BGH: Musterprozess zur Anonymität beim Surfen

Von Anja Semmelroch, dpa

Die Vorstellung, mit jedem Klick im Internet Spuren zu hinterlassen, erschreckt viele Menschen. Ein Piraten-Politiker streitet vor Gericht für mehr Anonymität im Netz. Unumstritten ist das allerdings nicht.

Karlsruhe (dpa) - Wer sich im Internet über eine Krankheit informiert oder in einer Krise mit dem Partner nach Beratung sucht, wird kaum wollen, dass ihm dabei jemand über die Schulter lugt. Was aber, wenn jeder Schritt im Netz einen digitalen Fußabdruck hinterlässt und diese Spuren viel über uns verraten können? Der Datenschutz-Aktivist und Piraten-Politiker Patrick Breyer führt für mehr Anonymität beim Surfen einen Musterprozess. Seit Dienstag beschäftigen die sehr grundsätzlichen Fragen bereits zum zweiten Mal den Bundesgerichtshof (BGH). Für ihre Beratungen nehmen sich die Richter Zeit. Eine Entscheidung wollen sie am 16. Mai verkünden. (Az. VI ZR 135/13)

Um was genau geht es?

Bei den meisten Internetseiten wird automatisch über alle Zugriffe Protokoll geführt. Gespeichert werden dabei auch die IP-Adressen der Besucher. So eine Adresse braucht jeder Computer, damit er überhaupt Daten aus dem Internet abrufen kann. In Deutschland handelt es sich hier oft um sogenannte dynamische IP-Nummern. Das bedeutet, dass der Rechner keine feste Adresse hat, sondern immer wieder neue Ziffernfolgen zugewiesen bekommt. Das gespeicherte Protokoll liegt beim Betreiber der Website. Mit der IP-Adresse etwas anfangen kann aber nur der Internetanbieter, also etwa die Deutsche Telekom oder Vodafone. Allein der Provider weiß, zu welchem Anschluss sie gehört.

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Casual Connect in Berlin: Virtuelle Realität steht im Fokus

In Berlin trifft sich die professionelle Spiele-Branche zur Konferenz «Casual Connect». Virtuelle Realität ist dabei eines der großen Topthemen. Die Entwickler in den Studios haben bereits eine intensive Lernphase hinter sich. Doch weitere Herausforderungen stehen an.

Berlin (dpa) - Für die Spielebranche war 2016 das Jahr der virtuellen Realität (VR). Doch welches Potenzial eröffnet die Technologie und wie hebt man es? Bis 2020 werde es rund 220 Millionen Nutzer von VR geben, sagte Stephanie Llamas, Chefin der Marktforschung Superdata. Das sei das 2,4-Fache der Nutzer aus dem Jahr 2016. Eine Herausforderung sei es aber weiterhin, dass man Virtuelle Realität nicht erklären könne. «Man muss es selbst erfahren», sagte Llamas am Dienstag auf dem Fachkongress Casual Connect in Berlin.

Laut Llamas senken vor allem Spiele für mobile Headsets wie Samsungs Gear VR die Einstiegs-Barrieren in die neue Technologie. Der Umgang mit den Geräten müsse aber auch gelernt werden. Um die Nutzer zu überzeugen, bedürfe es qualitativ hochwertiger Inhalte. Doch deren Entwicklung sei teuer - und spiele oftmals in der frühen Phase dieser Technologie nicht genügend wieder ein. Viele potenzielle Nutzer müssten erst überzeugt werden, bevor sie bereit sind, Geld auszugeben.

Die Entwickler für entsprechende Inhalte haben bereits eine intensive Lernphase zurückgelegt. Zahlreiche ursprüngliche Annahmen hätten sich inzwischen als falsch erwiesen, sagte David Votypka Kreativ-Direktor von Ubisoft. So hieß es anfänglich, dass VR-Erlebnisse möglichst kurz sein müssten, damit sich der Nutzer nicht unwohl fühlt. Heute gebe es große Nachfrage nach ausgedehnten VR-Erlebnissen, hinderlich bei langen Sessions sei allenfalls das Tragen des verkabelten Headsets. Und dass VR-Games anti-sozial seien, habe Ubisoft mit Titeln wie «Star Trek Bridge Crew» und «Werewolves Within» bereits widerlegt, in denen es um gemeinschaftliche Spielerlebnisse geht.

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Ford investiert Milliarde in selbstfahrende Autos

Schon wieder wird ein Start-up für autonomes Fahren von einem großen Autokonzern aufgeschnappt. Diesmal greift sich Ford eine Firma ehemaliger Google- und Uber-Experten.

Dearborn/Pittsburgh (dpa) - Ford steckt im Wettlauf um die Entwicklung selbstfahrender Autos eine Milliarde Dollar in das Start-up eines ehemaligen Google-Entwicklers. Der zweitgrößte US-Autobauer verteilt die Investition auf die kommenden fünf Jahre und übernimmt dabei auch die Mehrheit an der auf künstliche Intelligenz spezialisierten Firma Argo AI aus Pittsburgh. Ford will wie andere Autobauer autonome Fahrzeuge zum Jahr 2021 auf die Straße bringen.

Ford kündigte am Freitag an, man wolle mit Hilfe von Argo eine neue Softwareplattform für Roboterwagen entwickeln. Diese Technologie könnte dann möglicherweise auch an andere Firmen lizenziert werden.

Gegründet wurde Argo von Brian Salesky, der lange für die Hardware der Google-Roboterwagen zuständig war, und einem der führenden Entwickler von Software für autonomes Fahren bei Uber, Peter Rander. Der Fahrdienst-Vermittler entwickelt eigene Roboterwagen-Technologie und verleibte sich dafür die Fachabteilung der Universität Carnegie Mellon in Pittsburgh ein, bei der Salesky und Rander einst waren.

Während die großen Hersteller das Tempo bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos hochschrauben, winkt Top-Entwicklern, die sich selbstständig machen, ein Geldregen. Der Ford-Rivale General Motors übernahm im vergangenen Jahr für rund 600 Millionen Dollar das Start-up Cruise. Uber blätterte 680 Millionen Dollar für das nur wenige Monate alte Start-up Otto hin, das Technik für selbstfahrende Lastwagen entwickelte. Otto-Mitgründer Anthony Levandowski, ein Pionier von Googles Roboterwagen-Programm, leitet jetzt die Arbeit an selbstfahrenden Autos bei Uber.

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Rohstoffmärkte: Aserbaidschan will Wirtschaft diversifizieren

Aus großen Gasfeldern im Kaspischen Meer pumpt der aserbaidschanische Staatskonzern Socar Unmengen Gas, das dann durch Pipelines nach Westen geschickt wird. Doch außer Rohstoffen hat das Land im Südkaukasus bisher nicht viel zu bieten. Das soll sich ändern.

Davos/Baku (dpa) - Das rohstoffreiche Aserbaidschan will unabhängiger von Öl und Gas werden - zunächst aber bleibt die Ex-Sowjetrepublik in hohem Maße auf die Einnahmen aus dem Energiegeschäft angewiesen. «Wir steuern etwa 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bei, und der Beitrag wächst weiter», sagte der Vizechef des staatlichen Energiekonzerns Socar, Elshad Nassirov, der Deutschen Presse-Agentur. Das liege auch an erhöhten Socar-Anteilen am riesigen Gasfeld Shah Deniz im Kaspischen Meer und anderen Fördergebieten. Der Verfall der Ölpreise habe das autoritär regierte Land deshalb natürlich getroffen.

Allerdings suche die Regierung des Südkaukasus-Staates nach Alternativen und versuche, die Wirtschaft stärker zu diversifizieren. Dies sei auch eine Chance für Socar, sagte Nassirov am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. «Wir werden einige Produktionsgebiete ausbauen und versuchen, geschlossene Kreisläufe zu schaffen - etwa mit der Produktion von Dünger oder der Öl- und Gasaufbereitung.»

Der Staatskonzern will zudem nach zwei schweren Unfällen die Sicherheit auf seinen Öl- und Gasplattformen verstärken. «Leider waren wir bisher weder finanziell noch technisch in der Lage, alles zu entfernen, das kein Recht hat zu existieren», sagte Nassirov mit Blick auf Produktionsanlagen, die teilweise noch aus der Sowjetzeit stammen. «Aber nun renovieren wir den Großteil der Offshore-Anlagen, die Ölarbeiter werden in Fragen der Sicherheit sowie der Rettung aus dem Wasser trainiert.»

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Google: Computer-Uhren mit neuen Schwerpunkten

Google ließ sich nahezu drei Jahre Zeit mit der zweiten Version seines Betriebssystems für Computer-Uhren. Android Wear 2.0 setzt nun den Fokus stärker auf Fitness-Anwendungen und Kommunikation.

Mountain View (dpa) - Google macht einen neuen Anlauf im Smartwatch-Geschäft mit einem aufgefrischten Betriebssystem. Android 2.0 sei stärker auf Fitness und Kommunikation ausgerichtet und lasse sich leichter anpassen, sagte der zuständige Produktmanager Davis Singleton der Deutschen Presse-Agentur. «Wir haben uns sehr genau angesehen, welche Funktionen die Leute wirklich nutzen und die Software entsprechend angepasst.» Direkt in die Wear-Software eingebunden wird der Google Assistant, der Anfragen von Nutzern mit Unterstützung künstlicher Intelligenz beantworten kann.

Als ein erstes Referenzmodell für die neue Software wurde am Mittwoch zudem eine gemeinsam mit Google entwickelte LG-Uhr vorgestellt. Sie hat im Gegensatz zur marktführenden Apple Watch ein rundes statt viereckiges Display und kann in der Sport-Version direkt ins Mobilfunknetz gehen. Zugleich hat sie ähnlich dem Apple-Bedienkonzept einen Drehknopf zum Bewegen der Bildschirm-Anzeige.

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Handelsverband: Optimismus über Konsumlaune in Deutschland

Von Burkhard Fraune, dpa

Nach sieben fetten Jahren das achte: Die Deutschen gönnen sich was - so auch im neuen Jahr, hofft der Handel. Und lockt mit halbwegs stabilen Preisen. Etwas politische Hilfe wäre dennoch erwünscht.

Berlin (dpa) - Warum nicht ein neues Fahrrad mit Elektromotor? Das alte ist zwar noch gut, aber ein bisschen Hilfe beim Strampeln kann ja nicht schaden. Und auf der Bank wirft das Ersparte ja kaum Zinsen ab - also auf ins Fahrradgeschäft oder ins Netz.

Der Fahrradmarkt ist für Stefan Genth ein Paradebeispiel für das, was sich im Einzelhandel insgesamt seit Jahren tut: Die Deutschen kaufen und kaufen - nicht unbedingt mehr, aber besser. Es ist ein Kauf ohne Rausch, vom Bio-Ei über Marken-Pullover bis zum duftenden Shampoo.

«Man sieht mehr Nachfrage nach Qualität, nicht Quantität», sagt Genth, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE). Seit sieben Jahren wachsen die Umsätze im Einzelhandel und die Branche ist zuversichtlich, dass es in diesem Jahr so weiter geht - trotz internationaler Risiken. Und trotz großer Sorgen um die Zukunft der Innenstädte.

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