Mobilfunkanbieter will Werbeblocker für Smartphones und Tablets entwickeln

London (dpa) - Der Mobilfunkanbieter Three will in seinem Netz künftig Werbung aus dem mobilen Internet für Smartphones und Tablets herausfiltern. Die Mobilfunkmarke des Mischkonzerns Hutchison aus Hong Kong, die in Europa in Großbritannien und Italien vertreten ist, schloss dazu eine Partnerschaft mit dem israelischen Anbieter Shine, wie Three UK am Freitag in London mitteilte. Three wolle damit «ausufernde und irrelevante mobile Werbung» für die Kunden ausfiltern, hieß es.

Kunden sollten nicht den Datentransfer für übertragene Werbung zahlen müssen - vielmehr sollten die Werbenden diese Kosten tragen, erklärte Three. Werbeblocker auf Netzebene sind umstritten: Kritiker werfen bei solchen Plänen einen Verstoß gegen das Prinzip der Netzneutralität vor, also der Gleichbehandlung aller Daten im Internet.

Netzanbieter könnten auf diese Weise bestimmten Datenverkehr ausbremsen und nur gegen Beteiligung an Erlösen oder gegen direkte Bezahlung in der bestmöglichen Geschwindigkeit durchleiten, lautet der Vorwurf. Shine ist ein israelischer Anbieter einer Technologie, die Werbung nicht erst auf dem Smartphone oder Tablet ausfiltert, sondern auf Ebene des Telekommunikationsnetzes. Dieser Weg sei effizienter als spezifische Apps auf den Geräten selbst, teilte Three mit. Mit der Methode könnten Mobilfunk-Anbieter auch Druck auf Internet-Unternehmen ausüben. Sie werfen ihnen oft vor, Geschäfte in dem von ihnen teuer ausgebauten Netz zu machen, ohne sie an den Einnahmen teilhaben zu lassen.

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Insekten-Burger: Kulinarische Revolution startet in Osnabrück

Von Elmar Stephan, dpa

Burger sind hierzulande beliebtes Fastfood. In anderen Ländern lassen sich die Menschen Insekten schmecken. Ein junges Start-up aus Osnabrück will beides kombinieren: Käferlarven im Brötchen.

Osnabrück (dpa) - Ein Burger aus gemahlenem Buffalowurm - der Larve des Getreideschimmelkäfers. «Schmeckt wie Falafel», sagt Jungunternehmer Max Krämer. Der 30-Jährige und sein 28 Jahre alter Kollege Baris Özel wollen mit ihrer Osnabrücker Firma «Bugfoundation» in den kommenden Jahren Burger auf Insektenbasis europaweit etablieren - die «Bux Burger».

Der Burger sieht ganz normal aus: Eine Brötchenhälfte oben und unten, Salat, und in der Mitte ein Klops. Aber statt aus Rindfleisch ist der Belag aus pflanzlichen Bestandteilen - und eben aus Insekten. Bei einem Thailand-Aufenthalt vor einigen Jahren habe er zum ersten Mal Insekten gegessen, erzählt Krämer. «Ich habe in meiner Bachelor-Arbeit darüber geschrieben und bin dabei auf sehr viele Vorurteile über Insekten als Nahrungsmittel gestoßen.»

In Afrika, Asien, Australien - auf all diesen Kontinenten gehören Insekten zur täglichen Nahrung von zwei Milliarden Menschen, wie die Welternährungsagentur der Vereinten Nationen (FAO) feststellte. Im Westen sind gegrillte, frittierte oder gedünstete Grillen, Maden, Würmer oder Ameisen bislang eher ein Partygag.

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New Economy ist zurück: Alphabet wertvollstes Unternehmen der Welt

New York (nex) – Nach positiven Nachrichten, wonach die Alphabet-Holding mit 21,3 Milliarden US-Dollar Umsatz im letzten Quartal des Jahres diesen um weitere 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern konnte, hat die Google-Mutter den Konkurrenten Apple als wertvollste Firma der Welt überholt.

Nach Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen schnellte der Wert der Holding auf geschätzt 544 Milliarden Dollar hoch, das waren zum Börsenschluss am Dienstag neun Milliarden mehr als jener des bisherigen Spitzenreiters Apple. Wie das Handelsblatt berichtet, führt die Alphabet-Holding ihr Wachstum vor allem auf die Zuwächse in der mobilen Suche zurück, aber auch auf die Video-Plattform Youtube.

Nur 15 Jahre, nachdem die New Economy aus internetbasierten Dienstleistungen einen verheerenden Absturz erlebt hatte und sich Anleger schwerpunktmäßig auf traditionelle Unternehmen aus Branchen wie Chemie, Maschinenbau, Automobilindustrie oder Nahrungsmittel konzentriert hatten, ist das Internetsegment wieder obenauf.

Mit Alphabet, Apple, Microsoft und Facebook stammen die nach Marktkapitalisierung größten vier Unternehmen alle aus der New Economy. Erstmals sei damit zudem ein Konzern der teuerste der Welt, der keine haptischen Produkte herstellt, wird Experte Daniel Saurenz von Feingold Research im Handelsblatt zitiert.

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Urlaubsgeschäft: Terrorangst überschattet Buchungslage in Türkei und Nordafrika

Mit etwa einer Million Türkei-Urlaubern rechnet Tui in diesem Jahr - das wären nur halb so viele wie 2015. Die Einbußen machen dem Reiseunternehmen zu schaffen. Nun setzt der Konzern auf Spanien.

Hannover (dpa) - Der weltgrößte Reisekonzern Tui bekommt die Terrorfolgen in der Türkei und Nordafrika zu spüren. Die Sommerbuchungen für das Land am Bosporus seien im Vergleich zum Vorjahr bislang um 40 Prozent eingebrochen, sagte der künftig allein amtierende Tui-Chef Fritz Joussen am Dienstag bei der Hauptversammlung in Hannover. Zuvor fielen schon Tunesien und halb Ägypten als Urlaubsziele weg. Joussen glaubt dennoch an eine Gewinnsteigerung im laufenden Geschäftsjahr. Hoffnung macht ein Buchungsansturm auf Spanien samt Kanaren, trüber sind die Aussichten bei der Container-Reederei Hapag-Lloyd.

Der Terroranschlag in Istanbul im Januar, bei dem elf deutsche Urlauber getötet wurden, ließe die gesamten Türkei-Buchungen einbrechen. Joussen rechnet in diesem Jahr mit rund einer Million Türkei-Gästen, das wären nur gut halb so viele wie im Vorjahr. Davon profitierten die Hotels in Spanien. Dort sei inzwischen kaum mehr etwas zu kriegen. Wegen der starken Nachfrage fielen zudem die sonst üblichen Rabatte im Last-Minute-Geschäft weg.

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember hatte Tui unter dem schwierigen Börsengang von Hapag-Lloyd gelitten. Der saisontypische Nettoverlust des Reisekonzerns schwoll deshalb um gut drei Viertel auf 184 Millionen Euro an. Der Konzern musste den Wert seiner verbliebenen 12,3-prozentigen Hapag-Beteiligung erneut nach unten korrigieren, nachdem der Aktienkurs bis zum Jahreswechsel kaum von der Stelle gekommen war.

Im Reisegeschäft lief es trotz Terroranschlägen und Krisen insgesamt besser. Der Umsatz von Tui zog in den Monaten Oktober bis Dezember um gut fünf Prozent auf 3,7 Milliarden Euro an. Der um Sondereffekte bereinigte operative Verlust (Ebita) schrumpfte um drei Prozent auf knapp 102 Millionen Euro. Angesichts der Umstände sei dies ein «enorm starkes Resultat», sagte Joussen. Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote Zahlen. Geld verdienen sie in der Hauptreisezeit im Sommer.

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Künstliche Intelligenz: Google-Software schlägt Go-Champion

Im Schach haben Computer schon vor rund 20 Jahren menschliche Gegner abgehängt. Das alte chinesische Spiel Go galt für die Maschinen aber als zu komplex. Jetzt schlug eine Google-Software einen Go-Meister. Das Programm sagt die Züge des Gegners vorher und lernt ständig dazu.

Mountain View (dpa) - Es ist ein Meilenstein in der Entwicklung künstlicher Intelligenz: Eine Google-Software hat den Europameister im Spiel Go geschlagen. Go, bei dem die Spieler abwechselnd weiße und schwarze Steine auf dem Spielbrett platzieren, gilt als größere Herausforderung für Computer-Programme als etwa Schach, weil drastisch mehr potenzielle Züge durchgerechnet werden müssen.

Die bei Google entwickelte Software AlphaGo löst das Problem dadurch, dass sie wahrscheinliche Züge des menschlichen Gegenspielers vorhersagt und sich darauf einstellt. Sie habe zwei «neuronale Netzwerke» mit Millionen Verbindungen ähnlich wie bei Nervenzellen, erklärte Google in einem Blogeintrag am späten Mittwoch.

Zunächst habe die Maschine 30 Millionen Spielzüge von Experten zur Auswertung bekommen. Danach habe sie den nächsten Zug des Menschen in 57 Prozent der Fälle vorhersagen können. Anschließend hätten die Netzwerke von AlphaGo tausende Spiele gegeneinander gespielt, um sich zu verbessern. Bei Tests gegen andere Go-Programme habe die Google-Software 499 von 500 Spielen gewonnen. Im Oktober habe AlphaGo auch den amtierenden europäischen Meister Fan Hui in fünf von fünf Spielen geschlagen. Als nächste Herausforderung soll die Maschine im März in Südkorea gegen den weltbesten Spieler Lee Sedol antreten.

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