Landwirtschaft: Gemischte Gefühle zu Beginn des Jahres

Von den dpa-Korrespondenten

Dürre in Kenia, Billigimporte in Lateinamerika, verseuchte Ackerflächen in China. Landwirte rund um den Globus haben im vergangenen Jahr zahlreichen Problemen getrotzt. Mancherorts könnte es 2017 schlimmer werden - doch es gibt Lichtblicke.

Peking/Mexiko-Stadt (dpa) - Geflügel und Wild, Hülsenfrüchte und Obst. Zwischen den Jahren kommt vielerorts mehr und besseres Essen auf den Tisch als üblich. Doch wie geht es eigentlich denen, die maßgeblich dafür sorgen, dass bei anderen etwas auf dem Teller landet - den Bauern? Eine wirtschaftlich-kulinarische Rundreise um die Welt.

LATEINAMERIKA:

Mexikos Kleinbauern treibt die Sorge vor zunehmendem Freihandel um. Angesichts bestehender und geplanter Freihandelsabkommen fürchten sie einen ruinösen Preiskampf bei Agrarprodukten. Bereits mit dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta haben die mexikanischen Kleinproduzenten schlechte Erfahrungen gemacht, jetzt soll auch noch die Transpazifische Partnerschaft (TPP) kommen und die EU will künftig ihre Überproduktion in Lateinamerika losschlagen.

«Die Kleinbauern können mit den subventionierten Importen preislich nicht konkurrieren», sagt Víctor Suárez, geschäftsführender Direktor des mexikanischen Kleinbauernverbands Anec. «Vom Freihandel profitieren nur die Großbetriebe.» In Mexiko arbeiten insgesamt 5,5 Millionen Menschen in der Landwirtschaft. Die Branche trägt vier Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

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Zehn Jahre iPhone: Ein Meilenstein der mobilen Kommunikation

Von Christoph Dernbach, dpa

Vor zehn Jahren stellte Apple das erste iPhone vor. Damals konnte sich kaum jemand vorstellen, dass Marktführer wie Nokia von der Bühne verschwinden würden. Das iPhone fasziniert noch immer die Massen, auch wenn Kritiker inzwischen Innovationen von Apple vermissen.

San Francisco (dpa) - Als Apple-Chef Steve Jobs am 9. Januar 2007 auf die Bühne der Macworld-Konferenz trat, rechneten die Besucher bereits mit der Premiere eines Smartphones von Apple. Doch zwischenzeitlich sorgte Jobs für Verwirrung im Publikum: «Heute stellen wir Ihnen drei revolutionäre Produkte vor: Das erste ist ein Breitbild-iPod mit Touchscreen. Das zweite ist ein umwälzendes Handy. Und das dritte ist ein neues Internet-Kommunikationsgerät, das einen echten Durchbruch bedeutet.» Sollten hier tatsächlich drei neue Apple-Geräte angekündigt werden?

Jobs wiederholte diese Aufzählung so oft, bis dem letzten Besucher im Moscone Center in San Francisco dämmerte, was er meinte: «Das sind nicht drei separate Geräte, sondern nur ein einziges. Wir nennen es iPhone.» Apple erfinde das Telefon neu, sagte Jobs. Wie sich herausstellte, erfand Apple viel mehr - einen Weg, wie man einen vollwertigen Computer bequem unterwegs nutzbar machen kann.

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Native Advertising: Eingebundener Journalismus mit kommerziellem Hintergrund

Von Andreas Heimann, dpa

Native Advertising ist so ein Begriff aus der Werbewelt, mit dem eigentlich nur Experten etwas anfangen können. Gemeint sind Beiträge, die nicht unbedingt als Werbung zu erkennen sind. Das hat Vorteile und auch seine Tücken.

Berlin (dpa) - Online-Werbung kann schnell nerven. Besonders, wenn sie sich über den Text legt und sich nicht gleich schließen lässt. Eine Antwort darauf ist Native Advertising. Dabei poppt kein Banner auf, es handelt sich auch gar nicht um eine klassische Werbung. Optisch und inhaltlich fügt es sich in die journalistische Umgebung ein. Das ist nicht unumstritten.

Übersetzen lässt sich Native Advertising schlecht. «Es ist ein von Anzeigenkunden bezahlter und gekennzeichneter Text-, Video- oder Audiobeitrag, der redaktionell anmutet, sich auf die Interessen des Nutzers bezieht und bei dem Relevanz und Mehrwert im Vordergrund stehen», erklärt Holger Kansky, Referent Multimedia beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV).

Und anders als bei Werbebannern ist Interaktion ein wichtiger Gesichtspunkt: «Die Inhalte sollen in sozialen Medien geliked und geteilt werden», sagt Kansky. «Bei einigen Online-Angeboten wird der virale Uplift mitverkauft.» Das heißt, der Werbekunde soll sich darauf verlassen können, dass der von ihm bezahlte Beitrag seinen Weg durch die sozialen Medien wie Twitter und Facebook nimmt. «Das hat schon eine neue Qualität.»

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DSW: Nur 15 Prozent der Deutschen kaufen Aktien

Von Friederike Marx und Jörn Bender, dpa

Große Notenbanken halten Anleger mit ihrer Geldflut bei Laune. Für Turbulenzen an den Börsen sorgt immer wieder die Politik. Das dürfte im kommenden Jahr so weitergehen.

Frankfurt/Main (dpa) - Brexit-Votum, Trump-Sieg und Regierungskrise in Italien: Vor allem die Politik hat Anleger in diesem Jahr in Atem gehalten. Hinzu kamen Sorgen um die globale Konjunktur. Zum Jahresende legte der Dax dennoch einen kräftigen Spurt auf gut 11 481 Punkte hin. Der deutsche Leitindex schaffte damit auf Jahressicht ein Plus von rund 6,9 Prozent. Hält die zuletzt zuversichtliche Stimmung der Anleger trotz aller politischer Stolperfallen auch 2017 an?

Schocks rund um den Globus lösten Anfang des Jahres maue Konjunkturdaten aus China und der Ölpreisverfall aus. Die Angst um die Weltwirtschaft ließen Dax und Co. einbrechen. Bis auf 8752,87 Punkte rauschte das wichtigste deutsche Börsenbarometer im Februar nach unten. Im Juni vernichtete der Kurssturz nach dem unerwarteten Nein der Briten zur Europäischen Union an einem Tag Milliarden an den Börsen rund um den Globus. Die überraschende Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sorgte dagegen nur kurz für einen Kursknick.

Angetrieben werden die weltweiten Aktienkurse vor allem von der Geldschwemme großer Notenbanken. Zwar zog die US-Notenbank die gelpolitischen Zügel in diesem Jahr weiter an. Sie hob den Leitzins leicht um 0,25 Prozentpunkte an und signalisierte weitere Schritte.

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Industrie warnt vor Engpässen bei der Rohstoffversorgung

Berlin (dpa) - Die deutsche Industrie sorgt sich um ihre Versorgung mit Rohstoffen. «Die Politik muss das Thema Rohstoffsicherheit wieder auf die politische Agenda setzen», forderte der Präsident des Industrieverbandes BDI, Ulrich Grillo, am Dienstag in Berlin. Wegen der Digitalisierung und der Energiewende steige die Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen wie etwa Seltenen Erden oder Lithium deutlich. «Ausgerechnet für etliche dieser Rohstoffe ist die sichere Versorgung der Industrie in Gefahr», warnte Grillo.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mahnte die Industrie, auch heimische Rohstoffe wie Kies oder Mineralien nicht aus dem Blick zu verlieren - auch «wenn diese nicht so sexy sind wie Seltene Erden». Er verwies auf den riesigen Bedarf an Baustoffen für die Energiewende sowie die Infrastruktur für moderne Zukunftstechnologien.

Der Vize-Kanzler rief die deutsche Wirtschaft auf, sich stärker in Ländern mit hohen Rohstoffvorkommen an der Förderung zu beteiligen. Unternehmen sollten sich nicht zweimal von Ländern einladen lassen, die sich nicht in die Abhängigkeit von China begeben wollten. Zudem überlegten Länder wie Saudi-Arabien, wie sie künftig angesichts des Welt-Klimaabkommens mit Rohstoffen wie Erdöl umgehen. Gabriel sprach sich im Zusammenhang mit der Rohstoffsicherung erneut für weitere Schritte zum Abbau der Spannungen mit Russland aus: «Russland braucht Europa, aber wir brauchen auch Russland.»

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