Thyssenkrupp: Blick zurück im Zorn auf Amerika-Abenteuer

Von Uta Knapp, dpa

Nach dem Ende der missglückten Expansion in Amerika steht der Thyssenkrupp-Chef vor einer neuen Herausforderung. Nun gilt es, eine Lösung für die europäische Stahlsparte zu finden. Die Börse ist zufrieden - der Betriebsrat aber in Sorge.

Essen (dpa) - Sechs Jahre nach seinem Amtsantritt kann Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger mit dem Verkauf des verlustreichen brasilianischen Stahlwerks CSA eine weitere Großbaustelle abhaken. Er muss aber noch eine Lösung für die europäische Stahlsparte des Konzerns finden. Die Gespräche über einen Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Tata laufen auf Hochtouren.

Das Fiasko um die geplante Amerika-Expansion endete für die Essener schließlich mit einem Minus von acht Milliarden Euro. Zuvor hatte die Fehlinvestition Thyssenkrupp in eine existenzbedrohende Krise gestürzt. Nach dem Verkauf für rund 1,5 Milliarden Euro an den Konkurrenten Ternium muss der Konzern nun eine Wertberichtigung von rund 900 Millionen Euro vornehmen, weil das Werk zuletzt noch mit rund 2,4 Milliarden Euro in den Büchern stand.

An der Börse legte der Kurs der Thyssenkrupp-Aktie jedoch deutlich zu. Jetzt fordern Analysten einen Zusammenschluss für die europäische Stahlsparte. Doch den Betriebsrat treiben ganz andere Gedanken um: Er sorgt sich um den Erhalt der Standorte in Deutschland.

Der Bau des Brasilien-Werks war für Thyssenkrupp ein gigantischer Fehlschlag. Schnell explodierten die auf rund 1,3 Milliarden Euro veranschlagten Baukosten, hinzu kamen technische Probleme und enorme Anlaufschwierigkeiten. Veränderte Rahmenbedingungen wie drastisch gestiegene Lohnkosten in Brasilien ließen die Aussicht auf einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage schon bald schwinden.

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Karneval ante portas: Wissenswertes zum Umgang mit Alkohol

Interview: Ulrike von Leszczynski, dpa

Bier auf Wein, das lass' sein. Was ist dran an den Volksweisheiten über Alkoholgenuss? Ein paar Nachfragen zur Karnevalszeit.

Berlin (dpa) - Im Karneval herrscht Narrenfreiheit - oft auch beim Alkohol. Der Psychiater und Suchtexperte Darius Chahmoradi Tabatabai will keine Spaßbremse sein. «Es wäre verkehrt, den kontrollierten Rausch, den wir uns zu Karneval genehmigen, generell zu moralisieren», sagt der Chefarzt am Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum in Berlin. Doch andererseits dürften Risiken nicht verharmlost werden. Und längst nicht jede Volksweisheit ist wahr.

Frage: Bier auf Wein, das lass' sein - ist da was dran?

Antwort: Was man zuerst trinkt, spielt überhaupt keine Rolle. Es geht immer um die Menge. Wein reizt den Magen mehr durch die höhere Alkoholkonzentration. Von Schnaps ganz zu schweigen. Und die Kombination aus allem kann Übelkeit beschleunigen.

Frage: Wie viele Gläser Wein, Bier oder Schnaps muss ein Erwachsener trinken, um sich auszuhebeln?

Antwort: Die Verträglichkeit ist sehr individuell. Das liegt an den Genen. Die Leber und Enzymsysteme spielen dabei eine große Rolle. Es gibt Menschen, die nach zwei Gläsern Wein richtig einen im Tee haben. Andere merken da subjektiv noch gar nichts. Viele sind aber überrascht, wie niedrig risikoarme Mengen angesetzt sind. Bei Frauen ist das ein Glas Weißwein, bei Männern sind es zwei - bei mindestens zwei alkoholfreien Tagen in der Woche.

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Verbraucherpreise in Deutschland wieder im Steigen begriffen

Von Friederike Marx und Jörn Bender, dpa

Lange dümpelte die Inflation nahe der Nulllinie. Sprit und Heizöl wurden immer billiger. Doch inzwischen ziehen die Verbraucherpreise wieder an - so auch im Januar wieder. Was sind die Gründe und wie gefährlich ist die Entwicklung?

Frankfurt/Main (dpa) - Nach einem überraschend kräftigen Sprung der Inflation im Dezember sind die Verbraucherpreise in Deutschland im Januar noch etwas kräftiger gestiegen. Ökonomen sehen dennoch keinen Grund zur Sorge.

Wie haben sich die Verbraucherpreise zuletzt entwickelt?

Die Zeiten extrem niedriger Teuerungsraten nahe der Nullmarke scheinen vorerst vorbei zu sein. Mit 1,9 Prozent gab es im Januar 2017 nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes den kräftigsten Sprung seit Juli 2013. Schon im Dezember hatte die Inflation mit 1,7 Prozent deutlich angezogen.

Warum zieht die Inflation wieder an?

Vor allem die Preisentwicklung bei Energie dämpfte lange Zeit den Anstieg der Teuerung. Seit Mitte 2014 wurde Rohöl vor allem infolge der weltweiten Überproduktion deutlich günstiger. Ende vergangenen Jahres drehte der Trend. Der Ölpreis, der im Dezember 2015 noch bei 38 Dollar je Barrel (159 Liter) lag, stieg kräftig auf mehr als 50 Dollar. Das Ölkartell Opec und andere Förderstaaten hatten sich geeinigt, die Produktion zu verringern, um den Preis für das «schwarze Gold» nach oben zu treiben.

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Google: Computer-Uhren mit neuen Schwerpunkten

Google ließ sich nahezu drei Jahre Zeit mit der zweiten Version seines Betriebssystems für Computer-Uhren. Android Wear 2.0 setzt nun den Fokus stärker auf Fitness-Anwendungen und Kommunikation.

Mountain View (dpa) - Google macht einen neuen Anlauf im Smartwatch-Geschäft mit einem aufgefrischten Betriebssystem. Android 2.0 sei stärker auf Fitness und Kommunikation ausgerichtet und lasse sich leichter anpassen, sagte der zuständige Produktmanager Davis Singleton der Deutschen Presse-Agentur. «Wir haben uns sehr genau angesehen, welche Funktionen die Leute wirklich nutzen und die Software entsprechend angepasst.» Direkt in die Wear-Software eingebunden wird der Google Assistant, der Anfragen von Nutzern mit Unterstützung künstlicher Intelligenz beantworten kann.

Als ein erstes Referenzmodell für die neue Software wurde am Mittwoch zudem eine gemeinsam mit Google entwickelte LG-Uhr vorgestellt. Sie hat im Gegensatz zur marktführenden Apple Watch ein rundes statt viereckiges Display und kann in der Sport-Version direkt ins Mobilfunknetz gehen. Zugleich hat sie ähnlich dem Apple-Bedienkonzept einen Drehknopf zum Bewegen der Bildschirm-Anzeige.

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Aus für "schrecklichen Deal": Nach TPP-Aus wittert China seine Chance

Bangkok (dpa) - Auf der anderen Seite des Pazifiks, viele tausend Kilometer entfernt von den USA, von Washington und vom Weißem Haus, gab es am Dienstag ein ziemlich böses Erwachen. Mit dem Beschluss, das Handelsabkommen TPP aufzukündigen, noch bevor es in Kraft ist, stößt Donald Trump viele Partner in Asien und im Pazifikraum vor den Kopf. Nach und nach, abhängig von der Zeitzone, meldeten im Lauf des Morgens von Neuseeland bis Japan fast alle Beteiligten ihr Bedauern an.

Im Unterschied zu den aktuellen Tönen aus Washington wurde allerdings die diplomatische Höflichkeit gewahrt. Die Japaner - Meister in solchen Dingen - äußerten die Hoffnung, den neuen US-Präsidenten doch noch zum Umdenken bewegen zu können. Ministerpräsident Shinzo Abe will persönlich vorstellig werden, um Trump die strategische und wirtschaftliche Bedeutung der Trans-Pazifischen Partnerschaft (TPP) klarzumachen: immerhin ein Wirtschaftsraum mit 800 Millionen Leuten und fast 40 Prozent des Welthandels.

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