Ölpreis: Aufwärtstrend könnte angesichts schrumpfender Reserven von Dauer sein

Von Tobias Schmidt, dpa-AFX

Der Ölpreis steigt und steigt derzeit - und viele Gründe sprechen dafür, dass dieser Trend andauert. Oder folgt dem Hoch doch schon bald wieder ein Tief?

Frankfurt/Main (dpa) - Billiges Öl bedeutet für die deutschen Verbraucher vor allem eines: Sie sparen beim Tanken und müssen weniger fürs Heizen zahlen. Seit fast zwei Jahren haben sich die Verbraucher an diesen Komfort gewöhnt. Von Mitte 2014 bis Anfang 2016 waren die Ölpreise von über 100 auf etwa 30 Dollar je Barrel (159 Liter) eingebrochen. Doch seither hat sich der Wind gedreht. Am Donnerstag übersprang der Preis für die Nordseesorte Brent sogar erstmals seit einem halben Jahr wieder die Marke von 50 US-Dollar. Ist die Kehrtwende am Ölmarkt endgültig erreicht? Einiges spricht dafür - auch wenn es am Freitag zunächst in Richtung 49 Dollar nach unten ging.

Der Hauptgrund für den Preisanstieg der jüngsten Zeit ist in den USA zu suchen, denn hier sinkt die Fördermenge. Ende April erreichte sie sogar den tiefsten Stand seit Herbst 2014. Der Grund für den Rückgang: Ein großer Teil der US-Produktion wird mit Fracking gewonnen. Diese Fördertechnik, bei der chemische Flüssigkeiten in tief liegende Gesteinsschichten gepresst werden, ist nicht nur wegen möglicher Folgen für Mensch und Umwelt umstritten, sie ist auch relativ teuer. Die Fracker leiden daher besonders stark unter den niedrigen Preisen und müssen ihre Produktion teilweise auf Eis legen.

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Facebook will künftig auch Nichtmitgliedern personalisierte Werbung anbieten

Facebook will sich ein noch größeres Stück vom Online-Werbekuchen sichern: Das weltgrößte Online-Netzwerk will Anzeigen nicht für nur seine Mitglieder vermarkten. Damit einher gehen neue Möglichkeiten, das zu blockieren.

Menlo Park (dpa) - Facebook will künftig auch Internet-Nutzern, die nicht Mitglieder des Online-Netzwerks sind, personalisierte Werbung anzeigen. Dafür werden wie in der Online-Branche üblich sogenannte Cookies im Web-Browser abgelegt, die Anzeigen an das Surf-Verhalten anpassen. Die Funktion kann blockiert werden, wie Facebook in einem Blogeintrag am späten Donnerstag (Ortszeit) erklärte.

Der Schritt verschärft die Rivalität unter anderem mit Google und den Online-Werbemarkt. Denn jetzt wird Facebook stärker zum Kanal für die Auslieferung von Online-Werbung über die rund 1,65 Milliarden eigenen Mitglieder hinaus. Noch ist Google weit voraus: Bei Facebook wuchsen die Anzeigen-Erlöse im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 57 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Bei Google legten sie um 16 Prozent auf 18 Milliarden Dollar zu.

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Google Home soll zum virtuellen Alltagsassistenten werden

Von Andrej Sokolow und Christoph Dernbach, dpa

Die Entwicklerkonferenz Google I/O 2016 zeigt: Die amerikanischen Technologieriesen haben sich auf eine Zukunft mit künstlicher Intelligenz festgelegt. Die neue Welt funktioniert aber nur, wenn der Mensch sein Leben für die Maschinen öffnet.

Mountain View (dpa) - Das Verhältnis von Mensch und Technik steht vor dem nächsten Umbruch: Gerade erst brachten Smartphones das Internet und die Leistung eines Supercomputers direkt an die Fingerspitzen, jetzt ist künstliche Intelligenz auf dem Weg, allgegenwärtig zu werden.

Google will der Vorreiter dieser Revolution sein. Das machte die diesjährige Entwicklerkonferenz Google I/O unmissverständlich klar. Üblicherweise stand dort die nächste Version des Smartphone-Systems Android im Mittelpunkt, vielleicht noch ein markantes Überraschungs-Produkt wie die - letztlich gescheiterte - Datenbrille Google Glass. Diesmal gab es vor allem eine Vision: Google als Helfer im Alltag, immer zur Stelle, immer die richtige Antwort parat.

Auf dem sonnendurchfluteten Festival-Gelände neben seinem Hauptquartier demonstrierte Google, wie sich die ersten Bausteine für diese neue Welt zusammensetzen. Der smarte «Assistant» versteht menschliche Sprache und erfüllt Aufträge, der vernetzte Lautsprecher «Google Home» ist sein Vorposten im Haushalt. Im Messenger Allo schlägt die künstliche Intelligenz die passende Antwort vor, im Hintergrund liefert ein von Google eigens für selbstlernende Maschinen entwickelter Chip die Rechenleistung. Und nur wenige Schritte weiter fahren Googles Roboter-Wagen auf den Straßen von Mountain View, gesteuert von Software, die ihre Umgebung versteht.

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Glanz und Elend der Containerschifffahrt

Von Eckart Gienke, dpa

Die Erfindung des Containers hat die Welt stärker verändert als die meisten politischen Ideen und sie in ein globales Dorf verwandelt. Diese Globalisierung kennt Gewinner und Verlierer. Sie schafft Wohlstand, aber auch Ungleichheit und verbraucht viele Ressourcen.

Hamburg (dpa) - Globalisierung ist nicht neu. Schon in frühen Epochen der Menschheit gab es Handel über weite Distanzen. Mit der Erfindung des Containers aber sanken die Transportkosten auf fast Null und die gehandelten Gütermengen erreichten riesige Dimensionen. Es ist nicht mehr wichtig, die Güter in der Nähe der Rohstoffvorkommen oder der Absatzmärkte zu produzieren. Dazu kommt noch die Digitalisierung der vergangenen Jahrzehnte, die Informationen ohne Verzögerung global verfügbar gemacht hat. Wer profitiert von der Globalisierung und wer zählt zu den Verlierern?

Gewinner:

- Die Schifffahrt und das Transportwesen

Der Welthandel nahm einen enormen Aufschwung, nachdem sich der Container durchgesetzt hatte. Dazu brauchten die Reeder immer mehr und größere Schiffe - Südkorea und Japan bauten sie. Später kam auch China dazu. Diese drei Länder sind heute mit großem Abstand die bedeutendsten Schiffbauländer der Welt.

Weltweit sind fast 41 760 größere Handelsschiffe registriert, davon mehr als 5000 Containerschiffe. Sie transportieren jährlich rund 129 Millionen Standardcontainer (TEU) rund um die Welt. Mit den Transportleistungen vergrößerten sich die Häfen, vor allem in Asien. Unter den Top Ten der Weltrangliste ist kein europäischer und nur ein US-amerikanischer Hafen (Los Angeles).

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Spracherkennung als Schwerpunkt-Strategie für Google

Google schlägt eine neue Strategie für seine Zukunft ein: Statt wie gewohnt Suchanfragen einzutippen, sollen sich Nutzer mit Software und Geräten des Konzerns unterhalten können. Damit verschärft Google die Rivalität mit Apple, Microsoft und Amazon um die vernetzte Zukunft.

Mountain View (dpa) - Google setzt massiv auf Spracherkennung, um sich tiefer im Alltag zu verankern. Der Internet-Konzern stellte am Mittwoch einen vernetzten Lautsprecher mit einem integrierten Sprachassistenten vor. Das Gerät mit dem Namen Google Home kann nicht nur auf Sprachbefehl Musik abspielen, sondern auch auf die Google-Suche zugreifen sowie Aufgaben in verbundenen Geräten und Diensten erfüllen. Man kann zum Beispiel ein Taxi bestellen oder alle möglichen Fragen stellen. Dafür muss das Gerät ständig zuhören, um die Befehle nicht zu verpassen. Mit dem Lautsprecher konkurriert Google direkt mit einem ähnlichen Konzept von Amazon.

Auch insgesamt will Google seine Nutzer verstärkt über den neuen Sprachassistenten erreichen. Mit dem «Google Assistant» solle man sich einfach unterhalten können, erklärte Konzernchef Sundar Pichai auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im kalifornischen Mountain View. Damit wolle Google nützlicher werden. «Wir haben ein Jahrzehnt investiert, um die weltbeste Spracherkennungs-Technologie zu entwickeln», sagte Pichai. Das war ein Seitenhieb gegen Konkurrenz wie Apples persönliche Assistentin Siri, Microsofts Cortana oder Amazons Technologie Alexa.

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