den US-Dollar binden: So einfach war Geldpolitik für viele Schwellenländer über Jahrzehnte. Doch damit ist es vorbei. Zu groß ist der Druck des Marktes und Spekulanten machen alles noch schlimmer. Immer mehr Länder ziehen die Notbremse.

Frankfurt/Main (dpa) - Seit Jahrzehnten koppeln viele Schwellenländer ihre heimischen Währungen an den US-Dollar. Doch inzwischen springen immer mehr von ihnen ab, weil die starke US-Währung sie zunehmend unter Druck setzt. Diese Woche hat Ägypten die Notbremse gezogen und seine Währung massiv abgewertet. An den Finanzmärkten wird schon über die nächsten Kandidaten spekuliert. Wichtige Ölexportländer stehen besonders im Visier. Das wichtigste Schwellenland China verspricht unterdessen, den Wert der eigenen Währung zu verteidigen.

Die Notenbank in Kairo hingegen will nicht mehr mit dem starken US-Dollar mithalten und ließ das ägyptische Pfund drastisch abwerten. In kürzester Zeit büßte die Währung zum Dollar etwa 13 Prozent an Wert ein. Zudem kündigte die Notenbank an, den Wechselkurs künftig flexibler zu handhaben. «Unsere Entscheidung wird Ägypten in die Länder mit hocheffektiven und transparenten Wechselkurssystemen einreihen», begründeten die Experten den Schritt. Die Orientierung am Dollar - ein Modell von gestern?

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Frachtschifffahrt: Containerriesen bringen Werften an ihre Grenzen

Von Eckart Gienke, dpa

Die Entwicklung zu immer größeren Containerschiffen ist anscheinend nicht zu stoppen. Doch die Containerriesen schaffen mehr Probleme als sie lösen. Mit dem schwächeren Warentransport zwischen Europa und Fernost nehmen die wirtschaftlichen Risiken der Schiffe weiter zu.

Hamburg (dpa) - Wer braucht eigentlich riesige Containerschiffe? Die Reeder? Ihre Kunden? Die Verbraucher? Die Häfen? Alles falsch. «Den Nutzen haben allein drei Großwerften in Korea, drei niederländisch-belgische Baggerunternehmen und ein dominierender Hersteller von Containerbrücken in China», sagt Ulrich Malchow, Professor für Maritime Economics an der Hochschule Bremen. Die vermeintlichen Kostenvorteile größerer Schiffe für die Reedereien gingen immer mehr gegen Null und würden mehr als ausgeglichen von längeren Liegezeiten in den Häfen.

Malchow ist ein bekannter Kritiker des Zustandes am Ende einer langen Entwicklung, die zwingend und unausweichlich schien, seitdem der Frachtcontainer vor mehr als 50 Jahren seinen Siegeszug antrat. Mit der Globalisierung, dem Wachstum des Welthandels und dem technischen Fortschritt entwickelten sich die Containerschiffe zu wahren Giganten. Vor 30 Jahren war die «Frankfurt Express» von Hapag-Lloyd das erste Schiff, das mehr als 3000 Standardcontainer (TEU) tragen konnte. Das galt damals als erstaunlich. Ihre heutigen Nachfolger heißen «CSCL Globe», «UASC Barzan» oder «MSC Zoe» und schaffen die sechsfache Menge, ungefähr 19 000 TEU. Immer kostengünstiger, so das Kalkül, werde so der Transport des einzelnen Containers.

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Trotz Krisen und Terror: Bundesbürger wollen wieder verreisen

Die Reisebranche kann trotz des schwachen Starts in die Sommersaison etwas Hoffnung schöpfen: Die Mehrheit der Bundesbürger hat feste Urlaubspläne. Ob sie für die schönsten Wochen des Jahres mehr ausgeben werden, muss sich allerdings noch zeigen.

Berlin (dpa) - Trotz Anschlägen in beliebten Urlaubsregionen wollen viele Bundesbürger nicht aufs Reisen verzichten. Für dieses Jahr haben 59 Prozent feste Pläne, weitere 11 Prozent wollen wahrscheinlich verreisen. Das ist das Ergebnis der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), die am Mittwoch auf der Reisemesse ITB in Berlin vorgestellt wurde. Nur 12 Prozent wollen demnach sicher nicht verreisen. Anfang 2015 sagten dies 11 Prozent.

Im vergangenen Jahr ließen sich die Bundesbürger ihren Urlaub der Studie zufolge 87 Milliarden Euro kosten. Die Ausgaben stagnierten damit in etwa auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Dabei gaben die Deutschen 2015 etwas weniger Geld für Urlaubsreisen von mindestens fünf Tagen Dauer aus: Die Summe sank von mehr als 67 Milliarden Euro in 2014 auf 65,9 Milliarden Euro. Im Schnitt wurden pro Person und Reise 954 Euro gezahlt. Die Ausgaben für Kurzreisen legten dagegen von knapp 20 Milliarden auf 21,1 Milliarden Euro zu.

Insgesamt machten vergangenes Jahr 53,4 Millionen Urlauber 69,1 Millionen Reisen von fünf oder mehr Tagen. Hinzu kamen 77,1 Millionen Kurztrips von 31,7 Millionen Reisenden.

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ICANN übergibt USA Vorschlag für Neuregelung

Marrakesch (dpa) - Der Plan, die Aufsicht der US-Regierung über die Internet-Verwaltung ICANN zu beenden, nimmt konkrete Formen an. Die ICANN stellte nach langer Entwicklung schließlich den Vorschlag für neue Regelung vor. Dabei sollen in einer komplexen Struktur die Interessenvertretungen von Nutzern, Unternehmen und Regierungen austariert werden. Der Vorschlag wurde am Donnerstag der US-Regierung übergeben.

Er sehe gute Chancen, dass das neue System stehen könne, bis Ende September der aktuelle Vertrag mit dem US-Handelsministerium ausläuft, sagte Thomas Rickert vom deutschen Internet-Verband eco der Deutschen Presse-Agentur.

Die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) verwaltet unter anderem das System der Domain-Endungen wie .com und steht seit Gründung 1998 unter Aufsicht des US-Handelsministeriums. Die US-Regierung kündigte im März 2014 an, die Aufsichtsfunktion zum Ablauf des damaligen Vertrags im September 2015 aufzugeben. Der ICANN gelang es jedoch nicht, rechtzeitig eine Nachfolgelösung auf die Beine zu stellen und die US-Aufsicht wurde im ein Jahr verlängert.

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Goldpreis setzt zu neuem Höhenflug an

London/Frankfurt (dpa) - Der Goldpreis hat seine Erholung der vergangenen Wochen fortgesetzt und am Freitag den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht. Im Vormittagshandel sprang der Preis für das Edelmetall erneut deutlich nach oben. Die Feinunze (etwa 31 Gramm) kostete an der Börse in London in der Spitze 1274,91 US-Dollar. Damit ist Gold so wertvoll wie zuletzt im Februar 2015.

Seit dem Jahresbeginn konnte der Goldpreis um 19 Prozent zulegen. Zuletzt habe er Auftrieb durch die Kursschwäche des US-Dollar erhalten, der im Handel mit dem Euro auf ein Wochentief gefallen war, erklärten Rohstoffexperten der Commerzbank. Gold wird in Dollar gehandelt - ein Wertverlust der US-Währung macht das Edelmetall außerhalb des Dollarraums günstiger und stärkt so die Nachfrage.

Zudem spielt die Geldpolitik der Notenbanken eine Rolle. «Die Rally bei Aktien geht im Wesentlichen auf die Erwartung noch extremerer geldpolitischer Lockerungen zurück. Da überrascht es nicht, dass auch Gold in einem solchen Umfeld zunehmend gefragt ist», sagte Jordan Eliseo vom Handelsunternehmen Australian Bullion in Sydney.

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