Verbraucherpreise in Deutschland wieder im Steigen begriffen

Von Friederike Marx und Jörn Bender, dpa

Lange dümpelte die Inflation nahe der Nulllinie. Sprit und Heizöl wurden immer billiger. Doch inzwischen ziehen die Verbraucherpreise wieder an - so auch im Januar wieder. Was sind die Gründe und wie gefährlich ist die Entwicklung?

Frankfurt/Main (dpa) - Nach einem überraschend kräftigen Sprung der Inflation im Dezember sind die Verbraucherpreise in Deutschland im Januar noch etwas kräftiger gestiegen. Ökonomen sehen dennoch keinen Grund zur Sorge.

Wie haben sich die Verbraucherpreise zuletzt entwickelt?

Die Zeiten extrem niedriger Teuerungsraten nahe der Nullmarke scheinen vorerst vorbei zu sein. Mit 1,9 Prozent gab es im Januar 2017 nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes den kräftigsten Sprung seit Juli 2013. Schon im Dezember hatte die Inflation mit 1,7 Prozent deutlich angezogen.

Warum zieht die Inflation wieder an?

Vor allem die Preisentwicklung bei Energie dämpfte lange Zeit den Anstieg der Teuerung. Seit Mitte 2014 wurde Rohöl vor allem infolge der weltweiten Überproduktion deutlich günstiger. Ende vergangenen Jahres drehte der Trend. Der Ölpreis, der im Dezember 2015 noch bei 38 Dollar je Barrel (159 Liter) lag, stieg kräftig auf mehr als 50 Dollar. Das Ölkartell Opec und andere Förderstaaten hatten sich geeinigt, die Produktion zu verringern, um den Preis für das «schwarze Gold» nach oben zu treiben.

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Zinsen: Wird es einen Trump-Effekt für Sparer geben?

Von Tobias Schmidt, dpa-AFX

Mit der US-Zentralbank ist sich der neue Präsident Donald Trump nicht gerade grün. Dennoch könnte ausgerechnet er es sein, der Notenbanken weltweit den Ausweg aus ihrem bis heute andauernden Krisenmodus weist - und den Sparern damit wieder zu nennenswerten Zinsen verhilft.

Frankfurt/Washington (dpa) - Seit der letzten schweren Finanzkrise 2008/2009 sind die wichtigsten Notenbanken der Welt im Krisenmodus. Sie halten die Zinsen niedrig und fluten die Finanzmärkte mit Geld, um Konjunktur und Inflation anzuheizen - lange Zeit ohne Erfolg.

Aber jetzt könnte der neue US-Präsident Donald Trump den Währungshütern mit einem Konjunkturprogramm unter die Arme greifen und Sparern auch in Deutschland wieder zu höheren Zinsen verhelfen. Ob er sein Versprechen hält, ist jedoch ungewiss. Und nichts fürchten Zentralbanker mehr als Unsicherheit.

Die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, ist dafür bekannt, stets ein Haar in der Suppe zu finden, wenn es um die US-Wirtschaft geht. Ob Börsenturbulenzen, globale Wachstumsschwäche, Brexit-Votum oder die Präsidentschaftswahl: Fast immer sieht sie einen Grund, den Leitzins nahe der Nulllinie zu halten. Seit der Finanzkrise gab es bislang erst zwei kleine Erhöhungen.

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Bankhaus Metzler: Leben mit dem Niedrigzins

Die EZB hat das Zinstief in Europa zementiert. Das dürfte sich so rasch nicht ändern. Schwere Zeiten für Sparer - aber es gibt noch Auswege, meint das Bankhaus Metzler.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Frankfurter Bankier Emmerich Müller rechnet absehbar nicht mit einer Zinswende in Europa. «Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Realzinsen noch lange negativ sein werden», sagte der für das operative Geschäft zuständige Partner des 1674 gegründeten Bankhauses Metzler der Deutschen Presse-Agentur. «Wir haben es mit einer Lastenverteilung zu Lasten der Sparer und Investoren zu tun.»

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist seit der jüngsten Finanzkrise 2007/2008 im Krisenmodus - und legt sich bisher nicht darauf fest, ab wann sie ihre extrem weit geöffneten Geldschleusen wieder schließen wird. Viele Volkswirte interpretierten die jüngste Entscheidung der Notenbank, ab April nur noch 60 Milliarden statt 80 Milliarden Euro in Staatsanleihen und andere Wertpapiere zu stecken, aber zumindest als erstes Signal für eine langsame Rückkehr zur Normalität.

Müller meint jedoch: «Es ist verfrüht, auf einen Ausstieg der EZB aus ihrer ultralockeren Geldpolitik zu setzen. Dafür liegen noch zu viele politische Unsicherheiten vor uns.» Der neue US-Präsident Donald Trump lässt noch viele Fragen offen, der Zeitplan für den britischen EU-Austritt (Brexit) könnte ins Wanken geraten, nachdem die Regierung in London nun vorab die Zustimmung des Parlamentes einholen muss.

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Fashiontech: Ein Blick auf Mode und Lifestyle von morgen

Von Jenny Tobien, dpa

Wie sieht die Mode der Zukunft aus? Was bringen Technologien wie 3D-Druck, virtuelle Realität oder LED-Lampen? Die Messe Fashiontech bietet erste futuristische Eindrücke.

Berlin (dpa) - Neue Technik verändert zunehmend unsere Art zu leben. Aber verändert die Digitalisierung auch die Art, wie wir uns kleiden und wie wir shoppen? Bei der Berliner Fashion Week ist die Messe Fashiontech eine Schnittstelle zwischen Mode und Technologie. Hier werden smarte Stoffe, innovative Ideen und neue Trends präsentiert. Ein Blick darauf, was bereits möglich ist und was schon bald Realität sein kann.

3D-DRUCK: Renommierte Designer wie Alexander McQueen und Iris van Herpen nutzen den 3D-Druck bereits für ihre Haute-Couture-Kreationen. Auch Adidas setzte auf die Technologie. «Wir wollen dahin kommen, komplette Schuhe in 3D zu drucken», sagt Dirk Schönberger, Kreativchef bei dem Sportartikelhersteller. Ziel sei dabei, künftig regionaler und nachhaltiger arbeiten zu können und die Produktion etwa aus China zurückzuholen. «Bislang ist das aber noch Zukunftsmusik.» Momentan seien lediglich 3D-Sohlen serienfähig.

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Aus für "schrecklichen Deal": Nach TPP-Aus wittert China seine Chance

Bangkok (dpa) - Auf der anderen Seite des Pazifiks, viele tausend Kilometer entfernt von den USA, von Washington und vom Weißem Haus, gab es am Dienstag ein ziemlich böses Erwachen. Mit dem Beschluss, das Handelsabkommen TPP aufzukündigen, noch bevor es in Kraft ist, stößt Donald Trump viele Partner in Asien und im Pazifikraum vor den Kopf. Nach und nach, abhängig von der Zeitzone, meldeten im Lauf des Morgens von Neuseeland bis Japan fast alle Beteiligten ihr Bedauern an.

Im Unterschied zu den aktuellen Tönen aus Washington wurde allerdings die diplomatische Höflichkeit gewahrt. Die Japaner - Meister in solchen Dingen - äußerten die Hoffnung, den neuen US-Präsidenten doch noch zum Umdenken bewegen zu können. Ministerpräsident Shinzo Abe will persönlich vorstellig werden, um Trump die strategische und wirtschaftliche Bedeutung der Trans-Pazifischen Partnerschaft (TPP) klarzumachen: immerhin ein Wirtschaftsraum mit 800 Millionen Leuten und fast 40 Prozent des Welthandels.

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Uhren: Schweizer Qualitätsarbeit gegen Chinas Innovation

Von Christiane Oelrich, dpa

Die Chinesen verhageln den Schweizern das Geschäft mit Luxusuhren. Die Exporte sind eingebrochen. Das liegt nicht etwa an mangelnder Qualität. Aber hat die Schweizer Branche den Trend zu Smartwatches verpasst?

Genf (dpa) - Edle Glasvitrinen, weiche Samtkissen: Wenn die Schweizer bei der Luxusuhrenmesse SIHH in Genf diese Woche ihre besten Stücke präsentieren, ist vornehme Eleganz oberstes Gebot. Aber die Branche leckt noch ihre Wunden nach verheerenden Krisenjahren. Immerhin sieht der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie die Talsohle erreicht: «Wir erwarten für 2017 Exportumsätze im gleichem Umfang wie 2016», sagt Verbandspräsident Jean-Daniel Pasche der Deutschen Presse-Agentur. 2016 war ein Desaster mit minus zehn Prozent.

Die Genfer Messe organisiert die «Stiftung zur Förderung der hohen Uhrmacherkunst». Deren Präsidentin Fabienne Lupo sagte der Nachrichtenagentur sda: «Es gab schon verheißungsvollere Jahre.»

Das Wohl und Wehe der Industrie mit Exporterlösen von gut 20 Milliarden Schweizer Franken (18,6 Mrd Euro) im Jahr entscheidet sich in China: «Zwei Drittel des Exportvolumens entfällt auf Uhren für durchschnittlich 17 000 Franken», sagt Analyst Jon Cox von Finanzdienstleister Kepler Cheuvreux in Zürich der dpa. «Etwa die Hälfte der hochpreisigen Uhren wird von Chinesen gekauft.»

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